Casket - In The Long Run We Are All Dead | |
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| Review von Chaosswampchicken vom 28.01.2026 (1537 mal gelesen) | |
Seit über 35 Jahren sind CASKET eine verlässliche Größe im klassischen Death Metal -wenn auch eher im Verborgenen. 1990 im schwäbischen Reutlingen als Quartett gegründet, veröffentlichte die Band zwischen 1992 und 1996 mehrere Demos, bevor 1998 mit "Under The Surface" das Debütalbum erschien. Seither melden sich CASKET in unregelmäßigen Abständen mit Demos, EPs oder Alben zurück. Abgesehen von der Reduzierung auf ein Trio im Jahr 2007 hat sich an ihrem grundsätzlichen Kurs kaum etwas geändert. Eine so lange Bandgeschichte ist selbst im Metal eine Ausnahme, doch noch beeindruckender ist, dass CASKET all die Jahre fest im Underground verwurzelt blieben, live selten präsent waren und dennoch unbeirrbar ihrem ureigenen Death Metal-Sound treu geblieben sind. Nach kurzen Ausflügen in gothic- und symphonische Elemente auf "Unearthed" (2017) kehrt das aktuelle Werk konsequent zu den Wurzeln zurück. Auf elf Tracks und fast 45 Minuten entfaltet "In The Long Run We Are All Dead" eine gnadenlose Flut aus roher Härte und düsterer Intensität. Der Sound ist kompromisslos, direkt und von einer unbarmherzigen Brutalität geprägt - genau das, was Liebhaber des klassischen Old School Death Metal lieben. Dieses Album ist ein eindrucksvolles Zeugnis einer Band, die über Jahrzehnte hinweg ihrer Vision treu geblieben ist und den puren Death Metal-Geist unverfälscht weiterträgt.Einen vielversprechenden Auftakt liefert Opener 'The Will To Comply''The Will To Comply' startet mit hohem Tempo und lässt die typischen Old-School-Riffs sowie die tiefen, hohl klingenden Growls sofort wirken. Schon nach wenigen Takten packt der Song den Hörer und zwingt zum rhythmischen Mitwippen. Im weiteren Verlauf legt der Track einen langsameren, fast gespenstischen Groove an den Tag, der eine düstere, fesselnde Atmosphäre erzeugt. Somit wechseln sich chaotische und dissonante Passagen mit schnellen, gut strukturierten Rhythmusabschnitten ab. Der Sound ist schwer, die Gitarren und die Rhythmussektion eindrucksvoll, die tiefen Growls setzen zusätzliche Akzente. Besonders der Wechsel in den Uptempo-Parts bleibt im Gedächtnis. 'The Will To Comply' ist damit nicht nur ein gelungener Auftakt des Albums, sondern zugleich ein klarer Höhepunkt und zeigt die energiegeladene Ausrichtung der Band. 'Highest Thrones' startet mit voller Geschwindigkeit, die Rhythmussektion liefert treibende, prägnante Staccato-Riffs, ergänzt durch scharfe Harmonien. Deutliche Einflüsse aus dem Brutal Death sind hörbar, bevor mit 'Mirrors' eine kurze Atempause folgt - ein etwas verstörendes Intermezzo, in dem eine Alarmglocke als atmosphärisches Element ertönt. Mit 'Seeds Of Desolation' nimmt die Attacke erneut Fahrt auf. Die Rhythmussektion bleibt mächtig und setzt in den langsameren Passagen drückende Death/Doom-Elemente ein, während eruptive Ausbrüche ohne Vorwarnung über den Hörer hereinbrechen, ähnlich wie beim abrupten Finale des Tracks. Langsamer, dichter und verzerrter, aber keineswegs weniger gnadenlos präsentiert sich 'Hammer, Knife, Spade'. Der Track rückt die Vocals in den Vordergrund, während die Gitarren zunächst bewusst zurückgenommen werden, sodass die Stimme noch mehr Präsenz gewinnt, bevor die kraftvollen Riffs wieder einsetzen und dem Song zusätzliche Härte verleihen. Im Anschluss legt 'Skull Bunker' noch einmal eine komplett andere Facette des Albums frei: Hier steht die Melodie weitgehend zurück, stattdessen dominieren ein aggressives Zusammenspiel aus frenetischen Drums und heruntergestimmten Gitarren, unterstützt durch punktuelle Lead-Gitarren-Einsätze, die den Song zusätzlich strukturieren. Das kurze Interlude 'Necrowaves' schafft einen Moment der Verschnaufpause, bevor 'Mainstream Mutilation' mit schnellen, aggressiven Riffs zurückkehrt, die an die Energie der Anfangstracks anknüpfen. Der Song sorgt für Wucht und Druck. Die Komposition ist vergleichsweise einfach gehalten, überzeugt aber durch einen effektiven, kraftvollen Sound und reiht sich als weiterer solider Track ins Album ein. 'Fundamental Rot' setzt den langsamen, doomartigen Ansatz fort, bleibt dabei jedoch klanglich erdrückend. Sobald das Tempo wieder angezogen wird, liefern die gnadenlosen Drums die Energie zurück, die den Song vorantreibt. Technisch solide und verzerrt, leidet der Track jedoch erneut unter einem gewissen Mangel an Dynamik. 'Strangulation Culture' bietet solide Riffs, die allerdings eher repetitiver Natur sind und nur von schnellen Passagen zu langsameren Sequenzen wechseln, ohne viel neue Akzente zu setzen. Zum Abschluss des Albums meldet sich 'Graveyard Stomper' zu Wort und bringt überraschend einen leichten Groove ins Spiel. Zwar dezent, doch ausreichend, um den Song eingängig und dynamisch wirken zu lassen. Der Track rundet das Album unterhaltsam ab, ohne an Härte zu verlieren. Damit liefern CASKET einen gelungenen Schlussakkord, der noch einmal die Stärken der Band - die kompromisslose Härte, die präzisen Riffs und die druckvolle Rhythmussektion - in den Vordergrund stellt. Ein passender, befriedigender Abschluss für ein Werk, das dem langjährigen Ruf der Band als Old-School-Death-Metal-Veteranen mehr als gerecht wird. Fazit35 Jahre nach ihrer Gründung bleiben CASKET ihrem Stil treu und zeigen mit "In The Long Run We Are All Dead", dass klassischer Old School Death Metal zeitlos wirkt. Die Band aus den Anfängen des deutschen Death Metal beweist, dass bewährte Grundlagen nichts an Kraft verlieren. Ein ungewöhnliches Riff hier, eine holprige Bridge dort - dennoch unterstreicht das Album die beständige Qualität und den kompromisslosen, gnadenlosen Stil von CASKET, der sich keinem Hype oder Trend beugt. Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. The Will To Comply 02. Highest Thrones 03. Mirrors 04. Seeds Of Desolation 05. Hammer, Knife, Spade 06. Skull Bunker 07. Necrowaves 08. Mainstream Mutilation 09. Fundamental Rot 10. Strangulation Culture 11. Graveyard Stomper | Band Website: casketdeath.bandcamp.com Medium: CD, LP, MC Spieldauer: 44:34 Minuten VÖ: 23.01.2026 |
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Seit über 35 Jahren sind CASKET eine verlässliche Größe im klassischen Death Metal -wenn auch eher im Verborgenen. 1990 im schwäbischen Reutlingen als Quartett gegründet, veröffentlichte die Band zwischen 1992 und 1996 mehrere Demos, bevor 1998 mit "Under The Surface" das Debütalbum erschien. Seither melden sich CASKET in unregelmäßigen Abständen mit Demos, EPs oder Alben zurück. Abgesehen von der Reduzierung auf ein Trio im Jahr 2007 hat sich an ihrem grundsätzlichen Kurs kaum etwas geändert. Eine so lange Bandgeschichte ist selbst im Metal eine Ausnahme, doch noch beeindruckender ist, dass CASKET all die Jahre fest im Underground verwurzelt blieben, live selten präsent waren und dennoch unbeirrbar ihrem ureigenen Death Metal-Sound treu geblieben sind. Nach kurzen Ausflügen in gothic- und symphonische Elemente auf "Unearthed" (2017) kehrt das aktuelle Werk konsequent zu den Wurzeln zurück. Auf elf Tracks und fast 45 Minuten entfaltet "In The Long Run We Are All Dead" eine gnadenlose Flut aus roher Härte und düsterer Intensität. Der Sound ist kompromisslos, direkt und von einer unbarmherzigen Brutalität geprägt - genau das, was Liebhaber des klassischen Old School Death Metal lieben. Dieses Album ist ein eindrucksvolles Zeugnis einer Band, die über Jahrzehnte hinweg ihrer Vision treu geblieben ist und den puren Death Metal-Geist unverfälscht weiterträgt.
