Jack Harlon & The Dead Crows - Inexorable Opposites | |
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| Review von Damage Case vom 04.02.2026 (985 mal gelesen) | |
Das Quartett JACK HARLON & THE DEAD CROWS ist hierzulande noch relativ unbekannt, was offen gesagt eine Schande ist. Die Band, in der niemand spielt, der Jack Harlon heißt, spielt Psychedelic Rock an der Grenze zu Grunge. Der Namensgeber der Band ist ein fiktiver Science-Fiction-Western-Charakter und gleichzeitig Titelheld der Songtexte. Ich habe die Band durch ihre Cover-Version von SOUNDGARDENs 'Kickstand' auf dem Album "Superunknown Redux" (2023) kennengelernt - und war schwer beeindruckt. Was die Jungs aus der ursprünglichen eineinhalbminütigen Punk-Eruption gemacht haben, ist der pure Düster-Lava-Wahnsinn. Ein weiteres Album voll mit durch den eigenen Bandsoundfleischwolf gedrehten Songs erschien unter dem Namen "Hail To The Underground" im selben Jahr. 2026 erscheint nun das dritte Album mit Eigenkompositionen namens "Inexorable Opposites". Die Promo-Info des Labels versucht aus den Jungs Quasi-Cowboys zu machen, was bei Australiern zutreffen oder falsch sein kann - ich war noch nie Down Under, um die reale Western-Credibility vor Ort zu testen. Auf Cowboyhüte stehen einige der Bandmitglieder jedenfalls. Auffällig ist, dass nach dem Cover-Album, auf dem vorrangig flottere Titel von GOD, MELVINS, den BUTTHOLE SURFERS und anderen aufgespielt werden, auch auf dem neuen Werk mehr Geschwindigkeit Einzug hält. Auch wenn der Opener 'Moss' wie das Werk eines in 1993 hängen gebliebenem, komplett verstrahlten Dave Wyndorf klingt (was ausdrücklich ein Kompliment sein soll!), rocken Songs wie 'Venomous', 'Junior Fiction' oder 'Seer' so rasant, wie man diese Band bislang noch nicht in eigenen Songs gehört hat. Sänger Tim Coutts-Smith klingt zwar bei egal welcher Geschwindigkeit, als stünde ihm der Nebel im Kopf bis zur Stirn, doch diese Dope-Attitüde passt unfassbar gut zur dunklen Stimmung dieser Musik. Fazit: Wer seinen Rock am liebsten mit Pilzgeruch, Wüstenbrise und Seattlegeschmack genießt, ist bei JACK HARLON & THE DEAD CROWS im Allgemeinen und ihrem neuen Werk "Inexorable Opposites" exakt an der richtigen Adresse. Besser kann man diese Melange nicht anrühren. Frühes Jahreshighlight für alle, die gerne fuzzige MONSTER MAGNET mit staubtrockenen KYUSS und tonnenschweren SOUNDGARDEN verschmolzen wissen wollen. Anspieltipps: Komisch, "Inexorable Opposites" wirkt zunächst in sich kompakt und ein wenig verschlossen - wie auch übrigens seine Vorgänger. Wer erst einmal über die ersten beiden zugänglichen Songs 'Moss' und 'Venomous' Zutritt gefunden hat, wird auch den anderen sechs Titeln verfallen. Alle anderen wissen, wo die Tür ist. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Moss 02. Venomous 03. Mt. Macedon 04. Dave Is Done 05. Junior Fiction 06. Seer 07. On The Overwhelm 08. To Die | Band Website: https://jackharlon-dawsonthedeadcrows.bandcamp.com Medium: CD, digital Spieldauer: 43:30 Minuten VÖ: 06.02.2026 |
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Das Quartett JACK HARLON & THE DEAD CROWS ist hierzulande noch relativ unbekannt, was offen gesagt eine Schande ist. Die Band, in der niemand spielt, der Jack Harlon heißt, spielt Psychedelic Rock an der Grenze zu Grunge. Der Namensgeber der Band ist ein fiktiver Science-Fiction-Western-Charakter und gleichzeitig Titelheld der Songtexte. Ich habe die Band durch ihre Cover-Version von SOUNDGARDENs 'Kickstand' auf dem Album "Superunknown Redux" (2023) kennengelernt - und war schwer beeindruckt. Was die Jungs aus der ursprünglichen eineinhalbminütigen Punk-Eruption gemacht haben, ist der pure Düster-Lava-Wahnsinn. Ein weiteres Album voll mit durch den eigenen Bandsoundfleischwolf gedrehten Songs erschien unter dem Namen "Hail To The Underground" im selben Jahr. 2026 erscheint nun das dritte Album mit Eigenkompositionen namens "Inexorable Opposites". Die Promo-Info des Labels versucht aus den Jungs Quasi-Cowboys zu machen, was bei Australiern zutreffen oder falsch sein kann - ich war noch nie Down Under, um die reale Western-Credibility vor Ort zu testen. Auf Cowboyhüte stehen einige der Bandmitglieder jedenfalls. Auffällig ist, dass nach dem Cover-Album, auf dem vorrangig flottere Titel von GOD, MELVINS, den BUTTHOLE SURFERS und anderen aufgespielt werden, auch auf dem neuen Werk mehr Geschwindigkeit Einzug hält. Auch wenn der Opener 'Moss' wie das Werk eines in 1993 hängen gebliebenem, komplett verstrahlten Dave Wyndorf klingt (was ausdrücklich ein Kompliment sein soll!), rocken Songs wie 'Venomous', 'Junior Fiction' oder 'Seer' so rasant, wie man diese Band bislang noch nicht in eigenen Songs gehört hat. Sänger Tim Coutts-Smith klingt zwar bei egal welcher Geschwindigkeit, als stünde ihm der Nebel im Kopf bis zur Stirn, doch diese Dope-Attitüde passt unfassbar gut zur dunklen Stimmung dieser Musik.
