Warped Cross - Dreaming Machine

Review von derkleinekolibri vom 08.01.2026 (382 mal gelesen)
Warped Cross - Dreaming Machine Aus dem sächsischen Urschleim krochen vor 18 Jahren fünf dunkel-düstere Figuren, die sich in der Motorradstadt Zschopau zur Formation WARPED CROSS vereinigten. Anfangs war alles nur ein Studioprojekt der ex-SUBVERSION-Mitglieder Mike Mehner (Gesang) und Michael Saarschmidt (Gitarre). Schnell entschloss man sich, zusammen mit Oliver Müller (Bass, ebenfalls ex-SUBVERSION), Lennart Hans (Gitarre) und André Schulze (Schlagzeug), die schaurig-schöne Musik live zu performen.

Nach einer ersten Single im Jahre 2010 veröffentlichte man 2016 das erste Album "Abbot Of Unreason" bei Daredevil Records. 2020 wechselte man zu Black Sunset mit dem Album "Rumbling Chapel". Nun, im Jahre 2025 - genauer gesagt am 12. Dezember 2025 - war wieder Daredevil Records verantwortlich für das aktuelle Album "Dreaming Machine".

Schon sind wir beim Thema, denn "Dreaming Machine" hat mittlerweile etliche Runden gedreht und sich in den Windungen des Gehirns manifestiert. Auch das Coverartwork bleibt hängen, obwohl es "nur" eine gezeichnete Front eines Autos zeigt. Auffallend ist auch, dass der Kaufpreis für die Compact Disc sehr human ist. Digital wird man auf Wunsch ebenfalls bedient.

Für sein Geld bekommt man ein dunkel-düsteres Produkt, welches bestens in die augenblicklich beklemmende Zeit passt. Bereits mit dem ersten Stück 'Devilman' geht es tief hinab in die emotionale Düsternis heutigen Lebens. Dem Titel gerecht werdend, dringt der Gesang teuflisch - wie aus der Hölle stammend - an die Ohren. Die klangliche Nähe zu früheren BLACK SABBATH-Stücken stört nicht die Bohne, ganz im Gegenteil. Die sechs anderen Songs sind da schon weitaus eigenständiger, aber ebenso wundervoll düster, doomig und sie beeinflussen die Psyche mit ausladenden Riffs, einem in tiefste Tiefen wabernden Bass und schaurig-schönem Schlagzeugspiel. "Unausgeschlafener" Gesang prägt 'Nothing At All' und lässt Verachtung durchklingen, so wie man es derzeit von einigen Staatsoberhäuptern gewohnt ist. Das macht das Stück so richtig schön bitterböse. Ein echtes Doom-Monster wabert uns dann in Form von 'Flat Earth Rocker' entgegen, so schleppend langsam es sich ausbreitet, so werden auch einige Worte in die Länge gezogen und geben dem Song eine seelische Tiefe vom Feinsten. Eine Hörempfehlung muss unbedingt für 'Fairy Dust' ausgesprochen werden, es ist das metallischste Stück von allen, durchsetzt von fetten Riffs und einem kaum mehr zu übertreffenden Tiefgang. Nach diesem Highlight verabschieden sich die fünf Jungs mit 'Children Of Hell' (wie passend) mit markigen Riffs, ballernden Drums und einem Hauch von Punk-Einschlägen.

Die Truppe verzichtete bewusst auf moderne Verfahren wie Drum Trigger, Drum Replacer und Vocal Pitch Correction. Das erhoffte Ziel, möglichst authentisch und roh zu klingen, haben sie erreicht. Für das nächste Album wünscht man sich aber dennoch etwas: zwei, drei Titel mehr ...

WARPED CROSS entziehen meinem Körper mit ihrer "Dreaming Machine" achteinhalb fette Blutstropfen.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Devilman
02. Year Of The Toad
03. Nonegods
04. Nothing At All
05. Flat Earth Rocker
06. Fairy Dust
07. Children Of Hell
Band Website:
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 29:29 Minuten
VÖ: 12.12.2025

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