J.B.O. - House Of The Rising Fun | |
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| Review von Stormrider vom 09.01.2026 (204 mal gelesen) | |
In der Presse kommen J.B.O. ja schon seit vielen Jahren meistens nicht mehr besonders gut weg und werden regelmäßig anständig verrissen. Das stört die Franken aber herzlich wenig und sie veröffentlichen in steter Regelmäßigkeit neue Alben, die ihrem bewährten Muster folgen. Man nehme bekannte Melodien aus Funk und Fernsehen, packe ein paar verzerrte Gitarren darauf und krame dann in der lyrisch-verbalen Klamaukkiste. Alternativ nimmt man sich Metalklassiker zur Brust, verfränkelt sie und setzt auch ihnen den Blödsinn als Krone auf. Mit der Zeit wurden auch vermehrt Eigenkompositionen eingestreut, die sich bisweilen sogar sehr gut machen und stand alone als Comedy Metal gar nicht schlecht sind. Machen wir uns nix vor. Wer in Deutschland Metal hört, kennt J.B.O., und das Konzept scheint ja auch nach 30 Jahren noch gut zu funktionieren. Denn wenn man auf Konzerten die Kutten anschaut, dann sieht man doch verdächtig oft einen rosafarbenen Patch und die Touren sind auch in diesen Tagen immer gut bis sehr gut besucht.Ich gestehe indes, dass ich das Quartett eine ganze Weile aus den Augen verloren hatte. Ich war von "Explizite Lyrik" bis zu "Meister Der Musik" großer Fan des Spektakels, ab "Sex Sex Sex" hatte es sich für mich irgendwie abgenutzt. Umso gespannter war ich folglich, als ich "Haus Of The Rising Fun" erstmals laufen ließ. Und siehe da, es funktioniert vom Fleck weg erschreckend gut. Nicht, dass auf dem Album irgendwas anders wäre als auf den mir bekannten Alben oder den oben beschriebenen Inhalten. Klar, die Musiker sind reifer, die Produktion aktueller, aber ansonsten? Der geneigte Hörer der Rosa Armee-Fraktion bekommt wirklich exakt das, was er sich wünscht. Vito und Hannes teilen sich die Vocals, und man muss beiden durchaus Wiedererkennungswert attestieren, was bei vielen Kollegen ja nicht unbedingt der Fall ist, Es werden seichte Popnummern vermetalt und die Witze sind mal mehr und mal weniger flach. Selbstverständlich ist auch so mancher Reim gewohntermaßen ein Reim-Dich-oder-ich-fress-Dich-Spektakel geworden. Irgendwie fällt es gar nicht so leicht über "Haus Of The Rising Fun" viel zu schreiben, weil es so offensichtlich ist. Egal ob es nun 'Theo Wir Fahrn Nach Lodz', 'I Kissed A Girl' (in Englisch belassen, aber eben von einem Mann gesungen), der namensgebende Titeltrack, 'Voyage Voyage' oder auch 'Ka-Ching' ist. Da gibt es meistens kein: "Geht so, kannste mal laufen lassen". Entweder man kann mit diesem Humor umgehen oder man hasst es einfach bis auf den Knochen runter. Was mir auffällt, aber vielleicht auch einfach der Tatsache geschuldet ist, dass seit damals so viel Zeit vergangen ist, ich finde es nicht mehr durchgehend gut. Während die ersten drei Alben immer am Stück durchliefen, gibt es auf diesem Album ein paar Kandidaten, die ich skippen muss. Welche das sind, ist so sehr meinem subjektiven Humorempfinden geschuldet, dass ich es mal nicht benenne. Das Fazit ist das, was man seit nunmehr 30 Jahren wohl unter jede J.B.O.-Veröffentlichung schreiben kann. Wer es mag, wird es lieben, wer es hasst, wird es hassen. Aber eines kann man J.B.O. eben nicht vorwerfen, dass sie sich jemals verbogen haben. Sie sind und bleiben was sie sind - und das ist doch weit mehr als so manche "seriöse" Metalkapelle von sich behaupten kann. Dafür haben sie meinen Hut und ich find es gut, dass ich mich nach so langer Zeit mal wieder an ein Album von den fränkischen Blödelbarden gewagt habe. Give it a try! Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Ma Ma Ma Metal 02. Haus Of The Rising Fun 03. Vito, Wir Machen Krach 04. I Kissed A Girl 05. Stinkefinger 06. Ka-Fump! 07. Power Sucht Wolf 08. Nur Für Euch 09. Weißt Schon, Was Ich Meine 10. Bussi 11. Ein Sehr Gutes Lied 12. Woke On The Smater 13. Mein Arsch | Band Website: www.jbo.de Medium: CD, digital Spieldauer: 44:00 Minuten VÖ: 09.01.2026 |
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In der Presse kommen J.B.O. ja schon seit vielen Jahren meistens nicht mehr besonders gut weg und werden regelmäßig anständig verrissen. Das stört die Franken aber herzlich wenig und sie veröffentlichen in steter Regelmäßigkeit neue Alben, die ihrem bewährten Muster folgen. Man nehme bekannte Melodien aus Funk und Fernsehen, packe ein paar verzerrte Gitarren darauf und krame dann in der lyrisch-verbalen Klamaukkiste. Alternativ nimmt man sich Metalklassiker zur Brust, verfränkelt sie und setzt auch ihnen den Blödsinn als Krone auf. Mit der Zeit wurden auch vermehrt Eigenkompositionen eingestreut, die sich bisweilen sogar sehr gut machen und stand alone als Comedy Metal gar nicht schlecht sind. Machen wir uns nix vor. Wer in Deutschland Metal hört, kennt J.B.O., und das Konzept scheint ja auch nach 30 Jahren noch gut zu funktionieren. Denn wenn man auf Konzerten die Kutten anschaut, dann sieht man doch verdächtig oft einen rosafarbenen Patch und die Touren sind auch in diesen Tagen immer gut bis sehr gut besucht.

