Wildhunt - Aletheia

Review von derkleinekolibri vom 01.01.2026 (323 mal gelesen)
Wildhunt - Aletheia Die Keimzelle von WILDHUNT ist das beschauliche Örtchen Villach in Kärnten. Mittlerweile liegt ihr Schaffensmittelpunkt allerdings in der österreichischen Hauptstadt Wien. Seit 15 Jahren sind die Österreicher aktiv, haben 2016 ihr viel beachtetes Debütalbum "Descending" herausgebracht und stehen nun mit ihrem Zweitwerk "Aletheia" am 2. Januar 2026 in den Startlöchern. Am 13. Februar 2026 wird es eine Release-Party zusammen mit DIAMOND FALCON und KÜENRING in der Arena Wien geben.

Die Schwermetaller fallen nicht mit der offenen Tür ins Haus. Der Opener 'Touching The Ground' braucht stattliche zwei Minuten, bis die erste Aggressivität des Stücks spürbar wird. Die instrumentale Darbietung weckt das Verlangen nach mehr. Diesem Wunschdenken kommen sie geschwind nach: 'The Holy Pale' lässt den epischen Charakter der Songs schon mal durchscheinen. Viele überraschende Momente lassen keine Langeweile aufkommen. Dazu zählt auch die Stimme des Sängers Wolfgang Elwitschger, die wie ein Fanal plötzlich im Raume steht, während er mit seiner weiteren Tätigkeit als Gitarrist beschäftigt ist. Julian Malkmus, ebenfalls Gitarrist, trägt ein gehöriges Maß dazu bei, dass man sich wie in einem riffgetränkten Raum befindet, der äußerst vielseitig gestaltet wird. Geschwindigkeitswechsel, lanciert vom am Schlagzeug sitzenden Lukas Lobnig, gelingen hervorragend und tragen zur Spritzigkeit des zweiten, fast sieben Minuten langen Songs bei. Bassist Robbie Nöbauer glänzt 160 Sekunden nach dem bedächtigen Beginn von 'Made Man' und trägt einen gehörigen Teil dazu bei, dass sich diese gut achteinhalb Minuten zum Höhepunkt des 46 Minuten und 25 Sekunden langen Albums entwickeln. Die Vielschichtigkeit dessen, was die vier Jungs hier zum Besten geben, zieht sich durch die komplette Spielzeit von "Aletheia". Zieht man sich den siebeneinhalbminütigen Titelsong rein, fühlt man sich beim Gitarrenspiel an einen Südseestrand voller weiblicher, sich im Takt bewegender Schönheiten versetzt - sanftmütiger kann man wohl kaum mit Gitarrenhälsen umgehen. Nach der Hälfte des Songs wird aus 'Aletheia' ein schwungvolles Riffmonster, das einen unweigerlich in seinen Bann zieht. Das pompöse Endstück 'Sole Voyage' will einfach nicht zu Ende gehen, ist es doch mehr als 11 Minuten lang und zeigt noch einmal sämtliche Finessen der Musiker, die sie hier wie in einem wild gewordenen Orkan mit dem typischen ruhenden Auge im Zentrum in faszinierende Klanglandschaften umgesetzt haben. Ist schließlich der letzte Ton verklungen, zieht man Bilanz und muss zugeben, dass das musikalische Gebräu nichts mit dem 08/15-Metal vieler anderer Bands gemein hat. Ein innerlicher Tusch und tosender Beifall sind nun angesagt.

Die vielen kleinen Feinheiten des zweiten WILDHUNT-Albums kommen erst so richtig zur Geltung, wenn man nichts dagegen hat, sich die Haare zu verwuscheln und Kopfhörer aufsetzt - dann stört man auch keinesfalls die metalresistenten Nachbarn.

Hoffentlich lassen uns WILDHUNT nicht wieder zehn Jahre aufs nächste Album warten ...

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Touching The Ground
02. The Holy Pale
03. Made Man
04. Kanashibari
05. In Frozen Dreams
06. Aletheia
07. Sole Voyage
Band Website: www.wildhunt.at
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 46:25 Minuten
VÖ: 02.01.2026

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