Dream Theater - Quarantième: Live à Paris | |
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| Review von Rockmaster vom 28.11.2025 (325 mal gelesen) | |
DREAM THEATER, die Meister der musikalischen Schachtelsätze und der gepflegten Überlänge werden 40! Zwar wird gemeinhin 1988 als das Jahr angegeben, in dem DREAM THEATER unter diesem Namen das Licht der Welt erblickten, aber die 40 Jahre stimmen insoweit, dass die Herren John Myung, Mike Portnoy, John Petrucci, Kevin Moore und Charlie Dominici (der auch auf DREAM THEATERs Erstling "When Dream And Day Unite" am Mikro stand) seit 1985 als MAJESTY ein erstes Demo und eine Single aufnahmen. Vermutlich gehen die meisten Fans der Band damit d'accord, jenen Erstling als Frühwerk der Band zu charakterisieren. Mit dem neuen Sänger James LaBrie und dem zweiten Album "Images And Words" indes legte die Band gleich einen Meilenstein des Progressive Metals hin, und mit der dritten Veröffentlichung ihres Oevres "Awake" legten sie die Messlatte erneut auf ein exzeptionelles Niveau. Letzteres Album war Anhängern von "Images And Words" teils zu düster und zu kalt, andersherum liebten viele Fans genau diese düstere Note sowie die Härte von Titeln wie 'The Mirror' und 'Lie' oder den ikonischen Rhythmus des Openers '6:00'. Der Weggang Kevin Moores nach "Awake" war ein harter Schlag für alle Fans, war doch sein Keyboardspiel ein tragender Bestandteil der Musik. Der Nachfolger "Falling Into Infinity" mit Derek Sherinian an den Tasten konnte nicht restlos überzeugen, und mit Jordan Rudess hatte die Band anschließend einen Nachfolger verpflichtet, dessen Spiel noch technisch versierter ist, und der die Musik noch verspielter - um nicht zu sagen "verfrickelter" - gemacht hat. Ungeachtet der Bedeutung von "Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory" hatte ein Teil der Fans nicht mehr die gleiche Begeisterung wie in den ersten Jahren. Viele treue Fans jedoch bescheren DREAM THEATER nach Jahrzehnten noch immer ausverkaufte Venues, wie die Pariser Adidas Arena am 23.11.2024. Von dieser Show liegen nun das Live-Album und die Live-Blu-ray "Quarantième: Live À Paris" in diversen Formaten, Ausstattungen und Preisklassen vor. Fans an die Front, es gilt, sich zwischen zwei Box-Sets mit je drei CDs plus Blu-rays (mit und ohne Fotobuch) und einer Vinyl-Variante mit vier LPs zu entscheiden.Die Setlist von "Quarantième: Live À Paris" kann sich echt sehen lassen. Drei CDs umspannen die gesamte Schaffenszeit der Band und von vielen Alben sind Titel vertreten. Die Widmung als "Jubiläumstour" erlaubt es den Jungs, etwas tiefer in die Grabbelkiste der Bandgeschichte zu greifen und den Schwerpunkt weniger auf die aktuelle Scheibe "Parasomnia" zu legen. Mit 'Metropolis Pt. 1' von "Images And Words" wird klassisch eröffnet, es folgen 'Overture 1928' und die starke Nummer 'Strange Deja Vu' von "Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory". Beide Alben sind mit drei beziehungsweise vier Titeln in der Setlist vertreten, was die Bedeutung für die Band hervorherbt, während "Awake" nur mit dem Fanliebling 'The Mirror' repräsentiert ist. Die teils härtere Nummer 'As I Am' und das Instrumental 'Stream Of Conciousness' von "Train Of Thoughts" dürfen ebensowenig fehlen wie das verspielte bis verbastelte 'Octavarium', mit dem die ersten zwei Jahrzehnte der Bandgeschichte abgerundet werden. Die restliche Spieldauer widmet sich den folgenden zwei Jahrzehnten (bis 'Night Terror' von "Parasomnia", im Verhältnis darf man aber konstatieren, dass vorwiegend die "gute alte Zeit" abgefeiert wird. Der Klassiker 'Pull Me Under' darf zum Abschluss der Show natürlich nicht fehlen. Die circa 9000 Fans danken es, auch wenn der Audiomix den Fokus klar auf die Musik legt. Wer DREAM THEATER jemals live gesehen hat, weiß, dass die Band auch bei ihren Bühnenperformances Wert auf technische Präzision legt, und die vorliegende Jubiläums-Live-Packung bestätigt das eindrucksvoll. Sound und Mix sind für Live-Verhältnisse perfekt, technische Fehler unterlaufen den Jungs so gut wie keine (ein einziges Mal, glaube ich, verhaspelt sich Jordan bei 'The Mirror' - wenn man es nicht als "Neuinterpretation" auslegen will). James erreicht zwar nicht mehr die stimmlichen Ausnahmeleistungen einiger früher Titel, aber fast drei Stunden live mit einer kurzen Pause in der Mitte des Sets - und, na ja, einigen Instrumentals - muss ihm mal ein Jungspund nachmachen. Mike, dem einige Fans seinen Weggang 2010 übel genommen haben, ist zurück und prägt die Titel erneut mit seinem markanten Spiel an der Ballerbude, als wäre er nie weg gewesen. Jordan und John feuern ihre genialen Soli raus, und die Band präsentiert sich tight wie eh und je. Etwas mehr Live-Ambiente würde ich mir wünschen. James erwähnt in seinen Ansagen das Bandjubiläum und die Aufnahmen, spätestens hier hätte man die Publikumsreaktionen etwas hervorheben dürfen. Ansonsten ist "Quarantième: Live À Paris" ein repräsentatives Werk und eine der besten Live-Scheiben der Band. Hier sind alte Fans, neue Fans, treue Fans und werdende Fans von DREAM THEATER hervorragend bedient. Und, wie bereits erwähnt, gibt es für jeden das passende Box-Set. Auch die digitale Online-Generation wird mit Streaming und Downloads bedient, aber dieses Exemplar Musikgeschichte darf man gut und gerne ins heimische Musikregal stellen. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Metropolis Pt. 1 (10:15) 02. Overture 1928 (3:25) 03. Strange Deja Vu (5:09) 04. The Mirror (8:41) 05. Panic Attack (8:02) 06. Barstool Warrior (6:37) 07. Hollow Years (14:16) 08. Constant Motion (6:59) 09. As I Am (7:42) 10. Orchestral Overture (4:05) 11. Night Terror (9:48) 12. Under A Glass Moon (7:36) 13. This Is The Life (7:01) 14. Vacant (3:28) 15. Stream Of Consciousness (10:41) 16. Octavarium (24:17) 17. Home (13:36) 18. The Spirit Carries On (6:51) 19. Pull Me Under (8:35) | Band Website: www.dreamtheater.net Medium: CD + BluRay Spieldauer: 167:04 Minuten VÖ: 28.11.2025 |
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DREAM THEATER, die Meister der musikalischen Schachtelsätze und der gepflegten Überlänge werden 40! Zwar wird gemeinhin 1988 als das Jahr angegeben, in dem DREAM THEATER unter diesem Namen das Licht der Welt erblickten, aber die 40 Jahre stimmen insoweit, dass die Herren John Myung, Mike Portnoy, John Petrucci, Kevin Moore und Charlie Dominici (der auch auf DREAM THEATERs Erstling "When Dream And Day Unite" am Mikro stand) seit 1985 als MAJESTY ein erstes Demo und eine Single aufnahmen. Vermutlich gehen die meisten Fans der Band damit d'accord, jenen Erstling als Frühwerk der Band zu charakterisieren. Mit dem neuen Sänger James LaBrie und dem zweiten Album "Images And Words" indes legte die Band gleich einen Meilenstein des Progressive Metals hin, und mit der dritten Veröffentlichung ihres Oevres "Awake" legten sie die Messlatte erneut auf ein exzeptionelles Niveau. Letzteres Album war Anhängern von "Images And Words" teils zu düster und zu kalt, andersherum liebten viele Fans genau diese düstere Note sowie die Härte von Titeln wie 'The Mirror' und 'Lie' oder den ikonischen Rhythmus des Openers '6:00'. Der Weggang Kevin Moores nach "Awake" war ein harter Schlag für alle Fans, war doch sein Keyboardspiel ein tragender Bestandteil der Musik. Der Nachfolger "Falling Into Infinity" mit Derek Sherinian an den Tasten konnte nicht restlos überzeugen, und mit Jordan Rudess hatte die Band anschließend einen Nachfolger verpflichtet, dessen Spiel noch technisch versierter ist, und der die Musik noch verspielter - um nicht zu sagen "verfrickelter" - gemacht hat. Ungeachtet der Bedeutung von "Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory" hatte ein Teil der Fans nicht mehr die gleiche Begeisterung wie in den ersten Jahren. Viele treue Fans jedoch bescheren DREAM THEATER nach Jahrzehnten noch immer ausverkaufte Venues, wie die Pariser Adidas Arena am 23.11.2024. Von dieser Show liegen nun das Live-Album und die Live-Blu-ray "Quarantième: Live À Paris" in diversen Formaten, Ausstattungen und Preisklassen vor. Fans an die Front, es gilt, sich zwischen zwei Box-Sets mit je drei CDs plus Blu-rays (mit und ohne Fotobuch) und einer Vinyl-Variante mit vier LPs zu entscheiden.

