Void Of Sleep - The Abyss Into Which We All Have To Stare | |
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| Review von derkleinekolibri vom 16.11.2025 (427 mal gelesen) | |
"Our new album is the soundtrack to the decline of a narcissistic, self-covered society that has lost all respect for itself and for the world around it." Dieses Zitat zum aktuellen vierten Album "The Abyss Into Which We All Have To Stare" stammt von der italienischen Formation VOID OF SLEEP, welches man seit dem 17. Oktober 2025 als CD oder Doppel-LP bei gut sortierten Händlern käuflich erwerben kann. Selbstverständlich steht auch eine digitale Variante zur Verfügung. Das Coverartwork wird dem Titel des Albums gerecht, zeigt es doch tatsächlich so etwas wie den Abgrund, in den wir alle derzeit immer häufiger blicken müssen.Die Südeuropäer haben hier etwas geschaffen, das uns unsere beklemmende Situation in einer Welt mit stetig steigender Anzahl Narzissten vorführt. Progressive Sludge, so könnte man die Musik in kurzen Worten zusammenfassen. Es steckt aber weitaus mehr in ihr, lauscht man intensiv den düsteren Klängen und zerlegt sie in ihre Einzelteile: Post Metal, Progressive Metal, Psychedelic Rock, Sludge Metal und Stoner. Der den Bass spielende Andrea drückt allen Songs seinen ureigenen Stempel auf. Nicht er folgt und unterstützt mit dem Bass die anderen Instrumente, sondern er gibt ihnen auf fantastische Art und Weise die Richtung vor und das hebt das Klangerlebnis auf ein überdurchschnittliches Niveau. Das 90-sekündige Intro 'Dark Gift' lässt bereits erahnen, was den Hörer noch so alles erwartet. Die Wellen, die sanften Synthieklänge und einige verhaltene Riffs spiegeln uns einen wolkenverhangenen, dunklen Himmel vor. 'Omens From Nothingness' zieht uns gedanklich herunter, Burdos Gesang wechselt zwischen cleanen Parts und einem (Fast-)Growling. Schon erlebt man die ersten schwermütigen Phasen des fast 52 Minuten langen Albums. 'Misfortune Teller' wird von variierenden Riffs getragen, denen am Ende ein Crescendo des Sängers folgt - großartig. Dem mit starkem Bass- und Gitarrenspiel ebenfalls düster abgestimmten 'Lullaby Of Woe' folgt das Stück 'From An Unborn Mother', welches alle sechs anderen überragt, ja, fast in den Schatten stellt. Allo, der Drummer, hat hier seine allerbesten Momente. Zusammen mit Burdos und Gales Gitarrenspiel, Andreas Basslinien und Momos Synthieklängen baut sich hier ein wilder Song auf, dem der in sich gekehrte Gesang sehr viel Emotionalität verleiht. Man fühlt sich wie inmitten einer Gesellschaft voller geisterhafter Wesen, die eigentlich darbende Menschen sind. 'Phantoms Of Nihil' ist das brutalste Lied des Albums, es reicht an die Intensität von RAGE AGAINST THE MACHINEs 'Killing In The Name' heran und einige Rap Metal-Elemente lassen sich nicht verleugnen. Ob es Absicht ist, dass der Schlusssong 'Of A Demon In My View' so viel Traurigkeit ausstrahlt, bevor er ganz fett ein Ende findet, weiß ich nicht - es liegt eventuell an meiner seelischen Verfassung, die solche Gefühle zuhauf kennt und sie dennoch immer wieder zulässt. Den fünf Italienern ist das beste Album ihrer bisher 15 Jahre dauernden Karriere gelungen. Die Vielschichtigkeit jedes einzelnen Songs ist eine Bereicherung für die (dunkel-düstere) Musikwelt. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Dark Gift 02. Omens From Nothingness 03. Misfortune Teller 04. Lullaby Of Woe 05. From An Unborn Mother 06. Phantoms Of Nihil 07. Of A Demon In My View | Band Website: Medium: CD, LP, Digital Spieldauer: 51:36 Minuten VÖ: 17.10.2025 |
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"Our new album is the soundtrack to the decline of a narcissistic, self-covered society that has lost all respect for itself and for the world around it." Dieses Zitat zum aktuellen vierten Album "The Abyss Into Which We All Have To Stare" stammt von der italienischen Formation VOID OF SLEEP, welches man seit dem 17. Oktober 2025 als CD oder Doppel-LP bei gut sortierten Händlern käuflich erwerben kann. Selbstverständlich steht auch eine digitale Variante zur Verfügung. Das Coverartwork wird dem Titel des Albums gerecht, zeigt es doch tatsächlich so etwas wie den Abgrund, in den wir alle derzeit immer häufiger blicken müssen.

