Cranial - Structures | |
|---|---|
| Review von Baterista vom 15.11.2025 (409 mal gelesen) | |
'CRANIAL sind wieder da!' – so oder ähnlich dachte ich freudig, als ich vernahm, dass es ein neues Album der Band aus Würzburg geben wird. Hatte mich doch das Vorgängeralbum "Alternate Endings" schon begeistert und danach das Schicksal der Band, speziell ihres im letzten Jahr verstorbenen Drummers und Freunds, gleichzeitig sehr berührt.Also musste ich natürlich sofort nach der neuen Veröffentlichung namens "Structures" greifen. Es sind zwar nur vier Songs, aber sie bringen es dennoch auf eine knappe Dreiviertelstunde Spielzeit. Und das ist definitiv eine Dreiviertelstunde, die uns in eine Welt aus Verzweiflung, Wut, Verlust, Trauer und Düsternis mitnimmt. Doch immer wieder durchziehen wunderschöne, melancholische Melodien diese Schwere und beschwören eine Art Schönheit im Schmerz herauf. Ich würde sagen, der Stil der Band hat noch mehr Post im Metal und gleichzeitig Doom und Sludge dazugewonnen. Tonnenschwer und rau rollt der Sound aus den Boxen - oder besser gesagt: aus den Kopfhörern - und untermalt die gesamte musikalische Landschaft dieses Albums. Eine Landschaft, die ich visuell irgendwo zwischen ausgedörrten Ebenen und ausgestorbenen Städten verorten würde, über denen jedoch trotzdem malerisch die Sonne auf- und untergeht. Nicht immer gelingt es der Band jedoch, den Spannungsbogen zu halten. Speziell beim Opener 'Guidelines' hatte ich zunächst ein Fragezeichen über dem Kopf. Der Wechsel nach zweieinhalb Minuten - von einem krass aggressiv-brachialen und zugleich unendlich doomigen Anfang in den Folgepart - wirkt unvollständig. Beide Teile sind stark, aber sehr unterschiedlich, und mir persönlich fehlt ein verbindendes Element; sei es nur ein Drumfill oder ein deutlicherer Stopp. Vielleicht soll das so sein, aber für mich fühlt es sich so an, als ginge die Energie des Anfangs dadurch verloren, anstatt angemessen in den ruhigeren Part transportiert zu werden. 'Structures' als titelgebender Song gefällt mir insgesamt zwar am besten, doch an sich stehen alle vier Stücke gleichwertig nebeneinander. Fazit: CRANIAL lassen uns mit ihrem neuen Album fühlen, dass man Finsternis und wütende Verzweiflung eindringlich vertonen kann - und dass man irgendwann, mit ein paar Narben mehr, aber gewachsen, daraus hervorgehen kann. Definitiv weder leichte Kost noch sofort zugänglich, aber es lohnt sich, sich darauf ein- und davon mitnehmen zu lassen. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
| |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Guidelines 02. Structures 03. Into The Abyss 04. The Beauty In Aggression | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 44 Minuten VÖ: 02.10.2025 |
Alle Artikel
'CRANIAL sind wieder da!' – so oder ähnlich dachte ich freudig, als ich vernahm, dass es ein neues Album der Band aus Würzburg geben wird. Hatte mich doch das Vorgängeralbum "Alternate Endings" schon begeistert und danach das Schicksal der Band, speziell ihres im letzten Jahr verstorbenen Drummers und Freunds, gleichzeitig sehr berührt.

