Nils Patrik Johansson - War And Peace | |
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| Review von Stormrider vom 13.11.2025 (277 mal gelesen) | |
NILS PATRIK JOHANSSON hat wohl eine der prägnantesten Stimmen im Power Metal-Zirkus, und mit dieser hat er in der Vergangenheit mit ASTRAL DOORS, CIVIL WAR und unter eigenem Banner stets solides bis hervorragendes Bangerfutter abgeliefert. Also war die Vorfreude auf das nun erschienene dritte Soloalbum, "War And Peace", durchaus groß. Eröffnet wird das Album, das alleine schon wegen seinem Titel und dem Coverartwork (KI grüßt leider etwas zu deutlich hier) an CIVIL WAR erinnert, mit dem Instrumental 'Himalaya'. Sehr episch, fast schon Soundtrack-like, aber irgendwie im Kontext des Albums doch nicht greifbar. Was will uns der Track sagen? Denn er ist recht weit weg von dem, was danach kommt. 'Gustav Vasa' ist dann eine Nummer, wie sie nicht typischer aus dem Fundus des Schweden kommen könnte. Drückt direkt gut nach vorne und weiß durch ihr Riffing zu gefallen. Aber hier fällt mir schon das erste Mal etwas auf, was sich durch das ganze Album zieht: Die Stimme wirkt etwas gepresst, nicht sauber, und leicht quakend. Das wird nicht jedem Headbanger gefallen. Muss es aber auch nicht. Das folgende 'Stay Behind' entpuppt sich bei mehrmaligem Hören des Drehers als das Albumhighlight. Eine stampfende Midtempohymne, deren Refrain dich tagelang verfolgt. So muss das. Was hingegen nicht hätte sein müssen, das ist das Outro in Form der US-Hymne 'Star Spangled Banner'. Ja, es passt thematisch und es wird auch an anderer Stelle noch mit landestypischen Referenzen bezogen auf die lyrische Thematik gearbeitet ('Kalinka' wird in 'Barbarossa' eingebunden), dennoch muss ich sagen, hat sich mir beim ersten Hör kurz das Nackenhaar hochgestellt. Was aber natürlich eher der weltpolitischen Lage zuzurechnen ist. Ähnlich eindringlich ist dann nur noch der 'Hungarian Dance', der ebenfalls Hitqualitäten aufweist, und 'Prodigal Son'. Daneben gibt es hauptsächlich exakt das, was man erwartet, sehr solides Material, sauber eingespielt von Fredrik Johansson (Nils Patriks Sohn) und dem guten alten Bekannten Lars Chriss. Leider ohne sich exaltiert in qualitativ höchste Höhen zu schwingen. Eine druckvolle Produktion und viel Kriegsthematik. Aber das dürfte bei dem Titel wohl nicht wundern. Wenn ein Album nur sieben echte Tracks hat, dann fällt es natürlich schnell ins Gewicht, wenn nicht alles Kracher sind. In Summe bleibt "War And Peace" ein solides Metalalbum, das Fans von NILS PATRIK JOHANSSON oder einer seiner anderen Bands bestimmt gefallen wird, aber nicht zur Speerspitze seines Schaffens gehört. Hier hat er in der Vergangenheit schon Alben in die Regale gewuchtet, die in Gänze mehr gezündet haben.
Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Himalaya 02. Gustav Vasa 03. Prodigal Son 04. Stay Behind 05. Barbarossa 06. Hungarian Dance 07. The Great Wall Of China 08. Two Shots In Sarajevo | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 40:39 Minuten VÖ: 10.10.2025 |
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NILS PATRIK JOHANSSON hat wohl eine der prägnantesten Stimmen im Power Metal-Zirkus, und mit dieser hat er in der Vergangenheit mit ASTRAL DOORS, CIVIL WAR und unter eigenem Banner stets solides bis hervorragendes Bangerfutter abgeliefert. Also war die Vorfreude auf das nun erschienene dritte Soloalbum, "War And Peace", durchaus groß. Eröffnet wird das Album, das alleine schon wegen seinem Titel und dem Coverartwork (KI grüßt leider etwas zu deutlich hier) an CIVIL WAR erinnert, mit dem Instrumental 'Himalaya'. Sehr episch, fast schon Soundtrack-like, aber irgendwie im Kontext des Albums doch nicht greifbar. Was will uns der Track sagen? Denn er ist recht weit weg von dem, was danach kommt. 'Gustav Vasa' ist dann eine Nummer, wie sie nicht typischer aus dem Fundus des Schweden kommen könnte. Drückt direkt gut nach vorne und weiß durch ihr Riffing zu gefallen. Aber hier fällt mir schon das erste Mal etwas auf, was sich durch das ganze Album zieht: Die Stimme wirkt etwas gepresst, nicht sauber, und leicht quakend. Das wird nicht jedem Headbanger gefallen. Muss es aber auch nicht. Das folgende 'Stay Behind' entpuppt sich bei mehrmaligem Hören des Drehers als das Albumhighlight. Eine stampfende Midtempohymne, deren Refrain dich tagelang verfolgt. So muss das. Was hingegen nicht hätte sein müssen, das ist das Outro in Form der US-Hymne 'Star Spangled Banner'. Ja, es passt thematisch und es wird auch an anderer Stelle noch mit landestypischen Referenzen bezogen auf die lyrische Thematik gearbeitet ('Kalinka' wird in 'Barbarossa' eingebunden), dennoch muss ich sagen, hat sich mir beim ersten Hör kurz das Nackenhaar hochgestellt. Was aber natürlich eher der weltpolitischen Lage zuzurechnen ist. Ähnlich eindringlich ist dann nur noch der 'Hungarian Dance', der ebenfalls Hitqualitäten aufweist, und 'Prodigal Son'. Daneben gibt es hauptsächlich exakt das, was man erwartet, sehr solides Material, sauber eingespielt von Fredrik Johansson (Nils Patriks Sohn) und dem guten alten Bekannten Lars Chriss. Leider ohne sich exaltiert in qualitativ höchste Höhen zu schwingen. Eine druckvolle Produktion und viel Kriegsthematik. Aber das dürfte bei dem Titel wohl nicht wundern. Wenn ein Album nur sieben echte Tracks hat, dann fällt es natürlich schnell ins Gewicht, wenn nicht alles Kracher sind. In Summe bleibt "War And Peace" ein solides Metalalbum, das Fans von NILS PATRIK JOHANSSON oder einer seiner anderen Bands bestimmt gefallen wird, aber nicht zur Speerspitze seines Schaffens gehört. Hier hat er in der Vergangenheit schon Alben in die Regale gewuchtet, die in Gänze mehr gezündet haben.

