Sakna - De Syv Dødssynder

Review von Froosti vom 06.11.2025 (360 mal gelesen)
Sakna - De Syv Dødssynder Manchmal finden Alben ihren Weg an die Öffentlichkeit über die verworrensten Wege. Manche davon sind skurril und manche leider tieftraurig. Das Debütalbum von SAKNA ist zugleich die letzte Veröffentlichung des Solo-Projektes aus Kanada. Solemn war der Kopf hinter SAKNA und begann bereits im Alter von 14 Jahren an den Songs zu arbeiten. Leider verstarb er 2011 im Alter von nur 18 Jahren. Sein Bruder hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Vermächtnis in eine Form zu gießen und nach der langen Zeit zu veröffentlichen. Dass sich die Reise lohnen wird, kann ich euch schon verraten. Was dieser talentierte, junge Künstler erschaffen hat, lässt viele andere Bands alt aussehen.

"De Syv Dødssynder" ist kein einfaches Black Metal-Album geworden, wie man es jeden Tag entdecken kann. In wenigen Worten lässt sich der Stil der Band als eine Mischung aus Black Metal, Dark Ambient, Doom und Neo-Folk beschreiben. Das sind alles Genres, die bereits mehr oder weniger stark mit dem Black Metal vermischt worden sind. Allerdings ist mir keine Gruppe bekannt, die all diese Bereiche in einer einzigen Platte verbinden konnte. Betrachtet man zudem die Spielzeit von rund 65 Minuten, lässt sich bereits erahnen, dass das Album zu einem durchaus stattlichen Brocken heranwächst. Ich rate euch daher, die kalte Jahreszeit zu nutzen, euch gemütlich ins Dunkle zu setzen und die Platte ungestört am Stück zu genießen.

Die beiden Tracks 'Begynnelse - Sti' und 'Berceuse Astrale' bilden als Intro/Outro den Rahmen des Werkes. Wobei man eigentlich kaum von einem Intro/Outro sprechen kann, da es sich hierbei nicht um Einspieler handelt, die etwas vor sich hin klimpern, um Atmosphäre zu erzeugen. Wir bekommen zwei vollständige Tracks, die tief im Dark Ambient versunken sind und mit einer Prise Black Metal und Doom gewürzt sind. Wabernde Keyboards und das beständige, düstere Dröhnen machen den Anfang, bevor sich schwer schleppend das Schlagzeug erhebt und Solemns Gesang weit im Hintergrund verhallt. Dazu gesellen sich dann im Vordergrund noch wunderschöne, verträumte Gitarrenleads, die wir noch häufiger auf der Platte hören werden. Fans des Ambient Black Metals mit Lo-Fi-Sound werden hier ihre wahre Freude daran haben. Das abschließende 'Berceuse Astrale' beginnt ähnlich, aber entwickelt sich eher zu einer lupenreinen, instrumentalen Dungeon Synth-Nummer. Aufgrund der Geschichte des Albums wirkt die düstere Atmosphäre noch intensiver auf mich und ich bin von der ersten Sekunde an gefesselt.

Zwischen diesen beiden Songs brennen SAKNA ein Feuerwerk des atmosphärischen Black Metals ab. 'Del I - Helvete' ist ein kräftiger Tritt in den Hintern und könnte genauso gut auf einem Kultalbum aus dem Jahr 1996 zu finden sein. Das Gekeife rückt etwas in den Vordergrund und trieft nur so voller Gift und Galle. Genau so mag ich mein Geschrei - roh, aggressiv und rotzig ins Gesicht. Um das auf Dauer nicht langweilig erscheinen zu lassen, mischt das Solo-Projekt immer wieder Klargesang ein, welcher aber nur dezent den Sound der Band erweitert und nicht den Black Metal "verwässert". Auch hier begegnen uns wieder die dominanten, melodischen Gitarrenleads, die im Mix über allem liegen. An manchen Stellen würde ich mir wünschen, dass die Leads etwas weiter im Hintergrund liegen würden, da der Gesang darunter etwas leidet. Auch beim Aufbau des Songs zeigt der Künstler deutlich, wie durchdacht die Musik von SAKNA ist. Wir beginnen mit klassischer Raserei und werden unterbrochen von einem ruhigen Part samt akustischen Gitarren, einer Orgel und einem Akkordeon?! Danach wird wieder ordentlich nach vorn gestürmt bis der Song im Höhepunkt ein Solo auf der Gitarre abliefert und entspannt ausklingt. So viel Abwechslung bieten viele Black Metal-Bands in ihrer gesamten Diskografie nicht an.

Ebenso großartig entwickelt sich der weitere Verlauf von "De Syv Dødssynder". 'Del II - Skjaersilden' ist ein Meisterwerk des ambienten Black Metal. Besonders der Wechsel zwischen dem dominanten Gekeife im Vordergrund und dem verhallten Geschrei im Lo-Fi-Gewand, der pfeifende Wind zu Beginn und das Ausklingen mit dem Klavier treffen genau in mein schwarzes Herz. Im Titel 'Del III - Himmel' werden die Gitarren auf die Spitze getrieben und der restliche Anteil vollends in den Hintergrund gestellt. Dadurch entwickelt sich ein Song von epischem Ausmaß, der nicht ganz so düster wirkt, wie der Rest. 'Evighet' schwankt zwischen ambienter Eleganz und düsterem Neo-Folk hin und her und bildet einen angenehmen Ruhepunkt in der Mitte der Platte. Das WINDIR-Cover 'Sóknardalr' vom gleichnamigen 1997er Debüt passt hervorragend zum Sound von SAKNA und fügt sich problemlos hinein.

"De Syv Dødssynder" ist ein großartiges Album geworden. Was Bandkopf Solemn in seinen jungen Jahren erreicht hat, übersteigt die Leistung vieler Bands bei Weitem. Die Mischung aus Black Metal, Dark Ambient, Doom und Neo-Folk ist hervorragend umgesetzt. Er verwebt die einzelnen Elemente zu einer vor Atmosphäre strotzenden Reise, die in nur wenigen Punkten Abstriche hat. Es ist schön, dass die Platte nach dieser langen Zeit das Licht der Welt noch erblicken durfte, auch wenn es die einzige Veröffentlichung bleiben wird. Fans von Bands wie PAYSAGE D'HIVER, WINDIR oder WOLVES IN THE THRONE ROOM können hier ohne Bedenken zugreifen.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Begynnelse - Sti
02. Del I - Helvete
03. Del II - Skjaersilden
04. Del III - Himmel
05. Evighet
06. Alltid
07. Sóknardalr (WINDIR-Cover)
08. Berceuse Astrale
Band Website: instagram.com/saknaeternus
Medium: CD, DLP
Spieldauer: 65:42 Minuten
VÖ: 31.10.2025

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten