Fold - Golden Void | |
|---|---|
| Review von Damage Case vom 14.11.2025 (324 mal gelesen) | |
"FOLD ist mehr als eine Band – es ist das Wiederaufleben einer Haltung". So steht es im Promo-Sheet geschrieben. Bei der genannten Haltung, beziehungsweise Musik, handelt es sich um Grunge. Beim Anblick des gelungenen(!) Covers des zweiten Bandalbums "Golden Void" mag es den meisten ohnehin bereits gedämmert haben. Die Skyline Seattles wurde nicht umsonst ausgewählt, auch weil man ob des Albumtitels ("Goldene Leere") und der verwendeten Farbgebung schnell ähnliche Assoziationen zu wohliger Tristesse und schlecht ausgeleuchteten Hinterhofclubs bei herbstlichem Regen ziehen kann, wie dereinst der eine oder andere Flanellhemdträger zwischen Puge Sound und Lake Washington. Was beim Hören der ersten Songs bereits auffällt, ist der warme Sound, der den Hörer umschmeichelt und abholt. Hier gibt es definitiv weder TAD, NIRVANA, Garagensound noch Sub-Pop-Krach. Das hier ist meist gemächlich vorgetragener Grunge, der von den Originalbands am ehesten noch mit den SCREAMING TREES vergleichbar wäre. Auch, weil die von Sänger Stephan Alt erzeugte Stimmung ein wenig an Mark Lanegan und Scott Weiland erinnert - wenn sein gefühlvolles Organ auch wenig variabel bleibt und speziell bei schnelleren oder härteren Passagen hörbar an ihre Grenzen gerät ('Chemistreleon', 'Sky Valley'). Am ehesten erinnern FOLD noch an Neo-Grunger wie frühe CREED, balladeske STAIND oder die verkannten REDBELLY. Bemerkenswerterweise erscheint das Album digital und als LP - aber nicht als CD, dem Medienformat der 1990er.Fazit: FOLD halten eine Fackel hoch, wie auch der Hinweis "Keep Grunge Music Alive" auf dem Backcover belegt. Und das machen sie für ihre Möglichkeiten als Hobbyband absolut astrein. Für Grunge-Überlebende wie mich, die diesem Sound seit den frühen Neunzigern unheilbar verfallen sind, bietet "Golden Void" herbstlich-wohlige Noten, die in Vergangenheit schwelgen lassen, ohne stets die Originalalben auflegen zu müssen. Hätten FOLD ein Album in der Musikgeschichte geschrieben haben können, wäre es möglicherweise der Gänsehaut im Dutzend erzeugende Jahrhundertklassiker "Temple Of The Dog" gewesen. Aber ich bin auch nie Profikicker beim 1. FC Nürnberg geworden. That's life. Anspieltipps: 'Echolight', 'Who You Are' oder 'Leaves Of Ash' hätten Anfang der 1990er auf MTV gute Rotation erhalten und FOLD mit Sicherheit beste Verkäufe und einen gut dotierten Major Label-Vertrag beschert. Heuer sind sie zumindest noch ohrenschmeichelnde Beispiele, wie man den Spirit des Grunge in neue Noten überträgt, ohne die Vorbilder zu sehr zu kopieren. Gesamtwertung: 7.0 Punkte
| |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Golden Void 02. Echolight 03. Who You Are 04. Chemistreleon 05. Fleeting Trust 06. Dust 07. Leaves Of Ash 08. Sky Valley 09. Fractured Lies 10. Different Days | Band Website: www.fold-band.com Medium: LP & Digital Spieldauer: 36:13 Minuten VÖ: 14.11.2025 |
Alle Artikel
"FOLD ist mehr als eine Band – es ist das Wiederaufleben einer Haltung". So steht es im Promo-Sheet geschrieben. Bei der genannten Haltung, beziehungsweise Musik, handelt es sich um Grunge. Beim Anblick des gelungenen(!) Covers des zweiten Bandalbums "Golden Void" mag es den meisten ohnehin bereits gedämmert haben. Die Skyline Seattles wurde nicht umsonst ausgewählt, auch weil man ob des Albumtitels ("Goldene Leere") und der verwendeten Farbgebung schnell ähnliche Assoziationen zu wohliger Tristesse und schlecht ausgeleuchteten Hinterhofclubs bei herbstlichem Regen ziehen kann, wie dereinst der eine oder andere Flanellhemdträger zwischen Puge Sound und Lake Washington. Was beim Hören der ersten Songs bereits auffällt, ist der warme Sound, der den Hörer umschmeichelt und abholt. Hier gibt es definitiv weder TAD, NIRVANA, Garagensound noch Sub-Pop-Krach. Das hier ist meist gemächlich vorgetragener Grunge, der von den Originalbands am ehesten noch mit den SCREAMING TREES vergleichbar wäre. Auch, weil die von Sänger Stephan Alt erzeugte Stimmung ein wenig an Mark Lanegan und Scott Weiland erinnert - wenn sein gefühlvolles Organ auch wenig variabel bleibt und speziell bei schnelleren oder härteren Passagen hörbar an ihre Grenzen gerät ('Chemistreleon', 'Sky Valley'). Am ehesten erinnern FOLD noch an Neo-Grunger wie frühe CREED, balladeske STAIND oder die verkannten REDBELLY. Bemerkenswerterweise erscheint das Album digital und als LP - aber nicht als CD, dem Medienformat der 1990er.

