Passenger - Move Time (Reissue) | |
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| Review von Stormrider vom 04.09.2025 (2125 mal gelesen) | |
Dass Neudi ein Szeneoriginal mit einem der wohl berüchtigtsten Rock- und Metal-Archive in Deutschland ist, das ist mehr ein offenes denn ein gut gehütetes Geheimnis. Dass er sich hier immer wieder alte und vergessene Alben heraussucht und diese einer späten (Wieder-) Veröffentlichung zuführt, ist ebenfalls bekannt. Manches davon darf man als Liebhaberei abtun, anderes hingegen ist eine durchaus berechtigte Re-Issue. "Move Time" der Schwaben von PASSENGER liegt meiner Einschätzung nach irgendwo dazwischen. Das Album wurde originär 1981 veröffentlicht und atmet entsprechend noch viel 70er-Luft. Allerdings kann man auch schon leichte 80er-AOR-Anflüge heraushören, wie sie ein paar Jahre später bei TOTO oder FOREIGNER zu hören waren. Dass man nicht ganz die Stadionreife der genannten Bands erreicht, nun ja, das haben eben nur die ganz, ganz Großen hinbekommen. Wobei man sagen muss, dass die beiden genannten doch ein wenig rockiger zu Werke gingen und als Referenz eher deren etwas seichtere Sachen gelten könn(t)en. Und auch wenn PASSENGER einiges richtig gemacht haben damals, und schon der Opener 'Li Susanne' mit locker-flockigen Gitarren aufwartet, so richtig aus den Adult-Oriented-Rock-Socken haut es mich am Ende nicht. Vieles ist ein wenig zu luftig gehalten. Zumindest dann, wenn man es unter dem (hard-)rockigen Banner betrachtet. Nur, dass es aus Neudis Archiv kommt, macht es am Ende dann doch noch nicht zum Metal oder Bleeding4Metal-relevant. Insbesondere dann, wenn die Band oder das Projekt, so genau weiß man das heute nicht mehr, die spätere Esoterikschiene von Peter Garattoni und seiner Herzensdame ein ums andere Mal vorwegnimmt. Dazu ist auch der Funkanteil in den Gitarren vergleichsweise hoch und geht einfach nicht an mich. Hört hier zum Beispiel exemplarisch in 'I Don't Cry No More' rein. Was man solchen Alben aber immer wieder zugutehalten kann, das ist, dass sie zeigen, wie warm der Sound früher gewesen ist. Dieses wohlige Gefühl einer analogen Aufnahme, wenngleich hier natürlich digitalisiert, das hört man heute viel zu selten. Ob man sich nun diesen recht seichten, aber immer gut gespielten AOR ins Regal stellen möchte. Ich kann recht gut ohne ihn leben. Der eine oder andere Liebhaber kauziger Re-Issues wird aber bestimmt Gefallen daran finden.
- ohne Wertung - | |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Li Susanne 02. See In My Reflection 03. Just In This Night 04. Turning In My Life 05. I Don't Cry No More 06. I Wanna Be Crazy 07. Turn Up To The Light 08. Listen To The Radio 09. Move Time | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 35:59 Minuten VÖ: 25.07.2025 |
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Dass Neudi ein Szeneoriginal mit einem der wohl berüchtigtsten Rock- und Metal-Archive in Deutschland ist, das ist mehr ein offenes denn ein gut gehütetes Geheimnis. Dass er sich hier immer wieder alte und vergessene Alben heraussucht und diese einer späten (Wieder-) Veröffentlichung zuführt, ist ebenfalls bekannt. Manches davon darf man als Liebhaberei abtun, anderes hingegen ist eine durchaus berechtigte Re-Issue. "Move Time" der Schwaben von PASSENGER liegt meiner Einschätzung nach irgendwo dazwischen. Das Album wurde originär 1981 veröffentlicht und atmet entsprechend noch viel 70er-Luft. Allerdings kann man auch schon leichte 80er-AOR-Anflüge heraushören, wie sie ein paar Jahre später bei TOTO oder FOREIGNER zu hören waren. Dass man nicht ganz die Stadionreife der genannten Bands erreicht, nun ja, das haben eben nur die ganz, ganz Großen hinbekommen. Wobei man sagen muss, dass die beiden genannten doch ein wenig rockiger zu Werke gingen und als Referenz eher deren etwas seichtere Sachen gelten könn(t)en. Und auch wenn PASSENGER einiges richtig gemacht haben damals, und schon der Opener 'Li Susanne' mit locker-flockigen Gitarren aufwartet, so richtig aus den Adult-Oriented-Rock-Socken haut es mich am Ende nicht. Vieles ist ein wenig zu luftig gehalten. Zumindest dann, wenn man es unter dem (hard-)rockigen Banner betrachtet. Nur, dass es aus Neudis Archiv kommt, macht es am Ende dann doch noch nicht zum Metal oder Bleeding4Metal-relevant. Insbesondere dann, wenn die Band oder das Projekt, so genau weiß man das heute nicht mehr, die spätere Esoterikschiene von Peter Garattoni und seiner Herzensdame ein ums andere Mal vorwegnimmt. Dazu ist auch der Funkanteil in den Gitarren vergleichsweise hoch und geht einfach nicht an mich. Hört hier zum Beispiel exemplarisch in 'I Don't Cry No More' rein. Was man solchen Alben aber immer wieder zugutehalten kann, das ist, dass sie zeigen, wie warm der Sound früher gewesen ist. Dieses wohlige Gefühl einer analogen Aufnahme, wenngleich hier natürlich digitalisiert, das hört man heute viel zu selten. Ob man sich nun diesen recht seichten, aber immer gut gespielten AOR ins Regal stellen möchte. Ich kann recht gut ohne ihn leben. Der eine oder andere Liebhaber kauziger Re-Issues wird aber bestimmt Gefallen daran finden.
