Path Of Redemption - Echoes From The Depths

Review von Chaosswampchicken vom 16.08.2025 (2248 mal gelesen)
Path Of Redemption - Echoes From The Depths PATH OF REDEMPTION aus Spanien ist wieder so eine Band, die ich vor dieser Review nicht kannte, aber genau das macht es so spannend für mich. Wenn man die Band oder den Musiker schon kennt, hat man ja schon so eine gewisse Vorstellung, wie der jeweilige Release klingen wird, und wenn man ganz unwissend herangeht an die Musik - eben nicht. Außerdem habe ich dann einen Grund mehr Recherche zu betreiben, und das mag ich sehr, wenn ich an einer Review arbeite. PATH OF REDEMPTION, 2024 von drei Veteranen der Underground-Metal-Szene ins Leben gerufen, vereint Map (OUIJA) an Gitarre und den Vocals, Fosc (LAFOSCA) an den Drums, Synths und Backing Vocals sowie Shogoth (ESTERTOR, OUIJA, ERED) an Bass und Gitarre. Gemeinsam haben sie eine düstere und intensive EP geschaffen - ein Sturm aus Klang und Schatten, der unaufhaltsam über euch hinwegfegen wird. Musikalisch verschreibt sich die Band einem Mix aus kraftvollem und melodischen Old School Black und Death Metal - roh, packend und von einer finsteren Anmut durchzogen. Wir beschäftigen uns nun mit ihrem neuesten Release: Die mit vier Tracks ausgestattete Debüt-EP "Echoes From The Depths" wurde im Juli 2025 über Northern Shadow veröffentlicht, und wir hören jetzt gemeinsam rein.

Aus der Tiefe geboren – die Debüt-Klänge von PATH OF REDEMPTION


Episch klingende, bedrohliche Synthesizer eröffnen 'Profane Darkness' und somit die EP, man spürt sofort, da steht uns etwas bevor. Diese unheilvollen Klänge dringen in dein Bewusstsein. Dieser erste Track ist voller kerniger Riffs, die von einem pulsierenden und lodernden Bass getragen werden, und einer Stimme, die wie aus einem offenen Grab emporsteigt - tief guttural und verrottet - die unerbittlichen Drums, die mit hektischem Basspedalspiel und unermüdlichem Schlag auf Toms und Becken jede Sekunde ausfüllen, sind da die Kirsche auf dem Ganzen. Der Beginn des Openers ist im Vergleich zu vielen Black Metal-Songs relativ traditionell, wechselt jedoch geschickt das Tempo und führt etwa zur Hälfte rasende Tremolo-Picking-Lines ein, die von schnellen, druckvollen und harschen Vocals untermalt werden. Anschließend setzen dann melodische Gitarrenparts ein, die sich absetzen und deutlich vernehmbar sind und den Song für einen Moment in eine andere, fast hymnische Richtung lenken. Stilistisch ist die Musik stark im schwedischen Black Metal-Sound der 90er verwurzelt, jedoch angereichert mit kraftvollen Death Metal-Elementen. Jedes Instrument wirkt präsent und druckvoll, was diesen Auftakt zu einem echten Highlight macht. Diese wunderbar intensive Atmosphäre hält die Band auch im zweiten Track 'Path Of Redemption' aufrecht. Schon nach wenigen Takten zieht erneut Dunkelheit ein. Das Schlagzeug beginnt in gemäßigtem Tempo, doch sobald die Intensität zunimmt wird klar, wie geschickt die Variationen eingesetzt werden. Die Riffs wirken böse, erzeugen zugleich Melancholie und ein unterschwelliges Unbehagen. Es klingt großartig - persönlich liebe ich es, wenn Musik nicht nur gehört, sondern gefühlt wird. Der Song 'Where Broken Spirits Lie' verbindet eine rohe Unbändigkeit mit einer dichten, fast greifbaren atmosphärischen Intensität. Schon in den ersten Sekunden spürt man, wie Bass und Rhythmussektion wie eine dunkle Strömung unter der Oberfläche wirken, dem Stück nicht nur eine enorme Tiefe, sondern auch eine gespenstische, schattenhafte Aura verleihen. Das Schlagzeug prescht in wechselnden Wellen nach vorn - mal donnernd und ungestüm, mal präzise und schneidend -, während der furchteinflößende Gesang wie ein finsteres Mantra über allem thront. Die Aggressivität des Tracks ist nicht bloß Lärm, sondern gezielte, brodelnde Energie, die sich stetig aufbaut. Es wirkt, als würde er von einem unstillbaren, lodernden Feuer genährt, das unaufhörlich weiterbrennt und alles in seiner Reichweite verschlingt. 'Horizon' schließt diese EP als stimmungsvolles Finale ab - ein reines Instrumentalstück, das sich wie ein letzter Blick in die Ferne anfühlt. Sanft, aber zugleich unheilvoll, setzen die mysteriösen Synthesizer-Klänge ein und öffnen den Raum für Gitarren, die in majestätischen Harmonien miteinander verschmelzen. Darunter entfaltet der Bass seine ganze Pracht - tief, resonant und tragend wie das Fundament einer längst vergessenen Kathedrale. Das Schlagzeug glänzt hier mit überwältigender Präzision und technischer Finesse, jede Note sitzt, jeder Akzent scheint wohlüberlegt, und doch bleibt das Spiel voller Energie. 'Horizon' wirkt wie ein Nachhall, der langsam im Dunkel verklingt, und lässt den Hörer mit einer Mischung aus Erfüllung und sehnsüchtiger Leere zurück.

Fazit


"Echoes From The Depth" zeigt PATH OF REDEMPTION von ihrer besten Seite: eine packende Mischung aus melodischem Old School Black und Death Metal, die sowohl Intensität als auch Atmosphäre mitbringt. Für Fans dieser Genres ist es absolut lohnenswert, sich durch die EP zu hören. Besonders 'Profane Darkness' und 'Where Broken Spirits Lie' stechen hervor - Tracks, die direkt ins Blut gehen und immer wieder Lust auf mehr machen. Mit dieser EP beweist die Band eindrucksvoll, dass sie die Kunst der düsteren, kraftvollen Musik beherrscht.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Profane Darkness
02. Path of Redemption
03. Where Broken Spirits Lie
04. Horizon
Band Website:
Medium: EP
Spieldauer: 18:38 Minuten
VÖ: 05.07.2025

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