Arcadea - The Exodus Of Gravity

Review von derkleinekolibri vom 22.08.2025 (1251 mal gelesen)
Arcadea - The Exodus Of Gravity Brann Dailor, Schlagzeuger von MASTODON, gründete zusammen mit Core Atoms, Gitarrist bei ZRUDA, und Gitarrist Raheem Amlani vor zehn Jahren die Progressive Synth Metal-Band ARCADEA. 2017 debütierten sie mit dem selbstbetitelten Album, welches durch das halluzinogene Coverartwork sofort ins Auge fiel. Nun, acht Jahre später, wird das zweite Album "The Exodus Of Gravity" am 22. August 2025 ins Rennen geschickt. Zur aktuellen Besetzung gehören Brann Dailor, Core Atoms und João Nogueira. Aufzuzählen, welchen Instrumenten sich die drei Amerikaner jeweils widmen, würde eine ellenlange Liste ergeben, die wir euch aber ersparen möchten.

Diese futuristische Synth-Rock-Odyssee führt uns in eine Welt, wie sie in fünf Milliarden Jahren sein wird: leblos, öd und unfruchtbar. Übriggeblieben sind lediglich funktionsunfähige Maschinenwesen und leblose einzellige Wesen - und das in einer Welt, deren Gravitation schwindet und bald nichts mehr auf dem Boden halten wird. Die Lyrics sind schwer verständlich. Wer in Fantasy- und Science-Fiction-Literatur bewandert ist, dem gelingt eher der Zugriff auf den Inhalt der Texte.

All das klingt im Vorfeld für mich als Freund von fantastischer Literatur sehr spannend und führt mich gedanklich in Richtung ELOY, PINK FLOYD und TANGERINE DREAM, halt mit einem metallischen Touch versehen. Doch alles kommt anders als erwartet: Von Anfang an wird man mit Synthesizer-Orgien überfrachtet, die alles andere in den Hintergrund drängen - bis auf den Gesang, der zwar vielseitig, teilweise aber nervenaufreibend aus den Lautsprechern tönt. Progressive Rock hat definitiv wundervolle Seiten, doch ARCADEA übertreiben den Einsatz von Synthesizern und allerhand anderem elektronischen Instrumentarium. Dailor erklärt, dass es ihm wichtig war, Groove und Dance in seine Musik zu integrieren, umarmt von dessen elektronischem Aspekt. Doch es ist einfach zu viel des Guten. Es fehlt nicht viel und man fühlt sich an ALPHAVILLE, CAMOUFLAGE und DEPECHE MODE erinnert, die ebenso elektronisch veranlagt waren, allerdings kommerzieller klangen.

Wahrlich rockig klingt nur das siebte Stück, 'Galactic Lighthouse'. Es zeichnet sich durch ein spektakuläres Keyboardsolo aus und wäre bestens für einen Drogen-/Mafia-Film als Titelmelodie geeignet. Nur noch ein weiterer der 12 Songs kann (mich) überzeugen: 'Silent Spores'. Sämtliche anderen Titel gleiten emotionslos an mir vorüber. Dabei habe ich es eine Woche lang versucht, ARCADEAs "The Exodus Of Gravity" mehr abzugewinnen.

Produktionstechnisch ist "The Exodus Of Gravity" fehlerfrei, das muss man anerkennen. Klanglich öffnet sich eine feine, sauber klingende Bühne.

Wer sich den Longplayer von ARCADEA zulegen möchte, hat die Qual der Wahl, denn es gibt verschiedene limitierte farbige Vinylvarianten, CDs, Cassetten und digitale Formate.

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Dark Star
02. Exodus Of Gravity
03. Fuzzy Planet
04. Lake Of Rust
05. Gilded Eye
06. 2 Shells
07. Galactic Lighthouse
08. Starry Messenger
09. Silent Spores
10. The Hand That Holds The Milky Way
11. Sparks
12. Planet Pounder
Band Website: www.facebook.com/arcadearocks/
Medium: CD, LP, MC, Dig
Spieldauer: 49:47 Minuten
VÖ: 22.08.2025

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten