Temor - My Sorrow's Rage

Review von ReviewRalle vom 30.07.2025 (1352 mal gelesen)
Temor - My Sorrow's Rage Die griechische Melodic Black/Death Metal-Band TEMOR wurde 2023 ins Leben gerufen und veröffentlichte am 06.03.2024 ihr Debütalbum "My Sorrow's Rage". Obwohl das Album schon weit über ein Jahr auf dem Markt ist, möchte ich dennoch darüber sprechen, denn die Band verdient mehr Aufmerksamkeit. TEMOR ist eine dieser Bands, auf die ich zufällig gestoßen bin, denn als ich beim Suchen neuer Musik über deren Lied 'Descending' gestolpert bin, musste ich einfach reinhören, denn der Songtitel weckte Erinnerungen aus meiner Teenagerzeit. Und tatsächlich, 'Descending' ist eine Neuaufnahme des ursprünglich 2008 veröffentlichten Melodic Death Metal-Brechers der Band DESCENDING, die seit 2011 leider nichts mehr veröffentlicht hat. Das Lied war damals wie heute einer meiner absoluten Lieblings-Melodic Death Metal-Songs, daher musste ich direkt auschecken, was TEMOR sonst noch so zu bieten haben und so bin ich eben auf das Debütalbum "My Sorrow's Rage" gestoßen. 'Descending' ist zwar kein Teil dieses Albums, hört euch den Song aber dennoch an, ist immer noch ein absolutes Meisterwerk, schade, dass er so unbekannt ist. Danke Theo (Gitarrist beider Bands), dass du den Song neu aufgenommen und ihm neues Leben eingehaucht hast!

So, jetzt aber zum Album "My Sorrow's Rage", denn das kann auch ohne 'Descending' einiges. Angefangen beim schönen Artwork, das die Schnittmenge aus Melodic Black und Melodic Death Metal bildlich gut darstellt. Denn das Sextett bedient beide Genres in einem guten Verhältnis und sollte somit Fans beider Lager glücklich machen. Die 11 Songs bringen es auf handelsübliche 43 Minuten Spielzeit und bis auf das atmosphärische, sehr stimmige und kurze Instrumental 'In Vivo Veritas' (welches mich an den Soundtrack von der Last Of Us-Serie erinnert) bewegen sich die Lieder alle zwischen drei und fünf Minuten.

Los geht der Höllenritt mit dem Eröffnungs-Duo 'Temor' und 'My Sorrow's Rage'. 'Temor' beginnt mit dem Halldorophone und baut eine düstere und bedrohliche Atmosphäre auf, die von einem heftigen Black Metal-Sturm gekonnt aufgenommen wird. Die Vocals sind wirklich fies und die Gitarren sowie das Schlagzeug leisten ebenfalls volle Arbeit. Aber auch das Halldorophone geht im Mix nicht unter und setzt im Hintergrund agierend stets die passenden Akzente, um diese bedrohliche Atmosphäre aufrechtzuhalten. Wem das Halldorophone nicht geläufig ist, hier eine ganz kurze Erklärung: Es handelt sich um ein elektroakustisches Streichinstrument, das einem Cello ähnelt, dabei wird jeder Saite eine eigene Steuerung zur Regulierung der Lautstärke zugeteilt und erzeugt damit einen wahrlich einzigartigen Klang. Mit 'My Sorrow's Rage' wird das Energielevel direkt gehalten, Verschnaufpausen gibt es auch in den Midtempo-Parts nicht, denn dafür ist der Groove-Faktor zu stark. Ansonsten wird hier nach bester Melodic Death-Manier gerifft, gekeift und gedonnert, aber eben mit diesem einzigartigen Halldorophone-Anstrich im Hintergrund.

Grundsätzlich könnte ich jetzt so weiter machen und jeden Song so loben, aber ich sage euch, gefällt euch das Eröffnungs-Duo, werdet ihr das ganze Album stark finden. Denn die beiden Songs könnte man als Blaupause für den TEMOR-Sound verwenden. Rasantes Tempo, gepaart mit ruhigen Akzenten, die verdammt viel Spannung erzeugen, sowie groovigen Elementen, wilden Soli, teuflischen Vocals und starken Riffs am Fließband. Wie gut alle Musiker hier zwischen Melodic Black und Death Metal selbst innerhalb der Songs wechseln, ist bemerkenswert. Das gilt auch für den Sänger, großes Kino. Auch die Produktion ist makellos, hier hat alles Hand und Fuß und jedem Instrument wird genug Raum geboten.

Ihr merkt es, ich bin begeistert und ich bin mir sicher, das werden einige von euch auch sein. Wenn ihr Fans beider Genres seid und ihr das Halldorophone spannend findet, führt kein Weg an dieser Band vorbei. Ich kann hier nur meinen imaginären Hut vor dieser Leistung ziehen, ein lückenloses und perfektes Album.

10/10

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Temor
02. My Sorrow's Rage
03. Damnation
04. Rampage Of Hate
05. Thorn Weaver
06. Hallow Ground
07. Black Vs White
08. Rotting Love
09. Night Bringing Chaos
10. In Vivo Veritas
11. Arcanic Vengeance
Band Website: https://temorofficial.com/en/
Medium: Digital
Spieldauer: 43:13 Minuten
VÖ: 06.03.2024

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