Bruce Dickinson - More Balls To Picasso

Review von Eddieson vom 23.07.2025 (1466 mal gelesen)
Bruce Dickinson - More Balls To Picasso Es muss so Mitte der Neunziger gewesen sein, als der Schreiber dieser Zeilen, der seinen Weg mit einem IRON MAIDEN-Shirt beschritt, von einem Typen angesprochen wurde, ob ich denn auch auf die Soloscheibe von Herrn Dickinson stehen würde. Und ja, kurz vorher erschien das Solo-Zweitwerk von besagtem Herrn Dickinson, der gerade offiziell bei IRON MAIDEN ausgestiegen ist, betitelt mit "Balls To Picasso". Mittlerweile ist er, wie wir alle wissen, wieder als Sänger von MAIDEN tätig, tourt um den ganzen Globus und veröffentlicht nebenbei sein Zweitwerk erneut, diesmal betitelt mit "More Balls To Picasso".

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Bruce nie so richtig zufrieden mit dem Album war. Es fehlte ihm immer ein bisschen, wurde seiner Vision des Albums nie gerecht und aus diesem Grund hat er sich "Balls To Picasso" nochmal vorgenommen und es so modifiziert, dass es seinem Anspruch endlich gerecht wird. Und das ist auf "More Balls To Picasso" deutlich zu hören. Allein durch das Remaster kommt das Album wesentlich druckvoller und klarer rüber. Dazu wurden hier und da noch mit Hilfe vom schwedischen Gitarristen Philip Naslund einige Gitarren-Parts neu aufgenommen und hinzugefügt, was den Songs wesentlich mehr Volumen und Frische verleiht. Nicht falsch verstehen, auch nach 31 Jahren ist das Album hervorragend gealtert, Songs, wie der Opener 'Cyclops', 'Laughing In The Hiding Bush', 'Sacred Cowboys' und der Gänsehautsong 'Tears Of The Dragon' sind einfach zeitlose Klassiker. Dickinson wäre aber nicht Dickinson, wenn er neben einem Remaster nicht noch mehr Arbeit in dieses Herzensprojekt stecken würde. So wurden zu 'Gods Of War' indigene Instrumente aus dem Amazonasgebiet eingefügt, die dem Song einen ganz anderen Touch geben, der für mich schwächste Song 'Shoot All The Clowns' wird durch ein paar Einsätze der Bläsersektion des Berklee College of Music aufgewertet und das ohnehin schon epische 'Tears Of The Dragon' wird durch ein paar Orchesterarrangements des Komponistenfreunds Antonio Teoli noch epischer.

Absolut positiv dabei hervorzuheben ist, dass sich all die neuen Arrangements nicht in den Vordergrund spielen. Sie setzen hier und da ein paar neue und gelungene Akzente, die die Songs aufwerten. Ob sie das nun für den geneigten Hörer nötig haben oder nicht, sei mal dahingestellt, fragt man Herrn Dickinson, dürfte die Antwort wohl klar sein, sonst hätte er sich nicht selbst darum gekümmert. Als kleinen Bonus gibt es dann noch jeweils eine live im Studio aufgenommene Version von 'Gods Of War' und 'Shoot All The Clowns', die man so bisher noch nicht gehört hat. Am Ende des Tages ist und bleibt "Balls To Picasso" oder auch "More Balls To Picasso" ein starkes Album, egal in welcher Version man es hört.



- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
01. Cyclops
02. Hell No
03. Gods Of War
04. 1000 Points Of Light
05. Laughing In The Hiding Bush
06. Change Of Heart
07. Shoot All The Clowns
08. Fire
09. Sacred Cowboys
10. Tears Of The Dragon
11. Gods Of War (Live In The Studio)
12. Shoot All The Clowns (Live In The Studio)
Band Website: www.screamforme.com/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 61:45 Minuten
VÖ: 25.07.2025

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