Sweet - Platinum Rare 2

Review von derkleinekolibri vom 23.07.2025 (1327 mal gelesen)
Sweet - Platinum Rare 2 Andy Scott, der letzte Überlebende von SWEET, öffnete 2022 seinen Fundus an versteckten, raren Musikstücken der "Süßen", die weitestgehend unbekannt sind, da es sich nicht um die normalen Originalversionen handelt. Nach "Platinum Rare 1" (2021) wurde also 2022 "Platinum Rare 2" vorgestellt und als Doppel-Vinyl für den damaligen Record Store Day herausgebracht. Am letzten Freitag des Sommermonats Juli 2025 wird man zum ersten Mal diese Auswahl auch als Doppel-CD in seinen Besitz bringen können.

Die ersten 18 Stücke wurden noch von der SWEET-Originalbesetzung Brian Connolly (Gesang), Andy Scott (Gitarre), Mick Tucker (Schlagzeug) und Steve Priest (Bass) eingespielt, die letzten neun Songversionen sind Interpretationen ausschließlich von Andy Scott.

Die Stärke dieses 91 Minuten und 17 Sekunden langen, auf zwei Tonträger verteilten Machwerks liegt eindeutig im Bereich jener Lieder, die noch von allen vier Jungs zu ihren Lebzeiten eingespielt wurden. Besonderes Augenmerk sollte man auf die sieben mit Rough Mix gekennzeichneten Songs richten. Allesamt zeigen das Potenzial der Band, welches ihr zu einem unbestrittenen oberen Platz in der Liga der harten Musik verhalf. Und ja, SWEET-Songs wurden auch gerne von anderen Formationen gecovert, die Jahre oder sogar erst Jahrzehnte später in die Weltklasse der Rockmusik aufstiegen.

Ein Song, der locker zehn Blutstropfen verdient hätte, ist 'Solid Gold Brass (Outtake)'. Was hier an filigraner Gitarren- und Bassarbeit geleistet wird, ist selbst für die vier Engländer außergewöhnlich. Andy und Steve spielen ihre Instrumente derart homogen zueinander passend, als wären sie zusammengewachsene Zwillinge mit nur einem Gehirn. So gut habe ich sie nie auf der Bühne erlebt, weder 1974 noch 2025, auch in den Jahren zwischendurch nicht.

Das, was Andy Scott für "Platinum Rare 2" einspielte, ist musikalisch teilweise wirklich hervorragend, aber was den Gesang betrifft, so enttäuschen die meisten Stücke. Warum zum Teufel ersetzt man gleich bei mehreren Titeln die Texte durch ein zwar klanglich stimmiges, aber vollkommen belangloses Lalala?

Abschließend sollte unbedingt erwähnt werden, dass SWEET mit 'Turn It Down (Rough Mix)' ein heißes Eisen im Rennen haben, dem es zu keiner Zeit an Energie und Härte fehlt. Mit diesem Ausnahmestück widerlegen sie auch das immer wieder aufkeimende Gerücht, SWEET könnten nur Bubblegum Rock und nichts weiter.

SWEET-Fans der ersten Stunde, die so wie ich heute Oldtimer sind, "benötigen" selbstverständlich auch "Platinum Rare 2" für die Vervollständigung der Sammlung. Ihr Youngtimer hingegen haltet euch besser an andere SWEET-Compilations, auf denen sämtliche Originalversionen der vielen bockstarken Hits zu finden sind. Und die Midager sind derzeit in der glücklichen Lage, sowohl ... als auch ... mitzunehmen. Macht schnell, bevor euch die Rente ausbremst.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
CD 1:
01. SWEET - Action (Rough Mix)
02. SWEET - Idenity Crisis (Outtake)
03. SWEET - Oh Yeah (Band Demo)
04. SWEET - Lies in Your Eyes (Rough Mix)
05. SWEET - Own Up (Instrumental)
06. SWEET - Strange Girl (Band Demo)
07. SWEET - Soild Gold Brass (Outtake)
08. SWEET - Too Much Talking (Instrumental)
09. SWEET - Cover Girl (Rough Mix)
10. SWEET - Need A Lot Of Lovin (Rough Mix)
11. SWEET - Lady Of The Lake (Rough Mix)
12. SWEET - Are You Coming To See Me (Band Demo)

CD 2:
13. SWEET - Fever Of Love (Rough Mix)
14. SWEET - Breakdown (Outtake)
15. SWEET - At Midnight (Instrumental)
16. SWEET - Turn It Down (Rough Mix)
17. SWEET - Tall Girls (Rough Mix)
18. SWEET - Hey Mama (Rough Mix)
19. ANDY SCOTT - Fox On The Run
20. ANDY SCOTT - Love Is The Cure
21. ANDY SCOTT - Where D'Ya Go
22. ANDY SCOTT - Make Up Your Mind
23. ANDY SCOTT - Eye Games
24. ANDY SCOTT - Californa Nights
25. ANDY SCOTT - Lettres D'Amour
26. ANDY SCOTT - Silverbird
27. ANDY SCOTT - Stairway To The Stars
Band Website:
Medium: 2 CDs, 2 LPs
Spieldauer: 91:17 Minuten
VÖ: 25.07.2025

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