Diabolisches Werk - Against All Gods | |
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| Review von Opa Steve vom 24.06.2025 (7684 mal gelesen) | |
Beim Bandnamen DIABOLISCHES WERK kam mir zuerst die Frage, ob es sich vielleicht um eine Band aus Übersee handelt, die sich einfach einen coolen deutschen Namen zugelegt hat. Nein, es ist tatsächlich einfacher: Die Norddeutschen, die sich zur Hälfte aus ENDSTILLE/DYSANGELIUM/KOMMANDO-Musikern zusammensetzen, haben ihren zweiten Fulltime-Longplayer herausgebracht. Mir sagte die Band bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts. Den Stil könnte man aber als bodenständigen Extreme Metal mit Tendenzen zum Death Metal bezeichnen. Das Material klingt alles andere als technisch, eher schmutzig und wild. Doch obwohl es die Band mit diesem Sound vermeidet, in die Ecke filigraner Extremkunst gesteckt zu werden, wird man bei genauem Hinhören einiger dennoch vorhandener Feinheiten gewahr. Zwar wird oft gern nach vorn geholzt, aber immer wieder bauen die Gitarren überraschende Läufe und interessante Figuren ein, die jetzt auch nicht unbedingt in die Underground-Rumpelecke gehören. Ein paar schwarzmetallische Melodien sind ebenfalls erhalten, andere bizarr-kranke Riffs erinnern fern an MORBID ANGEL in einer ganz frühen Demo-Phase. Lediglich der etwas verschwurbelte Opener 'Non-Prophet' fällt hier aufgrund seiner Art etwas aus dem Raster, denn zu diesem Zeitpunkt bekommt man aufgrund der (zwar fiesen, aber dennoch) geruhsamen mehrstimmigen Harmonien noch keine Vorahnung davon, dass gleich hier die Steinzeitkeule kreist. Die Schmutzigkeit, die sich die Band auferlegt, wird durch die Pseudonyme "Pissmark", "Smellhammer" und "Knochenmark" lautmalerisch perfekt unterstrichen. Auch ein bisschen Gewürge und Gekotze darf im Rausschmeißer 'Disgust Til Last' nicht fehlen. Lediglich Bassistin "Krüger" scheint mit ihrem nahezu bürgerlichen Pseudonym etwas Abstand zu den männlichen Bandkollegen einzuhalten. Was halte ich nun davon? Für Extreme Metal sind die Songs tatsächlich ein wenig zu stumpf und technisch zu standardisiert. Richtig sportliche Leistungen gibt es hier nicht zu bewundern, vor allem die Drums treiben das Material recht gleichförmig voran. Die Gitarrenarbeit ist da schon ambitionierter, aber im Prinzip dreht sich hier wirklich alles um die gewünschte Hässlichkeit. Der Sound ist primitiv und rau, alles knallt sehr unvermittelt aus den Boxen, ohne dass man sich drei Tage Zeit für die passende Mikroposition am Amp oder die Wahl eines Reampings gelassen hätte. Für Fans, die es besonders erdig und auf eine bösartige Weise wild mögen, kann man "Against All Odds" durchaus empfehlen. - ohne Wertung - | |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Non-Prophet 02. Soul Liberator 03. Panic 04. Apostasy 05. Total Haram 06. Cancel Vulture 07. Satanic Stomp 08. Against All Odds 09. I Don't Belive 10. World Hate Organization 11. Disgust Til Last | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 43:32 Minuten VÖ: 06.06.2025 |
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Beim Bandnamen DIABOLISCHES WERK kam mir zuerst die Frage, ob es sich vielleicht um eine Band aus Übersee handelt, die sich einfach einen coolen deutschen Namen zugelegt hat. Nein, es ist tatsächlich einfacher: Die Norddeutschen, die sich zur Hälfte aus ENDSTILLE/DYSANGELIUM/KOMMANDO-Musikern zusammensetzen, haben ihren zweiten Fulltime-Longplayer herausgebracht. Mir sagte die Band bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts. Den Stil könnte man aber als bodenständigen Extreme Metal mit Tendenzen zum Death Metal bezeichnen. Das Material klingt alles andere als technisch, eher schmutzig und wild. Doch obwohl es die Band mit diesem Sound vermeidet, in die Ecke filigraner Extremkunst gesteckt zu werden, wird man bei genauem Hinhören einiger dennoch vorhandener Feinheiten gewahr. Zwar wird oft gern nach vorn geholzt, aber immer wieder bauen die Gitarren überraschende Läufe und interessante Figuren ein, die jetzt auch nicht unbedingt in die Underground-Rumpelecke gehören. Ein paar schwarzmetallische Melodien sind ebenfalls erhalten, andere bizarr-kranke Riffs erinnern fern an MORBID ANGEL in einer ganz frühen Demo-Phase. Lediglich der etwas verschwurbelte Opener 'Non-Prophet' fällt hier aufgrund seiner Art etwas aus dem Raster, denn zu diesem Zeitpunkt bekommt man aufgrund der (zwar fiesen, aber dennoch) geruhsamen mehrstimmigen Harmonien noch keine Vorahnung davon, dass gleich hier die Steinzeitkeule kreist. Die Schmutzigkeit, die sich die Band auferlegt, wird durch die Pseudonyme "Pissmark", "Smellhammer" und "Knochenmark" lautmalerisch perfekt unterstrichen. Auch ein bisschen Gewürge und Gekotze darf im Rausschmeißer 'Disgust Til Last' nicht fehlen. Lediglich Bassistin "Krüger" scheint mit ihrem nahezu bürgerlichen Pseudonym etwas Abstand zu den männlichen Bandkollegen einzuhalten. 