Asterise - Tale Of A Wandering Soul | |
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| Review von ReviewRalle vom 15.01.2025 (17028 mal gelesen) | |
An was denkt ihr als Erstes, wenn ihr Metal-Oper lest? Vermutlich werden die meisten direkt an AVANTASIA denken, oder vielleicht auch an AYREON, was beides absolute Vorzeigeprojekte dieses Subgenres sind. Mir fällt leider noch eine dritte Sparte als Negativbeispiel ein, nämlich TIMO TOLKKI'S AVALON. Nur wenige Projekte erreichen ansatzweise die Größe von AVANTASIA oder AYREON, sondern scheitern viel mehr an dem Versuch, einer Metal-Oper gerecht zu werden, wie eben das Projekt von Timo Tolkki. Damit möchte ich Herrn Tolkki nicht einmal mit Absicht ins Boxhorn jagen, doch keines seiner Alben unter dem AVALON-Banner ist bei mir besonders positiv in Erinnerung geblieben, das Songwriting nicht und vor allem auch nicht die jegliche Kanten und Ecken missende Produktion dieser. Warum ich das so ausgiebig erwähne? Die meisten Metal-Oper-Projekte enden eben eher als ein weiteres TIMO TOLKKI'S AVALON und weniger als ein AVANTASIA.Wo reiht sich nun also das neue Album "Tale Of A Wandering Soul" der nur online agierenden Power Metaller ASTERISE ein? Zum Glück nicht im Gefilde AVALONs, aber reicht es für das Niveau von AVANTASIA oder AYREON? Nun, Vergleiche zu AYREON lassen wir hier lieber sein, denn dafür unterscheiden sich beide Projekte zu sehr voneinander. Wo AYREON viel eher in den Progressive Rock und Metal schielen, um ihre Oper anzureichern, bedienen sich ASTERISE am 90er- und frühen 2000er-Power Metal und damit eben auch an AVANTASIAs Frühwerken. Das Ensemble besteht aus 14 Musikern, darunter fünf Sängern (es ist auch eine Sängerin involviert, der Einfachheit halber bleibe ich aber bei der Formulierung Sänger), was grundsätzlich schon einmal für gute Abwechslung auf Albumlänge sorgt, denn das ist bei einer Spielzeit von circa 54 Minuten auch notwendig, um die Zuhörer bei Laune zu halten. Die fünf Sänger tragen mit ihren unterschiedlichen Stimmen positiv zum Gesamteindruck bei. Welchen dieser talentierten Sänger ihr am besten findet, dürft ihr gerne selbst entscheiden. Die restlichen neun Musiker, die den Sängern eine Plattform zum Austoben bieten, brauchen sich aber ebenfalls nicht zu verstecken. Dass hier jeder sein Instrument selbst im Tiefschlaf beherrscht, steht nach den ersten Klängen schon außer Frage, und die Band präsentiert über die 11 Lieder alles, was das Power Metal-Opernherz schneller schlagen lassen sollte, inklusive ausgefeilter Soli an verschiedenen Instrumenten. Von Highspeed-Nummern wie 'Into Fantasy', 'Wicked Dream' und 'Drifting Into Darkness', balladesken Stücken à la 'Raven', 'Tale Of A Wandering Soul' und dem Rausschmeißer 'Farewell' sowie dem epischen Longtrack 'Awaken' sollte jeder Genrefan ein paar Lieder finden, die es in die privaten Playlists schaffen. Leider hat sich mit 'Golden Land' ein Lied eingeschlichen, das zumindest bei mir gar nicht zünden möchte. Auch die Produktion verdient Anerkennung und weiß zu gefallen. Natürlich gehört zu einer Oper eine gesunde Portion Schmalz und Kitsch, das wird hier gut getroffen, ohne dabei die Songs zu einer zahnlosen Angelegenheit verkommen zu lassen. Über weite Stellen des Albums merkt man, dass hier dennoch der Metal im Vordergrund steht, halt nur der etwas verspielten und weicheren Art. ASTERISE haben mit "Tale Of A Wandering Soul" ein mehr als ordentliches Album veröffentlicht, das Genrefans auf jeden Fall gefallen dürfte. Man merkt einfach, dass die Musiker das als Herzenssache und aus Spaß an der Freude machen und nicht aus Kalkül und monetären Antrieben. Die Leidenschaft und Spielfreude springt leicht über und lässt mich auch nach mehreren Durchläufen zufrieden zurück. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Intro 02. Twisted Ferryman 03. Into Fantasy 04. Raven 05. Wicked Dream 06. Drifting Into Darkness 07. Tale Of A Wandering Soul 08. Golden Land 09. Call Of Whispers 10. Awaken 11. Farewell | Band Website: https://asterise.bandcamp.com/ Medium: CD, Digital Spieldauer: 54 Min. 7 Minuten VÖ: 06.12.2024 |
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An was denkt ihr als Erstes, wenn ihr Metal-Oper lest? Vermutlich werden die meisten direkt an AVANTASIA denken, oder vielleicht auch an AYREON, was beides absolute Vorzeigeprojekte dieses Subgenres sind. Mir fällt leider noch eine dritte Sparte als Negativbeispiel ein, nämlich TIMO TOLKKI'S AVALON. Nur wenige Projekte erreichen ansatzweise die Größe von AVANTASIA oder AYREON, sondern scheitern viel mehr an dem Versuch, einer Metal-Oper gerecht zu werden, wie eben das Projekt von Timo Tolkki. Damit möchte ich Herrn Tolkki nicht einmal mit Absicht ins Boxhorn jagen, doch keines seiner Alben unter dem AVALON-Banner ist bei mir besonders positiv in Erinnerung geblieben, das Songwriting nicht und vor allem auch nicht die jegliche Kanten und Ecken missende Produktion dieser. Warum ich das so ausgiebig erwähne? Die meisten Metal-Oper-Projekte enden eben eher als ein weiteres TIMO TOLKKI'S AVALON und weniger als ein AVANTASIA.

