Kaipa - Sommargryningsljus

Review von Metal Guru vom 27.06.2024 (3402 mal gelesen)
Kaipa - Sommargryningsljus KAIPA sind der schwedische Keyboarder/Sänger und Komponist/Texter Hans Lundin und seine jeweiligen Kerle, seit Anfang des Jahrtausends endlich auch Mädels. Ein gewisser Roine Stolt (THE FLOWERKINGS, THE SEA WITHIN, TRANSATLANTIC, early-KARMAKANIC, early-THE AGENTS OF MERCY, early-THE TANGENT, solo) gehörte zum Original-Line-Up. DAS war allerdings im letzten Jahrtausend, genauer gesagt Mitte der 70er! Irgendwann "konnten" Hans und Roine nicht mehr miteinander - dieser ging, jener blieb, und nach einigen erfolglosen Versuchen, charttaugliches/massenkompatibles/radiofreundliches Material zu veröffentlichen, wurden KAIPA musikprogressive Geschichte - vorerst. 2001 reformierte sich die schwedische Institution MIT Roine an den Saiten, MIT Hans an den Tasten, diesmal allerdings unter dessen rigoroser Regentschaft (= Kompositionen, Konzeption, Texte). Da fällt mir ein: KAIPA war IMMER Mr. Lundins Band - auch wenn Mr. Stolt gerne Gegenteiliges behauptet, ja sogar als KAIPA DA CAPO tourt - OHNE Lundin! Aber egal, seit 2001 hauen Hans und Konsorten eine hochqualitative Scheibe nach der anderen raus. Die Besetzung ist seitdem ziemlich konstant: Aleena Gibson (Stimmen), Hans Lundin (Mellotrone, Orgeln, Pianos, Synthesizer, Stimmen), Patrik Lundström (RITUAL - Stimmen), Per Nilsson (SCAR SYMMETRY, Ex-MESHUGGAH - Gitarren), Jonas Reingold (KARMAKANIC, MATS & MORGAN, STEVE HACKETT, THE FLOWERKINGS - Bässe) und Darby Todd (Studio - Becken und Trommeln). Allesamt monströse Monstermucker - besser geht's nicht! Zu den gerne gesehenen (und gehörten) "Gästen" zählen auch diesmal Fredrik Lindqvist (Blockflöte) und Elin Rubinsztein (Geige) - zwei weitere, nicht minder talentierte klangliche Bereicherungen.

"Sommargryningsljus" ist das 15. Album der schwedischen Prog-Legende(n), bietet neun Stücke in rein theoretisch gar nicht auf eine einzige CD passenden 80 Minuten und acht Sekunden und erschlagen den wachen Hörer/die noch nicht eingeschlafene Hörerin mit Harmonien, Melodien, Rhythmen, Performances und Stimmungen der Sonderklasse. Das Motto "jede/jeder mit jeder/jedem immer und überall" trifft hier im positiven Sinne zu: akustische Perfektion? Alles, wirklich ALLES an dieser Platte ist perfekt: perfekt produziert, perfekt komponiert, perfekt gespielt, perfekt arrangiert, perfekt aufgenommen. Nun könnte Mensch Herrn Lundin vorwerfen, dass "Sommargryningsljus" ähnlich oder gar wie "Urskog" (2022), "Children Of The Sounds" (2017), "Sattyg" (2014), "Vittjar" (2012), "In The Wake Of Evolution" (2010), "Angling Feelings" (2007), "Mind Revolutions" (2005), "Keyholder" (2003) oder "Notes From The Past" (2002) klänge, dass er ein und dieselbe Platte immer und immer wieder noch mal macht. Ja, sie klingen schon alle recht ähnlich (was schlicht und ergreifend an Lundins harmonischem/kompositorischem/melodischem/rhythmischem Verständnis liegt). Man könnte Herrn Lundin aber auch dafür loben, dass er - nachdem er laut eigener Aussage eigentlich gar keine Musik mehr machen wollte - seinen Frieden draußen, zwischen den Jahreszeiten, inmitten der Natur gefunden hat.

Ich mach's kurz: KAIPA = harmonischer Balsam für MEINE Seele, melodische Kraft für MEINE Ohren, rhythmischer Wohlklang für MEINEN Körper. Ich bin total begeistert, kann mir kaum "bessere" Musik (whatever THAT means) vorstellen! Mal wieder, muss ich sagen, denn alle (ich wiederhole: ALLE) KAIPA-Scheiben sind einfach sensationell. KAIPA = Musik für MEINE einsame Insel, obwohl (oder vielleicht gerade weil) KAIPA = NO METAL! Und ums ein für alle Male klarzustellen: Der nicht zu knappe Duo-Gesang von Aleena Gibson und Patrik Lundström erinnert (wie der eine Rezensent oder die andere Rezensentin zu maulen nicht müde werden) NICHT an Musikantenstadl oder Übleres auf Englisch - zumindest nicht MICH! Ach, immer diese mies gelaunten Schreiberlinge ...

Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Sommarskymningsljus (01:30)
02. Seven Birds (09:50)
03. Like Thousand Dawns (11:07)
04. Revelationview (09:29)
05. Chased By Wolves And Burned By The Sun (10:18)
06. Spiderweb Train (15:33)
07. Songs In Our Hands (12:59)
08. Sommargryningsljus (03:58)
09. Sommargryningsljus (Single Edit) (05:24)
Band Website: www.kaipa.info
Medium: CD
Spieldauer: 80:08 Minuten
VÖ: 28.06.2024

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