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Dragonhammer - Second Life

Review von derkleinekolibri vom 28.11.2022 (319 mal gelesen)
Dragonhammer - Second Life "Second Life": ein Album-Titel, den man mehrfach deuten kann. Naheliegend wäre das Beinahe-Ende der bereits 1999 gegründeten italienischen Band DRAGONHAMMER im Jahre 2018, als zwei Mitglieder - darunter einer der Mitbegründer - ihren Ausstieg erklärten. Die verbliebenen Mitglieder ließen die Köpfe nicht hängen, nahmen sich kreative Auszeiten, fanden - mit einem neuen Sänger - erneut zusammen und krönten ihre Wiedergeburt, "das zweite Leben", mit dem fast einstündigen "Second Life". Andererseits könnte man die Vermutung anstellen, der Album-Titel ziele auf ihre Absicht, ihrem fünften Longplayer einen sogenannten "Turn" zu verpassen. Sowohl die Kompositionen als auch der Sound sollten moderner als zu Zeiten ihrer vier ersten Alben ausfallen. So richtig gelungen ist es ihnen nicht. Wie soll man auch den Power Metal revolutionieren, wo das Überschreiten von Grenzen gleich zum Verlassen des Genres führt, was vielen Fans negativ aufstößt? Oder wäre es nicht auch endlich mal ein mutiger Schritt, dasselbe nicht immer nur ein wenig aufzuhübschen?

Um es vorwegzunehmen: Das Album ist anders als seine vier Vorgänger. Doch die Unterschiede sind marginal und werden nur jenen auffallen, die auch den Stoff der Vergangenheit nicht nur mal am Rande gehört haben. Eingestimmt wird man mit einem instrumentalen Stück, das sich wie der Aufmarsch zu etwas Großem anhört. Manch einer wird das pompös nennen. Diese neunzig Sekunden lassen schon erahnen, wie es danach weitergeht. Die Allerwenigsten dürften überrascht sein, dass dann in der Tat mächtig Dampf gemacht wird. So viel, dass der Druck nicht bis zum Ende aller elf Songs reicht. Mit 'Kingdom Of The Ghosts' setzen sich die Italiener selbst ein Denkmal. Doch leider verflacht das ganze Geschehen danach ein bisschen. Besonders die langsameren Stücke nehmen nicht nur Geschwindigkeit heraus, sie lassen auch fast jede Härte vermissen. Und so plätschert das Album gemächlich vor sich hin. Einen erneuten Höhepunkt sucht man vergebens. Mit einem weiteren ruhigen, instrumentalen Titel endet dann alles nach einer knappen Stunde.

Enttäuscht sein muss man nicht, die Jungs sind spielerisch sehr begabt. Der Sänger ist in einigen Bereichen mit seiner Stimme unterwegs, die so manch anderem verwehrt bleiben. Auch dem Schlagzeuger muss man allerbeste Qualität attestieren. Von Anfang bis Ende zeigt er keine Müdigkeit, fällt durch ein beständig gutes Drumming positiv auf. Einmal beim Lob austeilen, möchte ich auch nicht die Leistung an den Gitarren vergessen - vernimmt man doch hier und da ein wohlklingendes Solo.

Erwerben kann man "Second Life" sowohl in digitaler Form als auch als CD in einem ansprechend gestalteten Digipack. Wegen der langen Spielzeit hat man sich vermutlich gescheut, ein einfaches Vinyl herauszubringen. Die Klangqualität hätte darunter doch sehr gelitten. Ein Doppel-Album allerdings wäre bei den potenziellen Käufern auch abgelehnt worden - schließlich sind dann die 55 Minuten doch etwas wenig. Die einzig sinnvolle Möglichkeit - die aber häufig als störend empfunden wird, weil man ständig die Platten umdrehen muss - wäre das Erhöhen der Abspielgeschwindigkeit auf 45 Umdrehungen pro Minute, also wie bei einer Maxi-Single. Für Vinyl spricht allerdings das exzellente Cover-Artwork, das dann erst richtig zur Geltung kommen würde.

Für Power Metal-Freunde ist das fünfte Album von DRAGONHAMMER empfehlenswert.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Prelude To Conquest
02. Kingdom Of The Ghosts
03. Diamond Of Peace
04. Into The Warrior's Mind
05. Shattering Hope
06. Fallen Brother
07. Sickness Divine
08. The Rising
09. Silver Feathers
10. Second Life
11. Ending Legacy
Band Website:
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 55:32 Minuten
VÖ: 04.11.2022

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