Lamb Of God - Omens

Review von Damage Case vom 07.10.2022 (360 mal gelesen)
Lamb Of God - Omens Fast möchte man ein wenig enttäuscht sein. Die ersten drei Hördurchgänge von "Omens" sorgen nicht für besonders viele Haken im Ohr. Der selbstbetitelte Vorgänger war vor zwei Jahren im Vergleich dazu fast schon eine offene Tür, durch die man mit dem Eingangsduo 'Memento Mori' und 'Checkmate' wie in das Partyhaus eines alten Freundes begrüßt wurde. Doch "Omens" will erobert werden. Klar, sie spielen immer noch ihre unverkennbare groovige moderne Thrash-Variante, der auf diesem Planeten schon seit weit über einer Dekade niemand mehr auch nur ansatzweise das Qualitätswasser reichen kann. Doch irgendwas ist anders. Ist Hobby-Fotograf Randy Blythe, der Philosoph unter den Schreihälsen, in seinen Texten etwa noch nachdenklicher geworden? Man hätte sich zum Mitlesen ein Textplatt von Nuclear Blast gewünscht, doch LAMB OF GOD kommen heuer komplett ohne jegliches Promo-Material aus - was auch etwas über den exponierten Status der "Richmond Five" aussagt.

"Lamb Of God" erschien im Juli 2020, also mitten in der ersten weltweiten Corona-Welle. Deshalb lag die Band damals mehr oder weniger flach, denn an Touren war auf Sicht nicht zu denken. Daraus machte die Band eine Tugend und stürzte sich schon bald wieder mit Stamm-Produzent Josh Wilbur an die Arbeiten für das nächste Album. Die wichtigste Veränderung hierbei bestand darin, dass die Band mit "Omens" erstmals ein Album gemeinsam live im Studio aufnahm, was man nicht unbedingt heraushört, aber der Dynamik auch nicht schadet. Bis zum getragenen Abschluss 'September Song' knallt es mehr als eine halbe Stunde am Stück beinahe durchgängig durch. Dazu schreit, faucht, flüstert und spricht Randy Blythe seine dystopischen, aber niemals resignierenden Botschaften und Beschreibungen der aktuellen Weltlage - auch wenn er zum Beispiel in 'Gomorrah' anklagend '... everything is going to fail' brüllt. So warnt er im Titelsong, der übrigens durch Background Vocals von Ernie C und Juan Garcia (beide BODY COUNT) sowie weiteren Freunden der Band verstärkt wird, vor dem Wiedererstarken der politischen Rechten in den USA und international.

Fazit: Mit "Omens" entwickeln LAMB OF GOD zwar ihr Spektrum nicht weiter, aber sie ballern sich zehn Bilder bekannter Motive an die Poesiewand ihrer Diskografie, und das Gesamtbild wird dadurch nur noch fasettenreicher. Fans wissen, was zu tun ist, denn ein neues Album der Band ist immer ein Pflichtkauf - Enttäuschung stets ausgeschlossen.

Drei Anspieltipps: 'Nevermore' war als Vorab-Single schon bekannt und ballert ordentlich - auch bereits im Live-Set. 'To The Grave' ist ein richtiges Brett, in dem LAMB OF GOD einmal mehr klarstellen, wer die Härtesten unter der Sonne sind. Der Titeltrack ist nicht nur textlich die vielleicht durchschlagendste Neo-Thrash-Dampframme von "Omens".

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Nevermore
02. Vanishing
03. To The Grave
04. Ditch
05. Omens
06. Gomorrah
07. Ill Designs
08. Grayscale
09. Denial Mechanism
10. September Song
Band Website: www.lamb-of-god.com
Medium: CD
Spieldauer: 40:59 Minuten
VÖ: 07.10.2022

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