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Oceans Of Slumber - Starlight And Ash

Review von Opa Steve vom 22.07.2022 (1376 mal gelesen)
Oceans Of Slumber - Starlight And Ash OCEANS OF SLUMBER konnten mich vor knapp zwei Jahren mit ihrem gleichbetitelten Werk vollends überzeugen und schrammten nur knapp an der Höchstnote vorbei. Daher war ich sehr gespannt, was die Band nun mit "Starlight And Ash" nachlegen würde. Natürlich ist einem klar, dass der Dreh- und Angelpunkt im Sound der Band die unglaublich gute Sängerin Cammie Beverly ist. Dieser schneiderte die Band auf dem Vorgängeralbum eine Mischung aus Atmosphäre, Wucht und Verletztlichkeit auf den Leib und erschuf so eine perfekte Symbiose. In der das Gesangstalent natürlich nicht zu kurz kam, aber eben die Songs auch für sich sprechen konnten. Auf dem neuen Album hat sich das Konzept weiter verschoben. Cammie bekommt nun die volle Bühne und trägt alle Songs, die instrumental ein Stück weit zurücktreten. Für Fans außergewöhnlichen Gesangs ist das natürlich wieder ein Sahnestück sondergleichen. Für Metalheads, die das letzte Album schätzen, birgt "Starlight And Ash" tatsächlich zu wenig Metal. Man orientiert sich an softeren Begleitklängen, die irgendwie Southern Folk, Nick Cave und eine Menge Soul vereinen. Und nur selten mal richtig explodieren. Während der Opener 'The Waters Rising' noch genau die Mischung bietet, die man eigentlich erwarten würde, und am Ende sogar das Tempo mit Doublebass deutlich anzieht, muss man als Hörer dann schnell von diesem Konzept Abschied nehmen. Schon 'The Lighthouse' macht klar, dass verträumtere Songs mit weniger Intensität auch jetzt zum Repertoire gehören. Mit der langatmigen Ballade 'The Hanging Tree' ist dann tatsächlich zur Mitte des Albums die Luft raus, zumal auch in den folgenden Titeln 'Salvation' und 'Star Altar' eher wenig passiert. 'The Spring Of 21' entpuppt sich dann als instrumentales (und an sich gelungenes) Klavierstück, während man als Hörer schon etwas nervös mit den Hufen scharrt, dass es endlich mal wieder größer zur Sache gehen würde. Das Klavierstück geht dann erst einmal fließend in die Ballade 'Just A Day' über, die sich gottseidank in der Mitte endlich wieder richtig wuchtigen Bombast (und doomige Vibes) auferlegt. Und - ja, wirklich! - zum Ende tatsächlich auch wieder Gas gibt.

Für meine Begriffe tut die Trennkost über große Teile des Albums und das Mischungsverhältnis dem Sound der Band nicht gut. Es ist legitim, sich zu verändern, aber mit dem Schritt, den Metal so stark zu reduzieren, werden aus OCEANS OF SLUMBER halt "nur" eine talentierte Rockband mit überragender Sängerin. Leider gibt es im neu entdeckten Segment der gutklassig arrangierten Rockmusik tatsächlich sehr viel mehr Ausnahmetalente am Mikrofon, die allesamt schon Publicity haben. Mit der neuen Scheibe verlieren OCEANS OF SLUMBER ein Alleinstellungsmerkmal im Metal und treten in deutlich größere Konkurrenz breitgefächerter Hörerschichten. Mir ist die Scheibe aber insgesamt zu gleichförmig, und der tolle Gesang kann diese ständige Ruhe in den Kompositionen leider nicht ausreichend aufwerten. Zudem ist die unplugged Coverversion von 'House Of The Rising Sun' in meinen Augen unnötig kitschig geraten und verfehlt die Akzente, die ein Coversong mitbringen muss. Sich nur noch auf Cammies Ausnahmegesang zu verlassen, könnte sich als Rückschritt erweisen. Leider.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Waters Rising
02. Hearts Of Stone
03. The Lighthouse
04. Red Forest Roads
05. The Hanging Tree
06. Salvation
07. Star Altar
08. The Spring Of 21
09. Just A Day
10. House Of The Rising Sun
11. The Shipbuilder's Son
Band Website: www.oceansofslumber.com
Medium: CD + digital
Spieldauer: 49:54 Minuten
VÖ: 22.07.2022

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