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Stinger - Expect the Unexpected

Review von baarikärpänen vom 13.05.2022 (358 mal gelesen)
Stinger - Expect the Unexpected Ich schütte schon wieder Asche auf mein Haupt! STINGER waren mir bis jetzt völlig unbekannt, aber das lässt sich ja ändern. Immerhin haben die Herren schon mehrere Auszeichnungen beim Deutschen Pop & Rock Preis abgeräumt. Aber gerade hier ist Vorsicht angesagt. Denn in der Vergangenheit hatte dieser Preis keinen besonders guten Ruf. Das lag vor allem daran, dass es ein "pay to play" war. Will heißen: Bands konnten sich ihren Platz in den Hauptkategorien (für viel Geld) und in den Nebenkategorien (etwas weniger Kohle) "kaufen". Und wo es bei anderen vergleichbaren Wettbewerben für die Gewinner Plattenaufnahmen oder einen Promo-Vertrag zu gewinnen gab, wurden die Gewinner beim Deutschen Pop & Rock Preis mit einer billigen Oscar-Kopie (Marktwert Dreifuffzich) und einer Din A 4-Urkunde abgespeist. Inwieweit sich das Prozedere in den letzten Jahren geändert hat, in welchen STINGER mehrere Preise abräumten, entzieht sich meiner Kenntnis. Das wollte ich aber nur mal am Rande erwähnen. Denn nachdem ich mir die vorherigen Alben angehört habe, lässt sich sagen, dass STINGER mit ihrer musikalischen Leistung in der Vergangenheit wirklich über jeden Zweifel erhaben waren, auch, ohne Kohle zu investieren, ihre Preise abgeräumt hätten. Und auch die neue Scheibe, "Expect The Unexpected", bildet da keine Ausnahme.

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Dabei ist es gar nicht mal so, dass STINGER ausufernd innovativ wären und ich deshalb zu meiner Einschätzung gekommen wäre. Vielmehr sind STINGER einfach nur im Riff Rock zu verorten, ganz in der Nähe von AC/DC. Im Gegensatz zu ähnlich gelagerten Truppen wie zum Beispiel AIRBOURNE oder RHINO BUCKET verzichten STINGER aber darauf, ihrem Sound eine metallische Legierung zu verpassen. Die Schuster bleiben in dem Fall wrklich bei ihren Leisten. Das Ergebnis der Arbeit ist dann auch eher derber Treter als nobler Lackschuh. Und das ist gut so! Wen wundert es also, dass STINGER schon so manches AC/DC-Tribute Festival gerockt, beim Bonfest in Schottland mit Phil Rudd (AC/DC-Drummer) die Bühne geteilt und auch schon in Wacken für gute Laune gesorgt haben. Aber nicht nur das: Die Jungs konnten auf ihren vorherigen Alben ehemalige Musiker von AC/DC (Simon Wright, Mark Evans) oder ROSE TATTOO als Gäste begrüßen. Und ihre neue Scheibe, "Expect The Unexpected", macht ihrem Titel alle Ehre, denn kein Geringerer als Billy Sheehan (MR. BIG, DAVID LEE ROTH ...) übernahm für die erste Single 'Chasing Utopia' den Bass. All die Genannten hätten ihren guten Namenn garantiert nicht für irgendeine Gurkentruppe hergegeben, egal was STINGER ihnen gezahlt hätten.

Das größte Pfund, mit dem STINGER auch auf "Expect The Unexpected" wuchern können, ist wieder mal Sänger Martin "Schaffi" Schaffrath, dessen Organ ungelogen wie eine Mischung aus Bon Scott und Marc Storace (KROKUS) klingt, also zur Musik von STINGER wie berühmer Arsch auf Eimer passt. Damit will ich in keinster Weise die Leistung der anderen Musiker schmälern. Aber Hard Rock, wie STINGER ihn zocken, steht und fällt mit der richtigen rock'n'rolligen Stimme hinterm Mikro. Gilt natürlich auch für die Songs. Simpel gestrickt auf den ersten Hör, erreichen STINGER mit ihren größtenteils erfreulicherweise kurz und knackig jenseits der drei Minuten gehaltenen Kompositionen jenen Teil des Gehirns, der für wippende Füße und Großbestellungen am Bierstand verantwortlich ist. Hört man aber mal genauer hin, haben STINGER jede Menge kleiner Schmankerl in ihre Stücke eingebaut, wie zum Beispiel in 'Monkey'. Oder auch 'Roller Coaster', das vom sonstigen Schema etwas abweicht und mich eher an VAN HALEN kurz vor "1984" erinnert. Klar, auf "Expect The Unexpected" lassen die Young-Brüder immer wieder grüßen. Das muss aber wirklich kein Kritikpunkt sein. Vor allem, weil STINGER auch öfter mal das Tempo anziehen, wie im abschließenden 'Two Words One Finger'. Also etwas, was auf früheren AC/DC-Alben immer für Abwechslung gesorgt hat ('This Means War', 'Landslide', 'Fire Your Guns') und leider seit Ewigkeiten so nicht mehr passiert. Wenn man denn wirklich ein kleines Haar in der Suppe finden möchte, dann dürfte es der Sound sein. Vor allem die Drums klingen zum Teil irgendwie kraftlos. Aber geschenkt, denn Bands wie STINGER, die so klasse rocken, sollten eh nur Live-Alben veröffentlichen, Denn diese Mucke gehört auf die Bühne und nicht in ein Studio!

Scheint, als hätten STINGER genau den richtigen Zeitpunkt zur Veröffentlichung ihres neuen Albums abgepasst. Die nervigen Corona-Auflagen sind erst mal weitgehend abgeschafft, es darf also wieder fröhlich auf und vor den Bühnen der Republik abgerockt werden. Und weil auch der Sommer vor der Tür steht und STINGER die perfekte Musik für die Open Air-Party mit ordentlich Spaß in den Backen dabei haben, gibt es von meiner Seite gut gelaunte neun Punkte.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Diggin' Up The Dirt
02. Chasing Utopia
03. Monkey
04. Highfalutin
05. Glory And Pride
06. Down At The Water
07. Roller Coaster
08. No More
09. Hallelujah
10. Son Of A Gun
11. Not My Part
12. Two Words One Finger
Band Website: https://www.facebook.com/stingerrocks.de/
Medium: CD
Spieldauer: 42:26 Minuten
VÖ: 13.05.2022

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