Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Flotsam And Jetsam - Blood In The Water

Review von Rockmaster vom 15.06.2021 (1142 mal gelesen)
Flotsam And Jetsam - Blood In The Water 1981 trafen sich ein gewisser Herr Jason Newsted und ein Herr Kelly David-Smith und gründeten die Band PARADOX. Drei Bandnamen später, mit ein paar Mannen mehr und nach kleinen Besetzungswechseln hießen sie dann FLOTSAM AND JETSAM, tourten Clubs und ackerten, um dann schließlich 1986 mit ihrem Erstling "Doomsday For The Deceiver" die Thrash Metal-Welt zu erobern. Heute noch ein Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen darf. Es dauerte nicht lange, bis sich bei größeren Labels die Türen öffneten und lukrativere Verträge angeboten wurden. Da war Jason dann schon raus, denn das Angebot einer anderen Band, die wir alle kennen, war vermutlich monetär noch ein kleines bisschen ertragreicher. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit, in der die Band noch weitere Besetzungswechsel verkraften musste, auch einige Tiefen durchstehen musste, und in der sicherlich auch viele Fans die Band aus dem Blick verloren haben. 2019 wäre dann beinahe wie aus dem Nichts das bombenstarke Jahr für FLOTSAM AND JETSAM geworden. Mit "End Of Chaos" landeten sie eine "**welcome surprise" und ließen unzählige Thrash Metal-Herzen höher schlagen. Danach die KILLFEST-Tour mit Destruction und Overkill, ein Traum. Warum nur beinahe das Jahr? Ganz einfach, weil sie heuer mit "Blood In The Water" das nächste hammerheadstarke Album abliefern und die klasse Platzierungen des Vorgängers gleich noch mal toppen.

"Blood In The Water" ist auf die lange Distanz durchaus ein wenig vielschichtiger als sein Vorgänger, weswegen es vielleicht am Stück nicht gleich so geschmeidig runtergeht. Das braucht schon ein paar Runden in der Dauerrotation. Vielleicht liegt es daran, dass der 'Demolition Man' - wenn wir denn alle den gleichen im Sinn haben - abgewählt ist, und wir uns inzwischen an ganz anderen Sorgen reiben. Der Opener und Titeltrack 'Blood In The Water' hängt aber auf jeden Fall schon mal die Messlatte hoch. Der Tempowechsel nach dem gnadenlosen Gekloppe im Intro und die Pause beim Übergang sind einfach klasse, Michael Gilbert und Steve Conley riffen sich die Finger Wund, und A.K.s Gesang ist wie immer eine Klasse für sich - und einzigartig im Thrash Metal-Genre. Ken Mary treibt die Band mit seinem furiosen Spiel vor sich her und Bill Bodily, der zuvor schon mal bei FLOTSAM gastierte, reiht sich lückenlos in ein gutes halbes Dutzend überragender Bassisten der Band ein. Einen gehörigen Respekt vor offenen Gewässern (sagen wir mal, als Kind war es eher Panik) hatte ich schon immer. Nach 'Blood In The Water' werde ich mich in Zukunft noch ein paarmal häufiger umschauen, ob nicht Flotzillas leuchtende Augen hinter mir aus der trüben Suppe auftauchen. Viel von FLOTSAMS "klassischen" Qualitäten hört man dann in 'Brace For Impact' und - auch wenn der Titel langsamer ist - 'A Place To Die'. Die Wechsel zwischen schnellen, treibenden Passagen und ruhigen Gitarrenmelodien lieben wir spätestens seit 'Escape From Within', und A.K.s Texte der beiden Titel gehören zu den intensivsten, die ich von ihm kenne:

Bracing for the impact
Bracing for the pain
Bracing for the impact
Driving me insane


Ungewohnt emotional ist der Titel 'Cry For The Dead', der sich zwar eher mit der persönlichen Tragödie befasst, wenn man geliebte Menschen verliert, bei dem man aber auch zwangsweise an knapp vier Millionen Menschen weltweit denken muss, die während der Pandemie ihr Leben gelassen haben.

Nach der abwechslungsreichen und bockstarken ersten Hälfte muss man erst mal die Aufmerksamkeitskurve hoch halten - aber auch in der zweiten Albumhälfte gibt es nicht einen Durchhänger. 'Too Many Lives', 'Dragon' und 'Reaggression' gehören zu den besten Titeln des Albums (und bei Ersterem musste ich auch mal mächtig schlucken, als ich die Lyrics verstanden hatte), und bei '7 Seconds' (till the end of the world) ahnt man schon, dass das der perfekte Schlusstitel ist. Hier wird der Hammer nicht mehr höher gehängt, aber die Nummer geht runter wie Öl.

Die Chemie in der Band und insbesondere zwischen den beiden Gitarristen passt gerade perfekt. Außerdem produzieren FLOTSAM AND JETSAM ihre Alben seit einiger Zeit selbst. Das Ergebnis zu beschreiben, bedarf es nicht vieler Worte: Respekt! Das hört sich absolut professionell an. Wer am CD-Regal noch nicht zugegriffen hat, sollte sich sputen. Ansonsten bleibt die überbordende Freude auf eine Jubiläumstour, wenn es denn endlich wieder geht, und sicherlich darauf, dass die Jungs aus Phoenix sicherlich schon ein paar Titel für den nächsten Einschlag in der Schublade haben. Brace For Impact!

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Blood In The Water (4:18)
02. Burn The Sky (4:27)
03. Brace For Impact (4:34)
04. A Place To Die (4:23)
05. Walls (4:42)
06. Cry For The Dead (4:37)
07. Wicked Hour (4:57)
08. Too Many Lives (4:50)
09. Dragon (4:28)
10. Reaggression (4:12)
11. Undone (3:20)
12. 7 Seconds (4:54)
Band Website: www.flotsam-and-jetsam.com/
Medium: CD
Spieldauer: 53:42 Minuten
VÖ: 04.06.2021

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

15.06.2021 Blood In The Water(9.0/10) von Rockmaster

18.01.2019 End of Chaos(9.5/10) von Rockmaster

05.07.2016 Flotsam And Jetsam(6.5/10) von Dweezil

19.07.2008 Once In A Deathtime(8.5/10) von Opa Steve

25.02.2011 The Cold(10.0/10) von Baterista

Interviews

14.07.2021 von Rockmaster

Liveberichte

10.02.2019 München (Backstage) von Rockmaster

12.02.2014 Osnabrück (Rosenhof) von Eddieson

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Heute veröffentlicht
Lunar Funeral - Road To Siberia

Schaut mal!