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Evil - Evil's Message

Review von baarikärpänen vom 13.06.2021 (1091 mal gelesen)
Evil - Evil's Message Rave-On Records aus Eindhoven waren zu Beginn der 1980er Jahre eines dieser kleinen Label, denen man nachträglich noch auf Knien rutschend dankbar sein muß. Dankbar vor allem wegen der Spürnase der Macher, die wirklich zu 95% nur hochklassige Truppen unter Vertrag genommen haben und ihnen einen Start in die Szene ermöglichten. Leider, das muss man auch sagen, hat es eigentlich nur eine davon, nämlich MERCYFUL FATE, zu so etwas wie Weltruhm gebracht. Der Rest kann aber immerhin für sich in Anspruch nehmen, ihren Namen bei so ziemlich jedem traditionsbewussten Banger im Hinterstübchen geparkt zu haben. Will mir ja wirklich niemand erzählen, er hätte noch nie was von SORTILÈGE, H-BOMB oder CROSSFIRE gehört, oder? H-BOMB waren übrigens das einzige Pferdchen im Label-Stall, das auf Rave-On sowohl eine EP als auch eine LP veröffentlichte, der Rest konnte "nur" auf eine EP verweisen und setzte danach seine Karriere bei einem größeren Label fort (siehe CROSSFIRE, SORTILÈGE und natürlich MERCYFUL FATE). Wenn überhaupt! Denn so tolle Bands wie ASTAROTH, GILGAMESJ oder EVIL verschwanden nach Veröffentlichung ihrer EP so gut wie von der Bildfläche. Nun ja, ASTAROTH existieren seit 2005 wieder, EVIL seit 2017. Was aber bis dato nicht existierte, waren vernünftige Re-Releases der EP's, sieht man mal von einer Veröffentlichung auf Axe Killer aus dem Jahre 1999 ab, die die EP's von SORTILÈGE und EVIL beinhaltete, aber leider soundtechnisch nicht bearbeitet wurde.

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Dass Freddie Wolf als einziges verbliebenes Mitglied der Urbesetzung 2015 unter dem Namen EVIL ein nicht zu empfehlendes Album mit dem Titel "Shoot The Messenger" veröffentlichte, sei hier nur kurz am Rande erwähnt. Denn es geht ja hier um "Evil's Message", dieses Kleinod von EP, veröffentlicht zu einer Zeit, als mit "Powerslave" und "Don't Break The Oath" echte Meilensteine erschienen. Was die Musik auf "Evil's Message" angeht, hätte sie durchaus auch das Zeug gehabt, der Band eine größere Karriere zu ermöglichen. Darf also auch kritisch die Frage gestellt werden, ob statt Rave-On ein Label wie Roadrunner besser gewesen wäre. Aber ist ja letztendlich alles nur "Hätte hätte Fahradkette". Back to business, also zur Musik. Wer seine EP mit einem Doppelschlag im Format von 'Evil's Message' und 'Evil' eröffnet, der kann eigentlich nur gewinnen. Ersteres ist ein Instrumental, das speedig beginnt, zwischendurch Gitarrenakrobatik und Skalenhoppserei bietet, um danach mit mächtig Doublebass und einem tollen Solo nahtlos in das nachfolgende 'Evil' überzugehen. Die Dänen waren mit ihrer Mischung aus Heavy Metal und Speed Metal am Puls der Zeit und hatten mit Sänger Pearl Angel (wie geil!) und Gitarrist Kim Xmas (noch geiler!) genau die Argumente für jeden Käufer. Dass Letztgenannter einiges auf der Pfanne hatte, hört man bei jedem einzelnen Solo. Viel Speed Metal teutonischer Prägung, ein wenig Unbekümmertheit der damaligen Szene, eine Prise MOTÖRHEAD wie in 'The Devil Wants Me'. Und obendrauf jede Menge Pfeffer im Hintern. Dass EVIL auch mit angezogener Handbremse abliefern konnten, lässt sich auf 'Son Of The Bitch' perfekt nachhören. Das etwas albern betitelte 'Take Good Care (Of Your Balls)' beschließt diese EP. Man sollte sich vom Titel aber nicht täuschen lassen, das hier ist Speed Metal-Riffing in feinster Manier und nach dem Eröffnungsdoppel ein weiterer Höhepunkt. Dass die Texte einen Fremdschämfaktor von Zehn haben, kehren wir schnell mal unter den Teppich und entschuldigen es mit "war damals eben so".

Dieses von Tue Madsen klanglich gut restaurierte Scheibchen kommt auf Vinyl in verschiedenen Farben (blau-grün, gelb, marmoriertes grau und schwarz) und ist natürlich auch als CD zu erwerben. Wer also seinen frühen Speed Metal liebt, hat gar keine Ausrede mehr und bei diesem Schmuckstück gilt es zuzugreifen. Und wenn Mighty Music gerade schon mal dabei sind, den Backkatalog von Rave-On zu bearbeiten, dann bitte ich höflichst um einen baldigen Re-Release von ASTAROTH und GILGAMESJ.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Evil's Message
02. Evil
03. The Devil Wants Me
04. Son Of The Bitch
05. Take Good Care (Of Your Balls)
Band Website: http://facebook.com/evilmetaldk
Medium: CD, Vinyl
Spieldauer: 22:11 Minuten
VÖ: 11.06.2021

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13.06.2021 Evil's Message(9.0/10) von baarikärpänen

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