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Jess And The Ancient Ones - Vertigo

Review von Rockmaster vom 30.05.2021 (787 mal gelesen)
Jess And The Ancient Ones - Vertigo JESS AND THE ANCIENT ONES haben alles am Start, was es bräuchte, um den schönen, schrägen 60er-Jahre Psych Rock wiederauferstehen zu lassen. Eine gute Sängerin, Hammond-Orgel, ein paar gegen den Strich gebürstete Melodien und Harmonien, einen wilden Mix an musikalischen Einflüssen (darunter MERCYFUL FATE, IRON MAIDEN und ABBA!) und hier und da eine wohldosierte Portion Wahnsinn aus der Sample-Kiste (zum Beispiel in 'Talking Board'), um den okkulten Anspruch zu unterstreichen. Vielfach lösen sie dann aber arg konstruierte, sperrige Figuren doch wieder zu konventionell auf, als dass sich ein musikalischer Psych Rock-Rausch einstellen würde.

Sängerin Jess lässt herrlich die Töne schleifen und repräsentiert hier die anvisierte Stilrichtung konsequent. Abrahammond hat sein Instrument nicht nur namentlich verinnerlicht und macht einen anständigen Job, und er hat in der ehemals gitarrenbetonten Musik der Band zum großen Teil die Leads übernommen. Chefkomponist Thomas Corpse an der Gitarre nimmt sich indes selbst ein wenig zurück. Die gewollt spacigen Vibes münden aber oft in Standards, und vor allen Dingen vertragen sie sich meist nur mäßig mit der präzise durchgetakteten Rhythmusgruppe, bestehend aus Fast Jake am Bass und Jussuf Al Gran am Schagzeug. Es ist wirklich schwer auszumachen, was der Musik hier fehlt, damit sie richtig zündet - vielleicht hätte es schon gereicht, Jussuf im Studio den Click abzuschalten. Die rhythmische Perfektion und die gesanglichen Freiheiten jedenfalls beißen hier und da. Es ist aber auch eine Frage der Komposition, denn bei 'Summer Tripping Man', das etwas straighter durchkomponiert ist, und 'Born To Kill', in dem sich Fast Jake mal ein bisschen austoben darf, passt der treibende Rhythmus gut zur Musik. Der überlange Schlusstitel 'Strange Earth Illusion' hat im Gegensatz dazu genau dann gute Momente, wenn die Band das Tempo rausnimmt und sich auf einmal musikalische Freiräume bilden.

Okkult, OK, nur von Vampiren war keine Rede. Damit hätte man wenigstens eine Erklärung, warum die Psych-Momente ein aufs andere Mal blutleer wirken. Das ist wirklich schade, denn mit etwas mehr Improvisation und einem etwas stimmigeren Konzept für die individuellen Freiheiten der Musiker hätten JESS AND THE ANCIENT ONES durchaus mehr Potenzial.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Burning Of The Velvet Fires (4:40)
02. World Paranormal (3:30)
03. Talking Board (5:02)
04. Love Zombi (4:40)
05. Summer Tripping Man (2:56)
06. Born To Kill (4:07)
07. What's On Your Mind (3:54)
08. Strange Earth Illusion (11:35)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:24 Minuten
VÖ: 21.05.2021

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