Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2020
70000 Tons Of Metal 2020

A Sinister Purpose 2020

Hell Over Hammaburg 2020

Coronary - Sinbad

Review von Tailgunner vom 19.02.2021 (1002 mal gelesen)
Coronary - Sinbad Treffen sich ein Gitarrist und ein Drummer in einem Plattenladen... Keine Ahnung, ob es einen Witz gibt, der so beginnt, aber diese Einleitung hätte sicher auch das Zeug dazu, als Auftakt für eine Erfolgsgeschichte herzuhalten. Zwei Metal-Musiker treffen sich zufällig in einem Plattenladen, kommen ins Gespräch und erkennen relativ schnell, dass sie sich symphatisch sind, denselben musikalischen Idealen anhängen und daraufhin zum Schluss kommen, eine Band ins Leben zu rufen. So geschehen bei Aku Kytölä und Pate Vuorio. Die Reihen wurden anschließend rasch verstärkt. Am Bass schloss sich Jarkko Aaltonen - einigen vielleicht von KORPIKLANI bekannt - an. Die zweite Gitarre übernahm ein gewisser Jukka Holm und das Mikro ging an Olli Kärki. So spontan und geradlinig wie das Zusammenfinden von CORONARY vernimmt sich auch ihr Debüt "Sinbad". Man merkt dem Album an, dass es frei von der Leber weg rockt und alles andere als verkopft ist. Reinen Metal höre ich da nicht raus, wenngleich gerne Vergleiche zur NWOBHM gezogen werden und man im Zusammenhang mit CORONARY öfters Namen wie DIAMOND HEAD und SAXON liest, so vernehme ich allerdings auch einige Heavy Rock-Einflüsse. Ob der Weg von CORONARY letztendlich eine Erfolgsgeschichte wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Finnen können in jedem Fall einiges auf der Haben-Seite verbuchen. Das Songmaterial ist ehrlich und direkt. Ziemlich schnörkel- und auch etwas zeitlos. Wenngleich der Promo-Wisch die 80ger als Referenzepoche anführt, so klingen CORONARY schon auch zeitgemäß produziert und nicht nach Mottenkiste.

Allerdings sehe ich auch einige Posten auf der Soll-Seite. Zwar werden CORONARY im Promo-Zettel als "ungezähmt" und "purer Metal" beschrieben, aber genau das sehe ich nicht und könnte mitunter gar die falschen Erwartungen wecken. Wenngleich die Stücke wirklich erdig daherkommen und ich den Musikern die Authentizität abnehme, rauscht "Sinbad" in seiner Gesamtheit immer etwas an mir vorbei, dezent unter der Kiellinie, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit wecken würde.

imgright

Einerseits mag ich den Ansatz, welchen die fünf Musiker verfolgen und auch den Sound des Albums, aber "Sinbad" klingt mir einfach eine Spur zu beliebig, sodass ich mir nicht sicher bin, ob ich in ein paar Monaten noch groß über meine abendlichen Listeningsessions in Vorbereitung für dieses Review nachdenken werde. Der Musikliebhaber in mir möchte, dass mir das Gebotene gefällt, aber letztendlich gelingt es nicht vollends. Eigentlich ist es ein schreckliches Urteil, kommt man zu dem Schluss: "Es ist ganz nett". Das ist schlimmer als ein Verriss, weil der Rezensent die Musik einfach nicht kapiert oder die Musik wirklich so nerdig ist, dass sie beim allerbesten Willen nicht für ein größeres Publikum geeignet ist, sondern vielmehr für die Die-Hard-Fans. Ich denke daran, wie seinerzeit die ersten SACRED STEEL-Alben komplett verrissen wurden. Gut, ganz andere Baustelle, ganz anderer Stil. Aber ich will darauf hinaus, dass selbst diese total kauzige Truppe mit Ecken und Kanten Ihre Fanbase erspielt hat. Ich wünsche CORONARY natürlich dasselbe, aber aufgrund einer gewissen Beliebigkeit werden sie es eventuell nicht ganz leicht haben.

Keinesfalls möchte ich von dem Album grundlegend abraten. Möglicherweise bin ich dieses Mal derjenige, der es nicht versteht. Steht man auf erdigen, authentischen, ziemlich rockigen Metal, kann man hier sicher ein Ohr riskieren. Den großen Wurf sollte man hingegen nicht erwarten. Dass CORONARY zur besten Sendezeit abends ein Festival von einer Mainstage aus zerlegen, sehe ich nicht. Nachmittags bei einem Bier und einem Schnack mit den Kumpels ist das aber sicher eine angenehme Kulisse. Das schmissige 'Firewings' und das markige 'Bullet Train' sind wirklich starke Stücke, so auch noch 'Reflector'. Von diesen Kalibern hätte ich auf "Sinbad" gerne mehr gehabt. Ansonsten bewegt man sich leider über weite Strecken in sich sehr stark wiederholenden Arrangements in einem weitgehend gleichbleibendem Tempo.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01: Sinbad
02: Firewings
03: The Hammer
04: Bullet Train
05: I Can Feel This Love
06: Reflector
07: Burnout
08: Fight St. 666
09: Mestengo
10: Wonders Of The World
Band Website: https://www.facebook.com/coronaryfin
Medium: CD
Spieldauer: 46:54 Minuten
VÖ: 19.02.2021

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

19.02.2021 Sinbad(7.0/10) von Tailgunner

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!