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Crystallion - Heads Or Tails

Review von Cornholio vom 17.02.2021 (890 mal gelesen)
Crystallion - Heads Or Tails CRYSTALLION gibt es schon seit knapp 20 Jahren. Mit vier Alben im Rücken schickt sich das Quartett aus Süddeutschland nun an, ihr erstes Album seit acht Jahren auf die Metal-Welt loszulassen. Ich persönlich bin großer Fan ihrer Konzeptalben "Hattin" (2008) und "Hundred Days" (2009) und auch, wenn ich das Vorgängeralbum "Killer" aus dem Jahr 2013 nicht kenne, bin ich von den ersten Klängen der neuen Langrille doch etwas enttäuscht. Es könnte daran liegen, dass CRYSTALLION schon vor "Killer" die Keyboards aus ihrem Sound gestrichen haben, aber es könnte auch sein, dass der langjährige Gitarrist Patrick Juhász nicht mehr mit an Bord ist.

Zwei Gründe liegen für mich aber klar auf der Hand: Zum einen hat Sänger Thomas Strübler die Band vor ein paar Jahren verlassen, und mit Verlaub, die Nachfolgerin Kristina Berchtold kann ihm nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Man merkt wohl, dass sie stets bemüht ist, den Spirit der Songs zu vermitteln, aber sie klingt so naiv wie einst die junge Doro Pesch. Vielleicht ist es der Aufregung geschuldet, schließlich ist die Band Kristinas erste "Profi-Station", aber es hört sich für mich manchmal so an als würde sie mehr schreien als singen. Außerdem klingt ihre Stimme entweder für die Musik zu zerbrechlich oder die Songs sind zu wenig auf ihre Stimme zugeschnitten und geschrieben worden. Dafür könnte sie nichts, das ist klar, gab es schon häufig in der Musikszene, und man musste einfach das Beste daraus machen. Trotzdem ist sie für mich leider eine der Schwachstellen bei CRYSTALLION.

Der nächste Punkt sind, so einfach das klingt, die Songs. Auf den genannten mir bekannten Alben erinnerte mich die Band an Bands wie HELLOWEEN mit Einflüssen von RHAPSODY, also eigentlich genau mein Ding. Fand ich super, find’ ich heut immer noch super, hab’ die Scheiben gestern erst wieder im Player gehabt, zugegeben primär in Vorbereitung auf dieses Review, aber eine Band muss sich in meinen Augen auch an ihren vergangenen Alben messen lassen. Wie gesagt, CRYSTALLION schlugen in die Power Metal-Kerbe, wohingegen "Heads Or Tails" sich davon sehr weit entfernt hat. Nun klingt die Band eher nach ACCEPT oder AC/DC, was ja per se nicht schlecht ist, aber es ist nicht das, was ich erwartet hatte und ehrlich gesagt auch nicht das, was ich hören möchte. Ich weiß, das ist meine subjektive Meinung, aber die schwingt ja immer mit rein, gerade wenn die Erwartungshaltung aufgrund der vorigen Alben so hoch ist.

Natürlich ist auf "Heads Or Tails" auch nicht alles schlecht. Der Opener 'Knights And Heroes' geht gut ins Ohr, auch wenn der Chorus etwas abgedroschen klingt. Auf 'The Sleeping Emperor' liefert Kristina ihre beste Gesangsleistung ab, eben weil nicht nur laut und rockig zu Werke gegangen wird, sondern weil sie hier Facetten ihrer Stimme zeigen kann, die ihr wesentlich besser liegen als die Rockröhre. 'I'm On Fire' und 'The King Is Rising' sind ordentliche, flotte Rocker und gehen gut ins Ohr, und auch das abschließende 'Thunderclouds' lässt mich mit einem positiven Gefühl aus der Platte aussteigen, was mich dazu führt, meine Beurteilung nochmal zu überdenken.

Im Großen und Ganzen bleibe ich aber dabei: CRYSTALLION haben für mich durch den Verlust des vorigen Sängers mindestens einen Schritt zurück gemacht und fuhren in meinen Ohren im Power- und Melodic Metal-Fahrwasser deutlich besser und souveräner. So oder so, auch ohne mich als ihren Anhänger wird die Band ihren Weg weitergehen und das ist auch okay so. Ich werde mir auch ihr nächstes Album wieder anhören und für mich ein Urteil fällen, vielleicht gibt es das dann in ein paar Jahren wieder hier zu lesen.

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Heads Or Tales
02. Knights And Heroes
03. Living On A Lie
04. Save Me
05. I'm On Fire
06. The Sleeping Emperor
07. Ready For The Sin
08. The King Is Rising
09. Under The Spell
10. The Wild Hunt
11. Thunderclouds
Band Website: www.crystallion.org
Medium: CD
Spieldauer: 48:35 Minuten
VÖ: 19.02.2021

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