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The Straddlerz - The Straddlerz

Review von baarikärpänen vom 26.01.2021 (987 mal gelesen)
The Straddlerz - The Straddlerz Ob die Geschichte, die uns THE STRADDLERZ in ihrer Bio erzählen, zu 100 Prozent der Wahrheit entspricht - wer weiß? Gerade im künstlerischen Bereich lässt man ja gerne mal alle Fünfe gerade sein, wenn es darum geht, sein Produkt bestmöglich zu vermarkten. Aber interessant ist die Geschichte doch. Da spielen also die italienische Sängerin Linda Filippin und der argentinische Gitarrist Michael Reynal in New York zusammen in einer noch namenlosen Band. Ein Freund bucht den beiden 2018 ungefragt einen Gig, und während sie sich auf die Suche nach der Location machen (laut Bio "As they straddled closer to the venue ..."), schwupps, da hatten sie den Namen für ihre Truppe. 2019 folgte dann das erste musikalische Lebenszeichen in Form des Videos zu 'Streets Of Love'. Mittlerweile haben THE STRADDLERZ ihre Zelte in Italien aufgeschlagen und veröffentlichen nun ihr selbstbetiteltes Debut.

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Für dieses Debut haben THE STRADDLERZ, die momentan nur aus Filippin und Reynal bestehen, sich eine ganze Horde Gäste eingeladen. Ein kluger Schachzug, denn wer hört schon gerne eine Scheibe, die zu 75 Prozent am Computer entstanden ist? Ebenfalls sehr lobenswert ist die Richtung, in die THE STRADDLERZ musikalisch zu gehen gedenken. Pure and Dirty Rock'n'Roll soll es sein. Genau davon kann man ja eigentlich nie genug bekommen. Letztendlich herausgekommen ist Sleaze, der weit entfernt von der sonst üblichen Darbietungsform ist. Denn THE STRADDLERZ klingen, als ob sie beide Hände bis zum Anschlag in einen Hochspannungsgenerator gesteckt hätten. Wer denkt, nach dem High Energy-Eröffnungsdoppel 'No Changes' und 'Streets Of Love' würden THE STRADDLERZ im anschließenden und bluesig beginnenden 'Addiction' einen Gang zurückschalten, der darf sich nach knapp zwei Minuten den Kitt aus der Brille klöppeln lassen. Trifft übrigens auch auf das nachfolgende 'Circle Of Insanity' zu. Aufhorchen lässt 'Open Your Eyes'. Wer bei dem Titel an die GUANO APES denkt, liegt gar nicht so falsch, denn der Song hat durchaus gewisse Ähnlichkeiten, auch wenn die Deutschen damals wohl ihre Oma verscherbelt hätten, um dieses Energielevel zu erreichen. 'Don't Go Away' klingt zu Beginn fast schon nach Barmusik, wobei ich vermute, spätestens nach dem ersten Bratgitarrenriff zerbröseln alle Gläser hinter der Theke. 'I'm Alive' dagegen klingt wie eine sleazige Variante der HELLACOPTERS, was ja recht gut zum angesprochenen Pure and Dirty Rock'n'Roll passt. Bei 'Without You' kommen mir sofort eine moderne und punkige Variante der STOOGES in den Sinn. Ein echtes Schmankerl haben sich THE STRADDLERZ für den letzten Track 'Junkie Bastards' aufgehoben, denn der Song klingt wirklich wie ein kleiner Zwilling von 'Just Because', meiner bescheidenen Meinung nach einer der stärksten Leistungen von JANE'S ADDICTION. Insofern haben THE STRADDLERZ also ein abwechslungsreiches Album abgeliefert, das wirklich jede Menge Spaß macht. Was natürlich auch an der Leistung von Filippin und Reynal liegt. Die Sängerin weiß mit einer rotzigen Röhre zu überzeugen, während sich Reynal an den sechs Saiten austobt. Ein echter Wermutstropfen ist allerdings die Produktion. Musik, wie sie THE STRADDLERZ zocken, steht und fällt mit einer dynamischen und klaren Produktion. Aber das hier hat weder mit dem einen noch dem anderen was zu tun. Keine Ahnung, was Lase Salgado sich bei Produktion und Mix gedacht hat, aber wenn ich nach drei Songs erstmal eine Pause brauche, weil dieser ab einer gewissen Lautstärke übersteuerte Klang an den Nerven zerrt und die, ähem, "Produktion" der ersten HELLHAMMER-Demos wie eine Wohltat für die Ohren anmutet, dann ist da definitv was falsch gelaufen. Daher gilt: Am besten selbst reinhören und eine Meinung bilden! Lassen wir die Produktion mal außen vor und halten uns nur an die Musik, bleiben am Ende des Tages immer noch siebeneinhalb Punkte stehen.

Spannend ist es allemal, was THE STRADDLERZ auf ihrem Debut abliefern, auch wenn sie irgendwie zwischen den Stühlen sitzen. Für den herkömmlichen Sleazer dürfte das Album zu hart sein, für alle anderen einfach nur zu überdreht. Mich hat es, abgesehen von der Produktion, überzeugt. Beim nächsten Album aber bitte nicht nur Vollgas ohne Ende, sondern auch mal 'ne ruhige Nummer zwischendurch zur Auflockerung.




Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. No Changes
02. Streets Of Love
03. Addiction
04. Circle Of Insanity
05. Open Your Eyes
06. Don't Go Away
07. I'm Alive
08. Without You
09. Junkie Bastard
Band Website: www.facebook.com/thestraddlerzofficial
Medium: CD
Spieldauer: 35:54 Minuten
VÖ: 29.01.2021

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26.01.2021 The Straddlerz(7.5/10) von baarikärpänen

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