Livebericht Karnivool |
| Ein Livebericht von Lestat aus Wiesbaden (Schlachthof) - 29.04.2026 (408 mal gelesen) |
Lang, lang ist's her: Sage und schreibe 13 Jahre hatten KARNIVOOL kein Album mehr veröffentlicht. Dieses Jahr war es endlich wieder so weit: mit "In Verses" veröffentlichten sie einen neuen Langspieler. Neue Alben müssen natürlich auch auf einer Tour präsentiert werden. So begab es sich, dass man die Genies der INTERVALS einpackte und auf Super-Prog-Tour ging. Die haben derzeit zwar kein neues Album draußen, ihren Klängen kann man aber jederzeit sehr gut lauschen. Ein Zwischenstopp auf dieser Tour liegt auch in Wiesbaden im Schlachthof.
Pünktlich um acht Uhr betreten die INTERVALS die Bretter der Bühne und eröffnen - wie immer ohne große Show - mit 'Neurogenesis' von ihrer letzten Platte "Memory Palace" die Show. Ich muss ja ehrlicherweise gestehen, dass ich auf Platte nur selten einen Bezug zu den Kanadiern herstellen kann. Live läuft die Sache aber umso besser. Trotz allen Griffbrettgefrickels macht die Musik live einfach Spaß, und vom ersten Takt entwickelt Drummer Nathan Bulla einen Groove, der die Musik richtiggehend leicht verdaulich erscheinen lässt. Im Laufe des Abends kommt es auch zu einigen wenigen Ansagen, im Wesentlichen wird die Musik aber für sich allein im Raum stehen gelassen. Das ist nicht tragisch, denn Titel wie 'Mata Hari' oder 'Leave No Stone' stehen auch für sich alleine sehr gut und werden vom Publikum entsprechend positiv goutiert. Insgesamt fällt am Ende bei der Setlist allerdings auf, dass neben dem Schwerpunkt auf "Memory Palace" mit "In Time" auch zwei ganz alte Songs in der Setlist dabei sind.
Nach etwa einer halben Stunde Umbaupause schwingen sich die australischen KARNIVOOL auf die Bühne. Der Opener ihrer aktuellen Scheibe "In Verses" ist auch der Opener der Show, schon mit ihrem zweiten Lied 'Simple Boy' springen sie zurück in die Vergangenheit. Die Band ist zwar von Anfang an voll da, aber ein oder zwei Lieder braucht es, bis der Funke überspringt. Von Lied zu Lied tauen Sänger Ian Kenny und das Publikum aber mehr auf. Mit ihrem Wechsel zwischen alten und neuen Liedern halten sie alle Fans bei der Stange. Das ändert allerdings nichts daran, dass meiner Meinung nach manchmal der letzte Punch fehlt, die nötige Konsequenz, um vollends überzeugen und mitreißen zu können. Das hindert das Publikum allerdings nicht daran, KARNIVOOL zu feiern. Und so ist es reine Formsache, dass nach dem "letzten" Lied 'New Day' noch eine Zugabe gegeben wird - passenderweise auch die letzten beiden Songs des Albums: 'Opal' und 'Salva'. Insgesamt schade, dass sie diese eher ruhigeren Nummern als Abschied gewählt haben, ein bisschen mehr Power als letzter Eindruck hätte dem Abend ganz gut zu Gesicht gestanden. Nach insgesamt gut 90 Minuten ist dann endgültig Feierabend.
Setlist:
01. Ghost
02. Simple Boy
03. Aozora
04. Goliath
05. Drone
06. We Are
07. Deadman
08. All It Takes
09. Animation
10. Themata
11. Roquefort
12. New Day
Zugabe:
13. Opal
14. Salva |