Livebericht Avatar (mit Alien Weaponry )

Ein Livebericht von Lestat aus Wiesbaden (Schlachthof) - 09.03.2026 (567 mal gelesen)
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Die außergewöhnlichen Metaller von AVATAR besuchen auf ihrer derzeitigen Tour auch den Schlachthof in Wiesbaden. Die Schweden haben vor Kurzem "Don't Go In The Forest" veröffentlicht und wollen das nun auf ihre eigene, ganz besondere Weise auch dem Publikum präsentieren. Mit dabei sind ALIEN WEAPONRY mit ihrem Maori Metal aus Neuseeland und AGABAS. Eine spannende Mischung!

imgrightDen Anfang am heutigen Abend machen AGABAS. Bis zu diesem Moment hat mir diese Band nichts gesagt, aber schon die Tatsache, dass ein Saxophonist mit auf der Bühne steht zeigt, dass die Grenzen des Möglichen ausgelotet werden. Sie selbst stellen ihren Musikstil als "Death Jazz" vor. Konkret bedeutet das, dass neben den für Death Metal üblichen Growls teilweise wirre, teilweise dissonante Songstrukturen mit Saxon-Leads und -Soli kombiniert werden und das Ganze am Ende aber nicht wie ein Unfall, sondern gut und gewollt klingt. Kombiniert wird diese eigensinnige Stilrichtung mit einer Energie auf der Bühne, die ihresgleichen Sucht. Allein in dem kurzen Gig als erster Warm-up gibt es zwei Ausflüge ins Publikum durch Sänger Sondre und ein Gitarrensolo, das gespielt wird, während man auf der Crowd surft. Dazu wilde Posen, eine durch viel Nebel irgendwie surreal wirkende Lichtshow und eine Klamotte, die auch den 70ern entlehnt sein könnte. Die Menge dankt es durch viel Stimmung und Applaus, und auf ihre Weise passen sie perfekt zu AVATAR.

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Nach diesem irgendwie psychedelischen Gesamtkunstwerk stehen ALIEN WEAPONRY an. Und genauso wie der Bühnenaufbau ist auch das Quasi-Intro minimalistisch gehalten. Nacheinander, beginnend mit Schlagzeuger Henry de Jong, gefolgt von Basist Turanga Morgan-Edmonds und Sänger Lewis de Jong betritt die Band Haka tanzend die Bühne. Der Ton ist gesetzt. Mit 'Rū Ana Te Whenua' von ihrer ersten Veröffentlichung "Tū" schließen sie entsprechend passend an. Es folgen drei Lieder ihres aktuellen Albums "Te Ra", um mit 'Kai Tangate' wieder zu den Anfängen zurückzukehren. Trotz des Minimalismus - keine große Lichtshow, kein Nebel, keine Bühnendeko - machen ALIEN WEAPONRY richtig Stimmung. Oder aber vielleicht auch gerade deswegen, weil der Fokus eben auf dem Wesentlichen: dem Groove, der Musik liegt. Und damit die Texte in Maori intensiver wirken und mitreißen. Die Band selbst zeigt sich auch äußerst aktiv auf der Bühne und hat sichtbar Spaß. Der Kontrast zu AGABAS hätte kaum größer sein können.

imgrightDie Anweisung war klar: Fotos aus dem Fotograben erst ab dem zweiten Lied! Man rechnet also mit Bombast, Feuer, Explosion oder sonst was. Stattdessen kommt die Band mit Johannes Eckerström als Fährmann auf eine in Blau getünchte und stark eingenebelte Bühne gefahren und sorgt so für die ersten Gänsehautmomente mit ihrem Opener 'Captain Goat'. Es folgt 'Silence In The Age Of Apes' und damit eines der härteren Lieder der Band. Johannes zeigt sich in bester Laune und mit seinem Stageposing und den Grimassen trägt er unglaublich zur Unterhaltung bei. Nicht zuletzt lebt die Show aber auch von den auf Deutsch vorgetragenen Ansagen. Er spricht zwar nach eigenem Bekunden nicht gut Deutsch (Spoiler: er spricht es fast akzentfrei), aber besser als das Publikum Schwedisch, weswegen er sich dazu durchgerungen hat, die Ansagen besser auf Deutsch zu machen. Man spielt sich durch so ziemlich die ganze Discographie mit einer klaren Betonung auf ihr aktuelles Werk, als nach elf Liedern ein Break in Form einer leeren Bühne und 'Glory To The King' vom Tonband kommt. Mit der fast schon logischen Konsequenz, dass 'Legend Of The King' folgt - ein Power Metal-Kracher, vorgetragen auf einem Thron und sitzend. Die Show neigt sich nach zwei weiteren Liedern dem Ende, nach frenetischen Aufforderungen durch das Publikum lassen sich AVATAR dann aber noch zu drei Zugaben hinreißen, gipfelnd in 'Hail To The Apocalypse'.

Bei aller launigen Unterhaltung, nicht nur durch Johannes mit seiner eigenen Art, sondern auch durch die unglaublich abwechslungsreiche Setlist, merkt man im positiven Sinne in jeder Sekunde die Professionalität der Band. Die Bewegungen auf der Bühne wirken nicht hölzern, aber im Wesentlichen auf eine gewisse Art choreographiert, beispielsweise wenn regelmäßig das Schlagzeug in der Mitte geteilt wird und die Band oder Teile davon durch dieses Tor hinter die Bühne verschwinden. Die Lichtshow, die Ansagen, die Bühnenpräsenz - es ist eine vollumfängliche Show. Daher sei an dieser Stelle die Empfehlung ausgesprochen: Wenn AVATAR in eure Nähe kommen: Wenn ihr auch nur ein bisschen offen für Genrebrüche seid, besucht die Show!

Setlist:
01. Captain Goat
02. Silence In The Age Of Apes
03. The Eagle Has Landed
04. In The Airwaves
05. Bloody Angel
06. Death And Glitz
07. Blod
08. The Dirt I'm Buried In
09. Colossus
10. Torn Apart
11. Howling At The Waves
12. Glory To Our King
13. Legend Of The King
14. Let It Burn
15. Tonight We Must Be Warriors

Zugabe:
16. Don't Go in the Forest
17. Smells Like A Freakshow
18. Hail The Apocalypse
Location Details
Schlachthof in Wiesbaden (Deutschland)
Website:www.schlachthof-wiesbaden.de
Adresse:Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

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