Livebericht Jinjer (mit Unprocessed und Textures)

Ein Livebericht von Lestat aus Wiesbaden (Schlachthof) - 13.02.2026 (653 mal gelesen)
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Lang, lang ist's her: Zuletzt waren JINJER 2019 auf großer Headlinertour in Europa unterwegs. Jetzt, über sechs Jahre später, haben sie die Niederländer TEXTURES und die Wiesbadener UNPROCESSED eingepackt und machen unter anderem auch in Wiesbaden im Schlachthof Halt. Eine spannende Kombination von Bands, die zwar ihre Gemeinsamkeiten haben, aber doch ziemlich unterschiedlichen Stilrichtungen zugeordnet werden können. Einem unterhaltsamen Abend sollte also nichts im Wege stehen, oder?

imgrightDen Anfang machen TEXTURES mit ihrem polyrhythmischen Prog Metal. Zufälligerweise haben sie mit "Genoytpe" ein neues Album im Gepäck und präsentieren gleich als erstes Lied davon 'Closer To The Uknown'. Die Zuschauer sind von Anfang an gut dabei, was einerseits ein wenig überraschend ist bei einer ersten Vorband, andererseits aber sicher auch daran liegt, dass die Band trotz aller Polyrhythmik und Progginess auf ihre Art wohlgefällig und eingängig ist. Weiter geht es mit einem Dreierblock älterer Lieder, beginnend mit 'New Horizons'. Insgesamt ist die Setlist eine Zeitreise. Von der "Genotype" wird nur noch 'Measuring The Heavens' gespielt. Die Stimmung ist durch die Bank gut und die Fans feiern die Band ab. Auch muss konstatiert werden, dass TEXTURES bereits eine recht gute Lichtshow mitbringen, was für eine erste von drei Bands nicht die Regel ist. Alles in allem also ein guter Einheizer, der nach zirka 40 Minuten am Ende seiner Show angekommen ist.

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Ein wenig mit Spannung warten wir dann auf UNPROCESSED. Man konnte in der Vergangenheit merken, dass ein wenig Geld in den Werbeetat geflossen ist. So gab es bereits beim Euroblast Festival 2025 in Köln Aufsteller, mit denen man sich fotografieren konnte, damit es aussieht, als habe man Engelsflügel. Sehr schnell wird klar, dass diese Show etwas Besonderes sein wird. Es gibt extra Lichttechnik, die vor JINJER wieder abgebaut werden wird und ein riesiges Backdrop, sodass man denken könnte, dass hier bereits der Headliner auf der Bühne steht. Mit ihrem Opener '111' zimmern die Wiesbadener ein ordentliches Brett auf's Parkett, in dem sich Doublebassraserei mit massiven Screems abwechseln mit ruhigeren, fast atmosphärischen Parts mit klarem, leicht psychodelischem Gesang. Auch im nächsten Lied 'Sleeping With Ghosts' setzt sich dieses Schema fort, immer unterstützt von Drumloops oder sonstiger elektrischer Unterstützung. Sänger Manuel Gardner Fernandes gibt sich Mühe, die Menge anzuheizen, aber so richtig ist diese nicht von Anfang an auf seiner Seite - was angesichts dessen, dass Wiesbaden ein Heimspiel ist, ein wenig erstaunt. Die Lichtshow des Konzerts ist fulminant und unterstreicht die Musik sehr gut, sodass im Weiteren die Stimmung immer besser wird.

Neben der Musik fällt noch ein wenig auf, dass stets zwei Kameraleute auf der Bühne sind und filmen - und dass Manuel gefühlt bei jedem Lied die Gitarre wechselt. Nach 45 intensiven Minuten, bei denen der Schwerpunkt naheliegenderweise auf dem aktuellen Album "Angels" liegt, ist die Show dann auch vorbei.

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Nach einigem Changeover, was vor allem daran liegt, dass die ganze UNPROCESSED-Technik abgebaut werden muss, entern schließlich JINJER die Bühne. Der Kontrast könnte härter fast nicht sein. Kein Bühnenaufbau abgesehen von einer riesigen LED-Leinwand. Kaum Intro, die Bandmitglieder kommen einfach nacheinander auf die Bühne und legen mit 'Duél' los. Alle außer Tatiana in Schwarz gekleidet. Diese dafür in einer Art zerfleddertem Brautkleid mit Korsage. Überhaupt ist die ganze Show auf sie zugeschnitten. Ihre Bühnenpräsenz ist das, was mitreißt. Sie füllt die ansonsten kahle Bühne aus, wie man es selten erlebt. Die Musik empfinde ich zugegebenermaßen auf Platte eher als sperrig. Nicht so live. Die Songs reißen mit, die Fans sind von der ersten Sekunde an am Abfeiern. Mit Ansagen hält sich Tatiana nicht lange auf. Die sind aber auch gar nicht notwendig. Die Klasse von JINJER ganz klar, so viel Power auf die Bühne zu bringen, dass die Menge kocht. Die meist neuen Lieder werden bis zum Ende gefeiert, das für die reguläre Setlist 'Pisces' bildet, als Zugabe gibt es schließlich 'Sit Stay Roll Over'.

Am Ende ein grandioser Konzertabend, bei dem alle drei Bands auf ihre Weise überzeugen konnten. Insbesondere JINJER sind beim nächsten Konzert in der Nähe wieder Pflicht!

Setlist:
01. Duél
02. Green Serpent
03. Fast Draw
04. Vortex
05. Disclosure
06. Tantrum
07. Teacher, Teacher!
08. Kafka
09. Judgement (& Punishment)
10. Hedonist
11. I Speak Astronomy
12. Perennial
13. Someone`s Daughter
14. Rogue
15. Pisces

Zugabe:
16. Sit Stay Toll Over
Location Details
Schlachthof in Wiesbaden (Deutschland)
Website:www.schlachthof-wiesbaden.de
Adresse:Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

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