Livebericht Doro (mit Holy Mother )

Ein Livebericht von Elvis aus Mannheim (Maimarktclub) - 19.12.2025 (230 mal gelesen)
Die Adventszeit ist eine Jahreszeit, die voller Traditionen steckt. Neben all den üblichen saisonalen Erfreulichkeiten gibt es auch schon seit vielen Jahren musikalische Gewissheiten, die ebenfalls für wohlige Beständigkeit sorgen, so etwa die jährliche Wintertournee von DORO im Dezember. Mit schöner Regelmäßigkeit gibt die Queen Of Metal hierzulande eine Handvoll Konzerte in diesem Zeitraum, die übers ganze Land verteilt die festliche Stimmung auf eine besondere Weise nur verstärken.

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Das heutige Konzert findet im Maimarktclub in Mannheim statt, eine Location, an der ich selbst schon seit etlichen Jahren nicht mehr gewesen bin, aber in der Summe tatsächlich mich fast schon fragen muss, warum eigentlich. Der Maimarkt-Komplex bietet neben einer unkomplizierten Anfahrt am Stadtrand zunächst einmal Parkplätze en masse, die mit pauschalen fünf Euro zudem sehr fair liegen. Einen kurzen Fußweg weiter vor dem Eingangstor lassen sich sowohl die Gästeliste als auch der eigentliche Einlass ziemlich zügig abhaken. Mangels Fotopass möge man die eher exemplarischen Bilder bitte mehr als Illustration betrachten.

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Sehr praktisch auch: nicht weit hinterm Eingang befindet sich ein Geldautomat der Sparkasse, was definitiv Gold wert ist, wenn etwa am Merchandise-Stand keine Kartenzahlung möglich ist (was heute bei DORO jedoch nicht der Fall ist). Gerade die Möglichkeit, bei Bedarf auch problemlos nochmals aus der Halle gehen zu können, um Geld zu ziehen, finde ich sehr besucherfreundlich. Am eigentlichen Maimarktclub angekommen, können die Raucher bei Bedarf vor der Hallentür bequem ihren Gelüsten frönen, während sich drinnen schon eine ordentliche Menge Besucher tummelt. Natürlich ist auch der Merchstand gut frequentiert und das Sortiment, welches angeboten wird, ist abwechslungsreich und hat sogar einen saisonalen Touch. Neben verschiedenen Tourshirts, Patches, CDs, LPs - eben was man so erwarten darf - gibt es heute etwa auch Weihnachtskugeln oder einen Xmas-Sweater zu erwerben. Preislich wird der DORO-Fan heute dabei nicht über den Tisch gezogen, denn 35 Euro für das (wirklich gut gemachte) Tourshirt zum Beispiel ist in der heutigen Zeit vielleicht nicht billig, aber im Vergleich doch okay. Der Sweater geht mit 50 Euro über die Theke, was dafür auch vollkommen in Ordnung ist. Der Andrang gibt dem Ganzen jedenfalls recht und auch ich komme nicht dran vorbei, den ein oder anderen Euro dazulassen.

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Das Vorprogramm bestreiten heute HOLY MOTHER aus New York, die nicht zum ersten Mal mit DORO unterwegs sind. Die Band um Sänger Mike Tirelli spielt einen durchaus abwechslungsreichen Heavy Rock, der beim Publikum für eine gute Stimmung sorgt. Gegen Ende des Gigs wird auch 'Holy Diver' gecovert, was üblicherweise ja keine sonderlich gute Idee ist, da DIO dafür nun mal das gesangliche Maß der Dinge war. Doch sowohl spielerisch als auch gesanglich schlagen HOLY MOTHER sich dabei tatsächlich mehr als nur passabel. Das Publikum scheint jedenfalls in der Summe angetan und wer jetzt von den New Yorkern überzeugt werden konnte, hat sogar die Möglichkeit, am Merchstand für die kommende Headliner-Tour im Frühjahr 2026 Tickets zum Vorzugspreis kaufen zu können. Keine schlechte Idee, oder? Auf dem Weg zum Merch kommt man zwangsläufig am Getränkestand vorbei und auch hier muss ich ein Lob aussprechen. Im Jahr 2025 für einen halben Liter gezapfte Bier fünf Euro zu verlangen, ist in der heutigen Zeit stramm angezogener Getränkepreise bei Veranstaltungen vollkommen fair und wer nicht will oder mag, bekommt natürlich auch genug antialkoholische Alternativen (oder auch Longdrinks) zu absolut fairen Konditionen. Der Andrang gibt auch hier der Preisgestaltung recht.

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In all dieser netten, entspannten Atmosphäre ist es schon gar nicht mehr so lange hin bis zum Headliner und so fängt das Spektakel denn auch gewohnt energiegeladen an. 'Time For Justice' vom letzten regulären Album ist wieder einmal der Opener eines Sets, welches von Spielfreude, Energie und einer wunderbaren Mischung aus ebenso unvermeidbaren wie unverwüstlichen Klassikern, neuen Songs und der ein oder anderen Perle daherkommt. Auch wenn die Energie von DORO schon mit dem Opener direkt auf das Mannheimer Publikum überspringt, kann natürlich der WARLOCK-Klassiker 'I Rule The Ruins' dem nur noch einen draufsetzen. Fast schon überflüssig, mit 'Do You Like It?' von "Love Me In Black" quasi zu fragen, ob das gefällt, denn in Mannheim sind nicht nur die gelegentlichen Pyros 'Fire In The Sky'. Während 'Burning The Witches' vom WARLOCK-Debüt zwangsläufig im Set landen musste, darf man sich über 'Fight For Rock' von "True As Steel" definitiv freuen, dass es in den letzten Jahren wieder mehr im Set gelandet ist. 'Warriors Of The Sea' von der aktuellsten Veröffentlichung klappt live definitiv auch prima, während auch das erste Album nach WARLOCK, "Force Majeure", mit 'Hellraiser' einen verdienten Kracher spendiert bekommt.

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Es ist klar, dass Songs wie 'Earthshaker Rock', 'Metal Racer' oder 'Hellbound' (das gleichnamige WARLOCK-Album hat ja quasi Jubiläum) grundsätzlich abgefeiert werden, aber es ist DORO - und damit meine ich sowohl die Queen Of Metal als auch ihre Band - hoch anzurechnen, dass all die bekannten WARLOCK-Hymnen auch 2025 nicht einfach nur runtergezockt, sondern regelrecht zelebriert werden. Egal, wie oft diese Songs schon gespielt worden sein mögen, heute werden sie mit verdammt viel Liebe, Elan und Emotionen gespielt. 'Für Immer' ist nicht nur für Doro Pesch stets ein Highlight im Set, auch das Publikum in Mannheim ist hier voll dabei. Auch 'Raise Your Fist In The Air' funktioniert live immer noch blendend - und dass 'All We Are' (grade mit dem schon erwähnten Elan der Band) abgefeiert wird, ist wohl keine Frage. Da wir uns schon fast beim zehnten Todestag von Lemmy befinden, gibt es heute mal anders als in den letzten Jahren weder 'Breaking The Law' noch 'Living After Midnight' von JUDAS PRIEST als Cover, sondern tatsächlich 'Ace Of Spades'. Und ja, auch hier steckt so viel Herzblut drin, dass man sich auch über dieses Cover ernsthaft freut. Und auch wenn eigentlich langsam im Maimarktclub mal Schluss sein sollte, kann DORO nicht anders, als dann doch auch noch ein paar Wünsche zu erfüllen und so gibt es ungeplant auch noch 'Out Of Control' zu hören, zu meiner persönliche Freude auch 'True As Steel'. Gerade dieser Song hat heute derart viel Saft und Energie, dass ich mir nicht sicher bin, wann ich ihn zuletzt live so gut gehört habe. 'Love Me In Black' als wirklich letzter Song ist dann als Ballade tatsächlich irgendwie doch sehr passend so kurz vor Weihnachten und während Doro Pesch sich noch ausgedehnt mit verdammt guter Laune von der Bühne verabschiedet, gibt es vom Band 'Rock 'n' Roll Christmas Party', wobei sie sich nicht nehmen lässt, den Refrain noch drüber zu singen.

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Insgesamt endet damit ein hervorragendes Konzert, und auch wenn ich von DORO eigentlich immer ein hohes Niveau gewohnt bin, in so bestechender Form und mit so derart viel Bock und Tightness habe ich die Band tatsächlich selten gesehen. Ob das der Grund war, warum diese Tour unter dem Titel "Winter Magic" lief? Wie auch immer, auch 2025 ist die blonde Dame aus Düsseldorf mit kaum zu glaubenden 61 Jahren stimmlich immer noch über jeden Zweifel erhaben und muss sich keine Sorgen machen, ihren Titel als Queen Of Metal absehbar streitig gemacht zu bekommen.
Location Details
Maimarktclub in Mannheim (Deutschland)
Adresse:Xaver-Fuhr-Straße 101, 68163 Mannheim

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