Banner, 468 x 60, mit Claim


Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2021
Headbangers Open Air 2021 (Corona Edition)

Ironhammer Festival 2021

Riddle Of Steel 2021

Interview mit Band/Mailinterview von Gravety

Ein Interview von Warlord vom 28.06.2012 (3354 mal gelesen)
Etwas bange war mir hinsichtlich der Antworten der Thrash'n'Doomer GRAVETY, fielen meine Fragen doch aufgrund mangelnder Begeisterung für ihr Debut-Album "Into The Grave" etwas überkritisch aus. Diese Sorge war umsonst, erwiesen sich die Jungs doch als echte Metaller, denen es bis zum Schluss nicht an Humor und auch keineswegs an Diskussionsfreude mangelte. Deswegen an dieser Stelle einen Extradank an die saarländischen Untoten.

Hallo ihr GRAVETY-Zombies, hier ist Warlord von "Bleeding4Metal" und ihr könntet zuerst mal die Band, deren Mitglieder und den Werdegang, inklusive der Idee eures "Thrash'n'Doom"-Stils vorstellen.

Band/Mailinterview: Hi Warlord. Unsere Band haben wir vor gut drei Jahren in der aktuellen Besetzung gegründet. Darunter sind Kevin Portz (vox), Philipp Albert (git), Gernot Gebhard (git,growls), Simon Schmitt (bass) und Lukas Didion (drums). Nachdem wir merkten, dass die Chemie stimmt, haben wir angefangen, Songs für unser erstes Album zu schreiben. Unser Antrieb war und ist nach wie vor, Spaß am Heavy Metal zu haben und Musik von Fans für Fans zu machen. Die Frage nach dem Stil haben wir nach langem Hin und Her dabei mit "Thrash'n'Doom" beantwortet. Bevor wir erklären, wie es zu diesem Namen kam, erstmal noch eine Sache zu der Stilbezeichnung: Uns ging es nie darum ein neues Genre zu "erfinden" - im Gegenteil: in vielen Reviews wird dies ja heftigst diskutiert, wie schlimm doch diese Bezeichnung sei. Dabei soll dieser Name ausdrücken woher wir kommen. Wir nennen unsere Musik einfach so. Zur Entstehung: Philipp und Simon sind am meisten dem Thrash zugewandt, wohingegen Kevin einen starken Bezug zum Doom hat. Mit Vertretern aus beiden "Lagern" lag diese Bezeichnung eben aus unserer Sicht nahe. Wir fühlten uns auch mit diesem Namen gut, nachdem einer unserer Konzertbesucher zu uns meinte: "Was ihr macht ist heavy thrashing Doom Metal." Klar kann man unsere Musik auch schlicht und ergreifend Heavy Metal mit Ausreißern in diverse Subgenres nennen, doch uns gefiel "Thrash'n'Doom" einfach gut. Aber mal im Ernst: Wie du die Musik nennst ist doch letztendlich egal. Den meisten von uns geht dieses Schubladendenken sowieso auf den Sack. Schubladen sind nur da, um den Leuten eine ungefähre Vorstellung zu vermitteln, wie die Musik klingt. Letztendlich sollte man dann doch selbst reinhören. Etwas kategorisch abzulehnen bzw. mit nur halb geöffneten Ohren Musik zu hören ist ignorant.

Ich muss zugeben, von eurer neuen "Into The Grave"-Scheibe nicht gerade geplättet worden zu sein. Nichts für ungut deswegen, ein paar positive Aspekte hab' ich ja auch gefunden. Wie, wo und wann ist die Platte denn entstanden, wie alt sind die Songs, irgendwelche lustige Anekdoten bei den Aufnahmen?

Band/Mailinterview: Die Scheibe haben wir vor ziemlich genau einem Jahr bei Phil Hillen im SU2-Studio in Illingen aufgenommen. Die Songs sind eigentlich recht früh entstanden und im Laufe der ersten absolvierten Gigs Stück für Stück modifiziert worden. Das Songwriting ging ca. im Frühsommer 2009 los und endete irgendwann Ende 2010. Bei den Aufnahmen haben wir mit unserem Produzenten darüber diskutiert, wie viele Männer eine Frau gleichzeitig befriedigen kann...ingesamt kamen wir auf sechs. Lasst ruhig eure Fantasie spielen...

Was sind die Favoriten auf dem Album, gibt es unterschiedliche innerhalb der Band? Meine Highlights habe ich in der Kritik hervorgehoben, sicher gehört der Titeltrack dazu, der als kompletter Doomer auch leider einer der wenigen Songs ist, der diese Stilrichtung wirklich beinhaltet.

Band/Mailinterview: Im Prinzip decken sich unsere Favoriten auf der Scheibe innerhalb der Band sagen wir mal zu 80 Prozent. Da in unserer Band jeder mal "ran darf" - sprich eine(n) Song(-idee) beisteuert - hat somit auch jeder seinen Teil dazu beigetragen. Einer unserer Faves ist definitiv 'Axe Of Execution'. Aber das wechselt auch je nach Stimmungslage.

Mit dem Doom wird ja leider etwas gegeizt, war da nicht das Bedürfnis da, dem Versprechen "Thrash'n'Doom" Taten Folgen zu lassen, zumal ich auch nicht sonderlich viele Thrash-Elemente erkennen kann. Ich finde ihr spielt eher klassischen Heavy Metal mit vereinzelten Speed- und Doom-Metal Elementen?

Band/Mailinterview: Klassischer Heavy Metal ist die Basis der Songs, die Essenz unserer Musik, allerdings gibt es auch Doom-Elemente, wie z.B. den Chorus von 'Summoning Ritual', 'Curse Of The Catacombs' oder 'Decay Of Life'. Außerdem ist die Stimme von Kevin oft ziemlich doomig. Wie du es ja selbst sagst: Heavy Metal mit Doom/Thrash-Elementen, wobei der Thrash eher in Richtung alte METALLICA oder HEATHEN geht. Und sind wir doch mal ehrlich: eine klare Grenze zwischen Thrash- und Speed-Metal gibt es eigentlich nicht, oder? Thrash findet man vor allem in 'Judge Your God', 'False Messiah' und 'Axe Of Execution'.

Die Stimme von Kevin passt zum klassischen Metal, wenn sie auch über einige Strecken noch untrainiert und auch daneben wirkt. Die Death-Metal-Growls klappen an manchen Stellen, an manchen wirken sie aufgesetzt, ausserdem ist der Einsatz doch recht zaghaft und spärlich zu nennen. Wären hier nicht ordentliche Thrash-Background-Shouts à la ANTHRAX passender? Oder Chöre à la MANOWAR?

Band/Mailinterview: Mit den Growls wollen wir lediglich Akzente setzen, um die Songs ein wenig aufzulockern. In 'Summoning Ritual' z.B. benutzten wir dieses Mittel, um einen Dialog aufzubauen. Gang-Shouts, wie man sie von vielen Thrash-Bands kennt, ersetzen wir lieber durch fiese Growls. Die gehören zu uns dazu. Aber mal schauen, auf was für Ideen wir in den neuen Songs noch so kommen.. Das Hauptaugenmerk liegt aber definiv auf Kevins epischem Gesang, den wir in den kommenden Songs weiter ausbauen wollen. Wobei das aggressive, stellenweise gekeifte ebenso von Kevin kommt, wie du schon angemerkt hast.

Was sind eure Einflüsse, größten Idole, Vorbilder oder einfach nur gute Musiker, in beliebiger Reihenfolge. Schön wäre auch eine Alltime-Top-5 eurer liebsten Heavy Metal Alben.

Band/Mailinterview: Unsere Einflüsse sind sehr breit gefächert. Lukas steht z.B. auf AMON AMARTH und SYSTEM OF A DOWN, Phil auf METALLICA, MEGADETH und MANOWAR, Simon auf TESTAMENT, DEATH ANGEL und IRON MAIDEN, Gernot auf ICED EARTH, SAVATAGE und JUDAS PRIEST und Kevin auf ELVIS PRESLEY, BLACK SABBATH (auch die Dio- und Tony Martin-Ära) und KISS. Über eine Alltime Top 5 müssten wir erst wochenlang debattieren... aber im Endeffekt liegt die Schnittmenge unserer Haupteinflüsse wohl bei SABBATH, CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS, ICED EARTH, METALLICA, HEATHEN und US-Metal wie VICIOUS RUMOURS oder HELSTAR.

Ihr leidet leider, in meinen bescheidenen Ohren, unter dem von mir so betitelten Gitarrenwand/pappige Drums/lautloser Bass-Syndrom und befindet euch damit in sehr ehrenwerter Gesellschaft (z. B. ACCEPT). Auch auf die Gefahr mit zu viel Kritik zu nerven: was haltet ihr selbst von eurer Produktion und warum kann man bei modernen Metal-Produktionen nur noch so selten einen knackigen Bass hören?

Band/Mailinterview: Es war definitiv gewollt, kein überproduziertes Album zu machen. Und wenn man es nüchtern betrachtet ist es fast utopisch, komplett privat eine Produktion zu stemmen, die z.B. der "Evolution of Chaos" von HEATHEN ebenbürtig wäre. Abgesehen davon klingt die ebenso etwas zu steril. Aber ganz ehrlich: viele moderne Produktionen sind zu glattgebügelt, und da fehlt es dann doch an der gewissen Schippe Dreck. Natürlich gibt es das ein oder andere, was wir im Nachhinein anders machen würden... das kennt man ja so. Aber der Gitarrensound ist genau so geworden, wie von uns gewünscht. Die Produktion der letzten beiden ACCEPT-Scheiben finden wir, genauso wie die ebenfalls von Andy Sneap stammende HELL, sehr gelungen. Der Bass sollte gemeinsam mit den Drums das Fundament bilden und für Fülle sorgen. Scheinbar sieht das nicht jeder so, vielleicht ist er deswegen seltener knackig.

Was ist für die Zukunft geplant?

Band/Mailinterview: Viele Gigs und Festivals spielen und die nächsten Songs angehen, an denen wir schon fleißig am werkeln sind. In ca. zwei Jahren wird dann das zweite Album erscheinen. Wir versuchen, möglichst viele GRAVETY-Zombies zu erschaffen...ha ha!

Erzählt doch zum Abschluss noch euren besten Saarländer-Witz.

Band/Mailinterview: Es gibt keine Saarländer-Witze. Saarländer sind von Natur aus witzig.

Und euer bester Pfälzer-Witz?

Band/Mailinterview: Fragt der Chef die blonde Pfälzer Sekretärin: "Sagen Sie mir doch bitte mal, was für diese Woche im Terminkalender steht." Pfälzerin: "Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag..."

Hier mein bester Saarländer-Witz: Aliens überfallen die Erde und sezieren einen Saarländer. Als sie die Schädeldecke öffnen, sehen sie, dass im Innern des Kopfes nur ein silberner Draht verläuft. Sie schneiden den Draht durch. Dem Saarländer fallen die Ohren ab.

Band/Mailinterview: Hey, den kennen wir genau anders rum!

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

10.12.2021 Bow Down(8.5/10) von Tailgunner

08.05.2012 Into The Grave(6.0/10) von Warlord

Interviews

28.06.2012 von Warlord

12.01.2022 von Tailgunner

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!