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Interview mit Charly Steinhauer von Paradox

Ein Interview von Opa Steve vom 22.11.2009 (4279 mal gelesen)
Die Haare sind kürzer, aber das neue Material definitiv eine Sternstunde aktuellen Teutonen-Thrash. Wir fühlten Charly Steinhauer auf den Zahn, der mit neuer Mannschaft PARADOX wieder zurück auf die Bretter gehievt hat.

Hallöchen! Über 20 Jahre PARADOX, und aktuell bringt ihr - erst - das fünfte Album auf den Markt. Nicht alles lief glatt in dieser Zeit. Könnt ihr kurz für die jungen Fans die Probleme schildern, die ihr zwischen zwei Reunions zu bewältigen hattet?

Charly Steinhauer: Nach 2 sehr erfolgreichen Scheiben 1987 ("Product Of Imagination") und 1989 ("Heresy") lösten wir uns im Juli 1991 auf. Die Zeit des Grunge war gekommen. Der Thrash Metal wurde tot geredet und die Plattenfirmen glaubten nicht mehr an diese Art von Metal. Ich zog mich jahrelang aus dem Business zurück. Spielte hier und da mit verschiedenen Musikern hobbymäßig in Proberäumen bis 1998 das Angebot kam beim Wacken Open Air eine Reunion Show zu spielen. Kurz darauf bekamen wir dann einen Deal bei AFM-Records. Zusammen mit Alex Holzwarth (RHAPSODY OF FIRE) und Oli Holzwarth (BLIND GUARDIAN/TARJA) nahmen wir dann 2000 das Album "Collision Course" auf. Aus organisatorischen Gründen fiel dieses Line-Up leider auseinander und kurz darauf erlitt ich zahlreiche schwerste Schicksalsschläge, ehe ich selbst schwer krank wurde. Diese Darmkrankheit hat mich bis 2005 aus dem Verkehr gezogen. 2006 spielten wir dann eine Comebackshow beim Keep It True Festival und nahmen dann 2008 mit neuer Besetzung die 4. CD "Electrify" auf. Da das Line-Up stabil geblieben ist, dauerte es nur ein Kalenderjahr mehr um den Fans nun "Riot Squad" zu präsentieren.

Du bist hoffentlich gesundheitlich immer noch auf der Höhe und fühlst sich fit?

Charly Steinhauer: Topfit und motiviert. Es gilt einiges gut zu machen, was bedingt durch die Zwangspausen an Zeit verloren ging. Es gibt momentan keine gesundheitlichen Einschränkungen mehr. Alles ist gut verheilt.

Was ist es für ein Gefühl, jetzt zurückzukehren und wieder aktiv dabei zu sein?

Charly Steinhauer: Ein großartiges! Man ist wieder da angekommen wo man hingehört. Das Business selbst ist nicht immer das Beste, aber die Fans geben einem die Motivation weiter zu machen. Wir bekommen viele Komplimente für unsere Arbeit was uns sehr stolz macht. PARADOX wird deshalb der Szene noch lange Zeit erhalten bleiben. Das nötige Feuer dazu haben wir allemal.

Hattet ihr in der Vergangenheit noch Kontakt zur aktiven Metal-Szene in Deutschland, oder wart ihr eher zurückgezogen? Wie verbrachte Kai die Auszeiten?

Charly Steinhauer: Kai spielte in den 90igern in einer Band namens "Declaration Of Dependence". Somit hatte er noch regen Kontakt auch zu anderen Musikern in der Szene. Da er auch Rechtsanwalt im Musikrecht ist, war er permanent über alles, was so in der Szene abläuft informiert. Ich hingegen zog mich zwangsläufig zurück und hatte eher mit Schicksalsschlägen und Krankheiten zu kämpfen. Trotzdem kaufte ich mir regelmäßig die Metalmagazine und informierte mich über den Stand der Dinge. Als großer Metalfan kaufte ich mir natürlich auch ständig neue CDs. Kontakte aus früheren Tagen blieben auch erhalten, so dass man immer die Möglichkeit hatte das Neueste zu erfahren.

Wo rekrutiertet ihr die Neuzugänge Olli und Roland, bzw. welche musikalische Vorgeschichte haben sie?

Charly Steinhauer: Ein Freund von Olly machte Ihn darauf aufmerksam, dass bei PARADOX eine Stelle als Bassist zu vergeben ist und meldete sich daraufhin telefonisch bei Kai. Fast zeitgleich kam der Kontakt zu Roland zustande, der vorher bei "Soul Demise" die Felle gegerbt hatte. Wir hatten eine Announce in diversen regionalen Magazinen aufgegeben. Olly zockte noch bei einer genialen AC/DC Coverband, deren Konzert ich mal besuchte und mich als alten AC/DC Fan begeisterte.

Thrash ist gefühlt wieder stark im Kommen in Deutschland. Ist es dadurch leichter, als ursprüngliche Band der 80er Aufbruchsstimmung wieder Fuß zu fassen?

Charly Steinhauer: Ja. Es ist sogar erheblich leichter, wenn man sich das Fundament schon in den 80iger Jahren erarbeiten konnte. Fast alles aus dieser Zeit wird mit einem gewissen Kult verbunden. Es ist verdammt schwer heute für junge Bands geworden. Der Markt ist übersät mit guten und auch mittelmäßigeren Bands. Was früher noch relativ überschaubar war, ist heute das Problem. Der Fan weiß gar nicht mehr für was er sich entscheiden soll bei dem Überangebot. Es ist schwerer geworden einen Plattenvertrag zu guten Konditionen zu bekommen. Oft wird man über mehrere Optionen gehalten.

Wo würdet ihr eure Unterschiede zu den aktuellen jungen Thrash-Bands sehen?

Charly Steinhauer: Denke das fängt schon beim Gesang an. Die meisten Bands der neue jungen Thrash Generation bewegen sich eher im DESTRUCTION/KREATOR Stil, was den Gesang betrifft. Ich bin als Sänger eher melodischerer Schreihals, den man aber auch sofort wieder erkennt, weil eben untypisch. Man muss kein besonders guter Sänger sein um damit erfolgreich zu sein, wenn man eine Stimme mit Widererkennungswert besitzt. Ozzy ist ja bekanntlich auch nicht der größte Sänger, aber markant. Bei uns hört man sofort es ist PARADOX. Musikalisch gesehen bewegen wir uns im Power Speed Metal mit starken Thrash Einflüssen. Ich kenne keine Band, die klingt wie PARADOX. Wir haben mittlerweile zu einem eigenen Stil gefunden, den es nicht so oft gibt. Das macht uns zu einem Original. Viele der neueren Thrash Bands klingen mir persönlich zu gleich. Ich lieb sie aber trotzdem.

Gibt es bereits Tourpläne, um das aktuelle Album gebührend zu promoten?

Charly Steinhauer: Es gab schon diverse Angebote, die wir gerade prüfen. Wir wären gerne mit EVILE auf Tour, da Matt und mich eine Freundschaft verbindet und wir schon lange mal zusammen Konzerte spielen wollen. Dann haben sie das Angebot bekommen mit AMON AMARTH zu touren und auf dieser Tour starb kürzlich Michael Alexander, der Bassist der Band. (R.I.P. Mike!). Es gab auch schon diverse Wunschpakets DESTRUCTION/PARADOX. Mal sehn, was sich ergibt. Unsere Konzertagentur ist dran und es gibt einige Bands, mit denen wir gerne zusammen spielen würden. Auch ARTILLERY oder ONSLAUGHT würden gut zu uns passen. 2010 stehen auf jeden Fall etliche Konzerte auf dem Plan. Unsere erste Konzertreise nach Amerika ist auch gebucht. Dort spielen wir das ProgPower in Atlanta. Zudem bahnt sich Japan an. Dort ist unser zweitgrößter Markt. Wird also hoffentlich nicht mehr lange dauern, dort ebenfalls zugegen zu sein. Dann hieße es, einmal um die Welt mit PARADOX! Yeah! Es lebe der Traum!

Vielen Dank für eure Zeit - die letzten Worte an unsere Leser gehören Euch!

Charly Steinhauer: Wir freuen uns über jede Zuschrift auf unserer Fanseite www.myspace.com/paradoxbangers. Möchte noch verraten, dass wir Euch nicht sehr lange warten lassen wollen, bis das nächste Paradox Album erscheint. Ab Dezember wird konzentriert komponiert! Danke für euren Support! Metal Up!

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