Vor ihrem Auftritt im Escape in Wien hatten wir die große Freude, mit Sänger Baal, Gitarrist Morguloth und Drummer Sokar ein Interview zu führen.
Im Zuge des Roars From The Depth-Konzerts hatten wir die Gelegenheit, mit MAAT ein Interview zu führen. Die Suche nach einem ruhigen Plätzchen im Escape Metalcorner entpuppte sich als Herausforderung, das Escape glich schon vor der Show einem geschäftigen Bienenstock. Schlussendlich fand man in der Besenkammer ein wenig Stille, um locker mit der gut gelaunten Band plaudern zu können. Bereitwillig unseren Fragen stellten sich Sänger Baal, Gitarrist Morguloth und Schlagzeuger Sokar noch in Zivilkleidung und ungeschminkt.
Hallo, freut mich, euch wiederzusehen. Jetzt spielt ihr zum zweiten Mal hier im Escape, oder?
Baal:
Das erste Mal war glaube ich Januar 2025, du trägst das Shirt, sehe ich gerade.
Nur zur speziellen Anlässen.
Baal:
Heute ist ein spezieller Anlass.
Treibt euch hierher, weil es so gut war das letzte Mal?
Baal:
Es hat wirklich Spaß gemacht. Das Publikum ist richtig gut abgegangen. Das hat einfach wirklich Laune gemacht. Auch die Organisation ist super.
Sokar:
Wir haben die Jungs von VERMOCRACY halt in Tschechien bei einem kleinen Festival kennengelernt. Da kam dann irgendwie die Connection zustande und drum habt ihr uns hier nun zum zweiten Mal.
Finanziell zahlt es sich wohl nicht aus, es ist wahrscheinlich eher die Freude an der Musik?
Morguloth:
Als Band reich wird man davon nicht. Man kann so die Spritkosten decken und hoffen, dass die Fans heute einfach ein paar Shirts kaufen, ein paar Tonträger und damit kann man dann vielleicht ein bisschen Glück die nächste Platte finanzieren. Wie viele Tonträger verkauft sind, habe ich nicht gecheckt. Vinyl geht besser als CDs auf jeden Fall.
Baal:
Ja, kommt drauf an, kommt auf das Publikum und die Region an. Manchmal - ich würde sagen, zum Beispiel in Polen - haben sie uns alle CDs weggekauft, woanders kaufen die Fans weniger CDs, dafür mehr Platten. So gleicht sich das aus, mal so, mal so.
Ich kaufe immer Platten, aber nicht, weil sie besser klingen, sondern weil sie schöner sind.
Baal:
Ja, das trifft auf jeden Fall zu. Man hat was in der Hand. Wir haben auch ein paar quasi in unterschiedlichen Farben, also Designs da, wo das eigentliche Vinyl in unterschiedlichen Farben ist. Und das sieht auch einfach cool aus, finde ich, wenn man das so auf den Plattenspieler legt.
Ihr seid durchaus bekannt, aber nicht Weltstars. Ist es das Ziel, einmal Weltstar zu werden oder seid ihr zufrieden in eurer Nische? Oder geht euch die Kunst vor?
Baal:
Ich würde sagen, die Kunst geht vor.
Sokar:
Also ich glaube, dieses Weltstar-Ding und ein paar andere Sachen sehen wir, glaube ich, innerhalb der Band auch unterschiedlich. Aber ich glaube, wir sind zufrieden, wenn wir irgendwie die Mucke machen können, wenn wir die mal machen wollen, die Zeit dafür haben, sodass wir sie machen können, wie wir sie machen wollen. Und das dann so oft wie es geht auch live zu präsentieren. Das mit Arbeit, Familie und allen möglichen Dingen unter einen Hut zu kriegen, ist für die meisten Bands eh schon schwierig, so für uns teilweise auch. Aber genau, die Kunst geht insofern vor, dass man Spaß an der Sache hat und das macht, was man machen muss,.
Wie viele Platten habt ihr jetzt schon draußen?
Sokar:
Drei Alben und eine EP, vierte in der Planung.
Morguloth:
Also schreiben gerade neue Songs. Wir wollten eigentlich schon letztes Jahr ins Studio, vielleicht schaffen wir es dieses Jahr noch. Es wird aber, glaube ich, ein bisschen unrealistisch. Aber nächstes Jahr wollen wir eigentlich schon eine Platte aufnehmen und auch veröffentlichen.
Und wie wird die stilistisch - gleich oder anders oder besser?
Sokar:
Besser natürlich, immer besser. Also ich denke, sie schließt sich an die vorigen an und setzt quasi die Entwicklung fort, die wir mit den vorigen Platten gezeigt haben.
Baal:
Gerade bei der letzten Platte haben wir, glaube ich, einfach Einflüsse zugelassen, auch natürlich durch die neuen Mitglieder. Und ich glaube, der Trend wird so ein bisschen weitergehen. Aber ich glaube, wir bleiben ein paar Elementen treu. Also das Orientalische wird drin bleiben. Ich denke, auch textlich wird es weiter in die Richtung gehen, dass wir uns philosophischen und einigen sozialkritischen Themen widmen und die aber eben mit Bildern aus der altorientalischen, sag ich mal, Geschichtenwelt illustrieren.
Da habt ihr die volle Energie auf der Bühne. Wo nehmt ihr die her? Knipst ihr euch an und dann geht's los?
Sokar:
Wir haben Bock drauf.
 Morguloth:
Ich glaube, tatsächlich ist schon so ein bisschen anknipsen und los geht's, weil man hat ja auch Spaß an der Sache. Klar klingt es immer so ein bisschen abgedroschen, aber wenn der Musiker, der Künstler das richtig fühlt, dann kommt es bei dem Publikum ja auch an. Ich glaube eher, dass es vor allem bei Profibands schwieriger ist, nach so und so viel Jahren die Energie aufrecht zu halten. Vor allen Dingen, wenn du einfach routiniert immer live spielst, viel live spielst. Ich glaube, da wird es einfach schwer, den Spaß an der Sache aufrecht zu halten. Die Routine geht dann irgendwann halt dolle rein.
Ich sehe auch viele Bands mehrmals. Wenn man eine Band viermal sieht, dann merkt man schon, dass die sich schon ein bisschen totspielen.
Baal:
Ich hoffe, das passiert uns nicht. Also wir fühlen, glaube ich, auch einfach die Musik, die wir machen und was wir da auch ein Stück weit darstellen, auf die Bühne bringen wollen. Also ich glaube, das kommt auch an. Also ich fühle es auch jedes Mal. Ich habe jedes Mal Spaß daran, auch die Songs zu spielen, die mich auch selber bewegen. Und wenn das Publikum da mitmacht, das ist natürlich Wahnsinn, das hat hier auf jeden Fall letztes Mal richtig geklappt.
Morguloth:
Das pusht auf jeden Fall noch mehr. Und wenn du siehst, dass das Publikum Energie abgibt, kannst du die absorbieren quasi und noch mehr was auf den Topf legen.
Und auch die Maskerade, die ihr tragt, das trägt schon zur Stimmung bei.
Sokar:
Ich glaube, es ist schon anders, als wenn wir so dastehen. Also tatsächlich glaube ich auch, das macht was mit uns. Also für mich war das beim Einstieg der Band neu. Ich habe halt davor in einer Band gespielt, wo man halt so ganz normal ohne Schminke gespielt hat. Es ist schon so, wenn du dich schminkst und dich anders anziehst, dann kommt schon so ein anderes Feeling dabei raus und man schlüpft so ein bisschen in so eine Rolle. Und ich glaube, das passiert mit allen von uns. Und vor allem, wenn man dann gemeinsam auf die Bühne geht und gemeinsam performt. Also nicht, dass das ohne Maskerade nicht auch geht, aber ich habe ja schon beides durch und ich finde das schon was anderes.
Ich hatte das letzte Mal einen Freund von mir mit, der spielt in einer Coverband. Der hat mit Death Metal nichts am Hut, der hat euch mit offenem Mund zugesehen und war völlig geplättet und begeistert.
Morguloth:
Schön.
Sokar:
Das freut uns auch sehr.
Morguloth:
Mich freut es sehr, wenn jemand sagt, der hat eigentlich mit Death Metal nichts zu tun und trotzdem spürt er was bei der Musik und es kommt was bei ihm an und auch bei der Show. Das freut mich.
Macht ihr was, dass die Energie bleibt, oder bleibt die von selber aufrecht über die Jahre?
Sokar:
Ja, ich glaube, der Spaß an der Sache ist, glaube ich, der Schlüssel. Wenn du den Spaß irgendwann verlierst, egal ob das Fotografie ist oder sonst irgendwas, wenn du da nur noch so halbherzig dabei bist, dann werden die Bilder gegebenenfalls nicht so inspirierend oder so geil und so ist das, glaube ich, mit allen jeglichen Kunstformen auch. Und natürlich hat man mal nicht so gute Tage oder tut sich schwerer, klar. Aber grundsätzlich muss man da schon Bock drauf haben.
Morguloth:
Also wenn so viel zurückkommt vom Publikum, denke ich schon, dass wir es mitnehmen. Also wir analysieren das nicht groß. Wir freuen uns, wenn ein Gig gut gelaufen ist, die Stimmung gut war und das trägt, also mich trägt das auf jeden Fall auch weiter, zum Beispiel dann auch wieder in die nächsten Proben rein, wo wir dann an neuem Material arbeiten und ja, also das gibt einfach so ein bisschen Feedback. Man hat ein Gefühl, wenn man einen Song schreibt, passiert vielleicht das mit dem Publikum oder könnte so rüberkommen und dann inspiriert einen es auch selber, dass man da Spaß bei hat und eigentlich selber das so ein bisschen auch feiern kann.
Spielt ihr heute was anderes als das letzte Mal oder die gleiche Show?
Sokar:
Wir spielen heute einen neuen Song, den wir jetzt, glaube ich, auch zum dritten Mal live spielen, oder? Der ist relativ frisch.
Baal:
Ansonsten ist das Set ein bisschen anders.
Sokar:
Also wir rutschen immer mal mit Songs. Es gehen immer mal Songs rein, mal Songs raus. Manche bleiben immer im Set, aber für uns hält das auch einfach so ein bisschen frisch. Vor allen Dingen, wenn dann jemand auch da ist wie du, der uns schon gesehen hat, will man auch nicht vielleicht unbedingt genau die gleiche Reihenfolge, genau das gleiche Set hören.
Ja, ich freue mich schon auf die Show und sag danke.
Morguloth:
Cool, dir auch danke!
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