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Interview mit Brett von Ignite

Ein Interview von Eddieson vom 09.04.2022 (1417 mal gelesen)
Mit neuem Sänger und einem selbstbetiteltem Album melden sich IGNITE frisch und modern zurück. Gründungsmitglied und Bassist Brett gibt uns nähere Auskunft zum neuen Album und der Hardcore-Szene.

Hey Brett. Wie geht es dir?

Brett: Danke, mir geht es super. Das neue Material ist draußen und wir bereiten uns langsam auf die kommende Tour vor.

Genau, euer neues und selbstbetiteltes Album ist nun seit einiger Zeit raus. Nach so vielen Jahren im Geschäft, kann ich mir vorstellen, dass es die größte Herausforderungen ist, neue Songs zu schreiben ohne dabei die Band aus den Augen zu verlieren. Wie fühlst du dich also mit dem neuen Material?

Brett: Ich könnte nicht glücklicher damit sein. Klar, es war ne harte Arbeit, aber als wir mit den Aufnahmen fertig waren, fühlten wir, dass wir etwas ganz Besonderes in den Händen halten. Außerdem waren die Reaktionen auf die erste Single echt unglaublich. Das Album sollte aber am ganzen Stück gehört werden, womit ich nicht sagen will, dass sich ein Konzept dahinter verbirgt, aber es hat einen ganz besonderen Flow und eine spezielle Energie. Man kann sagen, es fühlt sich wie ein Liveset der Band an, wenn man es von vorne bis hinten hört.

Das kann ich bestätigen. Nach zwei Jahren ohne Album kommt ihr nun mit Eli, eurem neuen Sänger, in die Regale. Eli spielt ja auch bei HOLY GRAIL und INCITE Gitarre. Wie habt ihr ihn gefunden?

Brett: Wir haben Eli schon nach knappen sechs Monaten gefunden. Er war eine echte Überraschung für uns. Wir sind schon lange befreundet und plötzlich bekamen wir ein Tape, wo er einen IGNITE-Song singt. Wir waren positiv schockiert, denn dieser Typ ist nicht nur ein echtes Talent an der Gitarre, sondern hat auch eine kraftvolle Stimme, die perfekt zu IGNITE passt.

Jetzt spielt er in noch zwei nicht ganz unbekannten Bands und ist nun auch noch der Sänger bei IGNITE, was eh schon ein fulltime Job ist. Habt ihr keine Angst, dass ihr in Zeitnot kommt?

Brett: Außerhalb der Musik haben wir alle sehr straffe Zeitpläne. Wir alle müssen also sehr flexibel sein.

Du hast IGNITE vor über 30 Jahren gegründet und ihr klingt heute immer noch frisch und modern. Woher nimmst du die Inspirationen?

Brett: Ich glaube ganz viele Inspirationen kommen von den Vorzügen, die einem die Möglichkeit bietet, ständig auf Tour zu gehen und Songs zu schreiben. IGNITE entstand 1993 von ein paar Jungs, die einfach Bock hatten Musik zu machen, die sie mögen. Wir hatten damals keine Erwartungen, auf Tour zu gehen oder Alben zu veröffentlichen. Wir hatten einfach die Einstellung, dass, wenn man hart arbeitet, dann zahlt sich das irgendwann aus und man bekommt ganz viele Möglichkeiten. 1994 gingen wir mit SLAPSHOT auf Europa-Tour und das hat uns damals viele Türen geöffnet, was uns wiederum dazu brachte, zu erkennen, welche Möglichkeiten wir mit IGNITE haben. Außerdem haben wir immer daran geglaubt, dass die Songs, die wir schreiben, ein Vermächtnis für die Band darstellen und somit ist für mich das Songwriting die beste Inspiration. imgright

Das neue Album ist ein selbstbetiteltes Album und auf dem Cover ist die komplette Band inklusive aller Namen zu sehen. Was wollt ihr uns damit sagen?

Brett: Es ist der Beginn eines neuen Kapitels für IGNITE und wir wollten damit mit unserem "ersten" Album starten. Viele Bands benennen ihr erstes Album nach sich selbst und das fühlte sich für uns richtig an.

'On The Ropes' hat dieses melodische Bass-Intro, das mich ein wenig an euren alten Song 'You' erinnert. Für mich ist dieser melodische Bass eines der Trademarks für IGNITE.

Brett: Bei vielen meiner Basslinien lasse ich mich von großen Bassspielern inspirieren, die auch diesen Stil spielen. Peter Hook von JOY DIVISION ist mein größter Einfluss als Bassspieler. Ich lasse mich aber auch von Eric Avery von JANES ADDICTION oder Duff McKagan von GUNS 'N' ROSES inspirieren. Sie alle haben mir geholfen, meinen Stil zu finden und zu formen.

Worum geht es eigentlich in dem Song 'State Of Wisconsin'?

Brett: Der Song ist für alle diejenigen, die jemanden verloren haben. Eine Freundschaft, einen geliebten Menschen, irgendjemanden Wichtiges, deren Verlust uns dann in eine Dunkelheit zieht. Das ist dann natürlich immer sehr schwer damit umzugehen, aber wir müssen es lernen. In der Jugend lebt man immer selbstzerstörerisch, um fürs Leben zu lernen. Mit Selbsthass auf sich und darauf zurückzublicken, ist Teil des Lebens. Wir vollen versuchen, dass man dieses auch auf eine liebevolle Art und Weise tun kann. Wir glauben aber auch, dass es wichtig ist, um sich mit dieser Dunkelheit auseinanderzusetzen.

Brett, du bist nun seit über 30 Jahren Teil der Szene. Wie hat sich die Szene in dieser Zeit verändert? Hat sie sich überhaupt verändert?

Brett: Die Neunziger waren eine unglaubliche Zeit, um mit IGNITE zu starten. Die ganze Musikwelt driftete immer weiter Richtung rockigem Mainstream. 91/92 wurden METALLICA mit ihrem "schwarzen Album" zum Mainstream, die ganze Seattle-Szene wurde zu einem Radioprodukt, Metal und Punk Bands, wie SOCIAL DISTORTION oder PANTERA unterschrieben bei Major Labels und deren Songs liefen auf MTV und im Radio. Dann haben 1993 GREEN DAY und THE OFFSPRING zwei der größten Punkalben veröffentlicht, was der Punkszene natürlich einen ordentlich Schub gab. Labels, wie Fat Wreck, Epitaph, Victory, Vagrant und Roadrunner wurden riesen Indielabels. Große Festivals auf der ganzen Welt wollten unbedingt Punk und Hardcore Bands spielen lassen und Mainstream Magazine warfen ebenfalls ein Auge auf die Bands. Es war also die perfekte Zeit, um mit IGNITE zu starten. Die Industrie hat sich dramatisch verändert vor allem natürlich durch die technischen Entwicklungen. Ich liebe es, dass Menschen auf der ganzen Welt jetzt unsere Songs streamen können. Wir sehen, wo unsere Songs überall gestreamt werden und das ist fantastisch. Wir haben bisher nur in 50 Ländern gespielt, aber Spotify sagt uns, dass unsere Songs in über 130 Ländern gehört werden. Das ist wundervoll!

Eure Heimatstadt Orange County ist ein Schmelztiegel für Punk und Hardcore. Bands wie SOCIAL DISTORTION, AVENGED SEVENFOLD, THE OFFSPRING, UNIFORM CHOICE, nur um einige zu nennen, stammen von dort. Hat die Stadt immer noch einen Einfluss auf deine Musik und deine Kreativität?

Brett: Das hat sie absolut. Es ist der beste Ort in der Welt, in dem man nur leben kann. Durch die ganzen anderen Bands, die von hier stammen, fühlt man sich immer wieder aufs neue herausgefordert und wir sind definitiv von den Bands, die du genannt hast, auch beeinflusst worden.

Brett, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche dir alles Gute und überlasse dir die letzten Worte.

Brett: Jan, ich danke dir für das Interview. Unser Plan ist es natürlich, so viel zu touren wie möglich. Es gibt noch so viele Orte, an denen wir unsere Songs spielen wollen. Neben unserem neuen Album wollen wir auch weiterhin viele Alben veröffentlichen; wir lieben es, zusammen Musik zu schreiben und kreativ zu sein. Wenn die Welt irgendwann mal wieder zu ihrer Normalität zurückgekehrt ist, gibt es massig Reisepläne. Aber unabhängig von der Reisesituation gibt es einen neuen Elan innerhalb der Band und somit wird es nicht lange dauern, bis das nächste IGNITE-Album auf dem Tisch liegt.

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