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Interview mit Eric AK Knutson von Flotsam And Jetsam

Ein Interview von Rockmaster vom 14.07.2021 (4350 mal gelesen)
Eric AK Knutson von FLOSTAM AND JETSAM stand bleeding4metal.de zum Interview zur Verfügung und hat Fragen unter anderem zum aktuellen Album "Blood In The Water" beantwortet.

Hallo aus München, und danke, dass du dir Zeit für meine Fragen nimmst. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Release von "Blood In The Water", nach "End Of Chaos" einem weiteren Album mit ein paar richtigen Krachern. Die schnellen Riffs, melodischen Soli und das starke Drumming erinnern, lässt man mal den modernisierten Sound außer Betracht, an den guten alten Thrash Metal der frühen Jahre. Hattet ihr euch vorgenommen, wieder in diese Richtung zu gehen, oder hat sich das beim Schreiben der Songs einfach ergeben?

AK: Ich denke diese klassische Richtung war einfach eine natürliche Entwicklung. Wir haben uns sicher keine bestimmte Richtung vorgegeben.

Es heißt, du, Michael, Steve und Ken habt euch eure Songideen gegenseitig zugeschickt, um die Songs nach und nach zu verfeinern. War das der Schlüssel, so viel Power in den Titeln rüberzubringen?

AK: Ich bin mir nicht sicher, ob das das letzte Rezept ist gute Songs zu schreiben, aber bei uns scheint es funktioniert zu haben.

Die Lyrics von 'A Place To Die' sind schon erschütternd. Um was geht es in dem Song?

AK: In dem Text geht es um Alkoholsucht. Ich hatte viele Freunde mit Alkoholproblemen, und ich wollte ihnen einen Text schreiben, in dem sie sich wiederfinden können.

'Too Many Lives' wirft eine erschreckend simple Rechnung über die Weltbevölkerung auf, um dann eine ebenso erschreckend und einfache Lösung anzubieten. Wer ist das mit dem "Schlüssel", und meinen die das ernst?

AK: Ich habe ein paar Freunde aus ländlicheren Regionen, die im Scherz vorschlagen, Leute zu beseitigen sei der einzige Weg, das offenkundige Problem der Bevölkerung unseres Planeten zu bekämpfen. Meine persönliche Meinung dazu ist, man sollte keinen Sex mit jemand haben, außer man verhütet oder ist bereit, sich voll und ganz der Erziehung guter Menschen zu widmen. Das wäre eine viel bessere Lösung.

Mit welchen anderen Themen befasst ihr euch auf "Blood In The Water"?

AK: 'Walls' nimmt Stellung gegen Selbstmord, andere Themen sind der sorgsamere Umgang mit unserer Umwelt ('Burn The Sky', 'California Fires'), auf eine Katastrophe oder einen heftigen Einschlag vorbereitet zu sein ('Brace For Impact'), sich gegen Trickbetrüger und Personen, die einen ausnutzen wollen, zu wappnen ('Blood In The Water' und 'Undone'), der Angst, jemand Geliebtes zu verlieren ('Cry For The Dead'). 'Grey Dragon' ist in der Tat ein Militärflugzeug, 'The Wicked Hour' ist über das Böse, das in uns allen steckt. 'Re-Agression' befasst sich damit, wie man mit Wut umgehen kann - sei es die eigene oder die eines anderen. '7 Seconds 'Til The End Of The World' soll allen sagen, man soll nicht bis zu letzten Stunde warten, sein Leben auf die Kette zu kriegen und eine anständige Person zu sein.

Wie viel von der gesamten Produktion habt ihr selber übernommen? Ist es euch gelungen, genau den Sound zu erzeugen, den FLOTSAM AND JETSAM haben soll?

AK: Die Produktion bis zum Mix und zum Mastering ware eine Zusammenarbeit aller Bandmitglieder. Jeder hat einen gleichen Beitrag in Form von Meinungen und Ideen eingebracht.

Da gibt's im Netz eine alte Aufnahme von 1985, aus einem kleinen Club in Paris, wo ihr 'Hammerhead' und anderes großartiges Zeug, natürlich mit Jason und Ed, vor einem Dutzend oder zwei performt. Tolle Frisuren! Wenn du zurückblickst, welche Zeit war die bessere? Damals, jung, unbekannt und nichts zu verlieren, oder nach allen Hochs und Tiefs im Musikbusiness mit neu gewonnenem Ansehen (und hoffentlich ein paar lohnenswerten "Gehaltsschecks")?

AK: Na, auf die Kohle warte ich noch, aber wenn es um die Frage geht, in welcher Zeit ich mehr Spaß hatte? Ich wünschte, ich würde mich an mehr Dinge aus den alten Zeiten erinnern, aber ich möchte keine einzige Erfahrung aus all den Jahren missen. Und auch jetzt ist es großartig, ein Teil von FLOTSAM UND JETSAM zu sein.

Welches eurer vierzehn Studioalben würdest du als das Wichtigste in der Geschichte von FLOTSAM AND JETSAM einstufen?

AK: Manchmal fühlt es sich an als sei alles, was wir bisher gemacht haben, nur Proben für das gewesen, was wir jetzt sind. Vom Standpunkt der Karriere ist das neue Album sicher das Bedeutendste für mich. Auf unserem selbstbetiteltem Album, "End Of Chaos" und dem aktuellen Album haben wir uns in eine Richtung entwickelt, auf die ich sehr stolz bin.

Auf eurem neuen Album zeigt ihr auch eine - für Thrash Metal - ungewöhnlich emotionale Seite in 'Cry For The Dead'. Geht es in dem Titel um eine sehr persönliche Erfahrung, oder dürfen wir ihn als ein Klagelied für die fast vier Millionen Opfer der weltweiten Pandemie verstehen?

AK: Ich habe in der Pandemie beinahe meine Mutter verloren, und ich wollte allen, die jemanden an diese Krankheit verloren haben, wissen lassen, dass sie nicht alleine sind.

Wie habt ihr denn generell das vergangene Jahr erlebt? Festivals wurden (und werden wahrscheinlich noch eine Weile) abgesagt, keine Touren, keine Live Shows. War Komponieren und Aufnehmen ein Weg, mit der Situation umzugehen?

AK: Ich musste mich mit anderen, nicht musikbezogenen Projekten beschäftigen, um nicht durchzudrehen. Ich habe mir ein paar Sachen aufgebaut und ein Leben abseits der Band. Dadurch weiß ich aber das Musikgeschäft und die Band noch mehr zu schätzen.

Plant ihr eine Tour mit den Titeln von "Blood In The Water" im Gepäck? Und mit wem würdet ihr gerne auf Tour gehen? Todd La Torre hat ein Double Feature mit QUEENSRYCHE vorgeschlagen, oder wie wär's mit METALLICA (vielleicht würde ja Jason nochmal vorbeischauen)?

AK: Wir planen schon ein bisschen, allzuviel kann man aber gerade nicht im Voraus planen, bei der unsicheren gesundheitlichen Lage in der Welt. Eine Tour mit QUEENSRYCHE wäre klasse, ich bin ein Fan von ihnen und ein Fan von Todd, er ist ein großartiger Sänger. Mit METALLICA wird sowas wohl nie zusammengehen, die können sich jeden aussuchen, den sie wollen. Obwohl das auch toll wäre.

Apropos, da gab es mal eine Band namens PARADOX, die Quellen zufolge von Jason und Kelly 1981 gegründet wurde. Ist es nicht langsam Zeit, über eine Jubiläumstour oder eine Jubiläumsbox nachzudenken?

AK: Ich würde wahnsinnig gerne ein paar alte Songs aus den frühen Jahren ausgraben, die nur Wenige jemals gehört haben, aber es macht für mich wenig Sinn, dem den Vorrang zu geben vor dem Schreiben neuer Musik.

Vielen Dank für das Interview!

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