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Ein Interview von Onkel Fellfresse vom 29.01.2021 (2067 mal gelesen)
Zum Jahresende haben sich die Ruhrpott-Thrasher CEREBRAL INVASION mit ihrer selbstbetitelten EP bei mir die verdiente Höchstnote abgeholt. Grund genug, die Aktivitäten der Band näher zu beleuchten.

(Foto: Tom Row)

Hallo in den Ruhrpott! Mahmood, vielen Dank für deine Zeit, auf meine Fragen zu CEREBRAL INVASION, die ihr mit einem amtlichen Knall in der Szene aufgeschlagen seid, einzugehen. Bitte stell unseren Lesern CEREBRAL INVASION vor, erzähl uns wie ihr zusammengekommen seid und was zur Geschichte der Band. Was war ausschlaggebend für die Gründung der Band?

Mahmood: Hi Stefan, es ist mir eine Freude, mit dir zu sprechen. Wir sind CEREBRAL INVASION, eine Thrash-Metal-Band aus dem Ruhrpott, die im Oktober 2019 gegründet wurde. Mein Name ist Mahmood und ich habe die Band gegründet, um meiner Wut und Frustration gegenüber der beschissenen Lage der Welt Ausdruck zu verleihen. Ich habe in meinem Leben viel durchmachen müssen, was bei mir zu einer sehr negativen Sichtweise auf diese Welt führte, und ich war fast an einem Punkt, von dem es kein Zurück mehr gegeben hätte und suchte einen Weg, all diese Wut, die in mir gegen alles und jeden brodelte, rauszulassen. Als letzten Ausweg zum Umgang mit meiner Situation fing ich an, meine Gedanken niederzuschreiben und sie herauszuschreien. Ein wütender Schrei, der diese beschissene Welt verflucht. Ich kannte Stefan (Gitarre) schon ein paar Jahre und hatte die Idee für die Band auch schon lange im Kopf, aber das Timing hat nie gepasst. 2019 traf ich dann Simon, unseren ehemaligen Bassisten, auf einem Festival und wir stellten fest, dass wir die gleiche Leidenschaft für Musik und eine ähnliche Sicht auf diese Welt teilen. So bot er sich als Bassist an und brachte Freddy, unseren ehemaligen Schlagzeuger, gleich mit. Dann kam Dominik (Gitarre) ins Spiel, der ein Freund von Stefan ist und den ich von seiner anderen Band her kannte. Ich habe seine Musik immer bewundert und somit hatte ich entschieden, dass er in der Band ist, bevor ich überhaupt mit ihm darüber gesprochen habe. Irgendwie klappte es, dass er zugestimmt hat, als Stefan ihm mitteilte, das er in der Band ist. Nachdem wir dann die Arbeit an unserer EP beendet hatten, beschlossen Simon und Freddy, die Band zu verlassen, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren. Daher haben jetzt wir zwei neue Mitglieder an Bord, Oli und Kilian, die die gleiche Leidenschaft und unsere Sicht auf die Welt teilen. imgright

Dein herrlich brutaler Gesang passt perfekt zu eurer Musik. Warst du vorher schon in anderen Bands aktiv?

Mahmood: Dies ist jetzt meine erste Band und ein Lebenstraum von mir. Schon als Teenager war ich ein totaler Metalhead und wollte auch schon immer meine eigene Musik machen, aber das hatte bisher nicht geklappt. Aber 2019 habe ich endlich die richtigen Leute gefunden, die sowohl meine Weltanschauung als auch die Liebe zum Thrash Metal teilen. Genau zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich das Gefühl hatte, mein Limit des Erträglichen erreicht zu haben und den Verstand zu verlieren. Also wurde diese Band geschaffen, um die Stimme unseres Zorns zu sein.

Wie habt ihr euren Bandnamen gefunden und was bedeutet er für euch?

Mahmood: Ich wollte einen Namen haben, der das repräsentiert, wofür wir stehen. Sowohl die Kernaussage der Band und die Botschaft, die wir vermitteln wollen. Wir wollen unsere Sichtweise auf die Grausamkeit der Welt teilen und versuchen, die Menschen auf jede erdenkliche Weise zu erreichen. Auch wenn das bedeutet, dass wir ihre Schädel zerquetschen müssen, um an ihr Hirn zu gelangen, quasi eine Invasion des Geistes aus der Ferne. Das ist unsere Art, die Welt zu sehen und sie repräsentiert unsere Realität und Erfahrungen. Ich erwarte nicht, dass jeder mit uns übereinstimmt, denn alle Menschen haben ihre eigene Art, die Welt zu sehen, abhängig von ihren Überzeugungen und Erfahrungen. Aber unsere Musik repräsentiert nun einmal unsere Sichtweise.

Vor kurzem habt ihr eure erste EP veröffentlicht, eine furiose Mischung Brutal Thrash. Beschreibe bitte kurz in deinen eigenen Worten, was den Hörer erwartet?

Mahmood: Die Leute bekommen unsere Wahrheit, ein Porträt unserer Wut mittels dunkler Texte, harter Growls und schneller Riffs kombiniert mit melodischen und technischen Soli zu hören. Wir lassen unsere Seele in unsere Musik fließen, damit jeder unserer Songs ein echtes Thema und eine Botschaft dahinter hat, für die wir völlig einstehen.

Ihr habt eure EP nicht nur digital veröffentlicht, sondern eine qualitativ hochwertige CD-Veröffentlichung daraus gemacht, was sehr aufwendig ist. Das stimmige Artwork zieht sich durch das zwölfseitige Booklet und die Texte sind ebenfalls enthalten. War es euch von Anfang an wichtig, dass der Fan ein professionelles Produkt bekommt?

Mahmood: Ich wollten von Anfang an unsere Musik der Welt auf die bestmögliche Art und Weise präsentieren. Denn wie gesagt, diese Band ist ein Lebenstraum von mir. Da jeder Song eine andere Botschaft repräsentiert, wollte ich diese auf jede erdenkliche Weise über die Musik, die Texte und visuell vermitteln. Also arbeitete ich mit dem großartigen Maurice Mosqua von Calvariam Design zusammen, um ein Artwork zu kreieren, das die Geschichte jedes Songs erzählt und dem Hörer eine komplette Interpretation des Bildes vermittelt, das ich beim Schreiben der Texte im Kopf hatte.

Apropos Texte. Was inspiriert dich?

Mahmood: Alle meine Texte werden Ausdruck der Kritik und Wut gegenüber dieser verdammten Welt sein, also definitiv eine Autobiografie, die meine Gedanken, meine Kämpfe und meine Wut zeigen. Ich will meine Sicht auf die Dinge unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte teilen, also schreibe ich über meinen Hass und meine Frustration und darüber, wie ich diese Welt und die Menschen darin sehe. Was ich von der Gesellschaft halte, wie Menschen kontrolliert und manipuliert werden und drücke meinen Wunsch nach Rache an denen aus, die unsere Freiheit gestohlen haben. Die Texte mögen düster und die Songtitel hart sein, aber genau das war meine Absicht. Wir sind eine Thrash-Band und wollen mit unserer Musik unsere Wut in die Gesichter der Menschen knallen. Manchmal muss man schreien, um gehört zu werden.

Wie entstehen eure Songs? Kommst du zuerst mit den Texten oder passt du sie an fertige Songs an?

Mahmood: Ich habe eine Grundidee, wie die Songs ablaufen sollen, abhängig von den Texten, die ich geschrieben habe. Dann entwickeln Stefan und Dominik aus diesen Ideen die Musik. Eigentlich sind sogar drei Songs der EP im Proberaum entstanden, während wir zusammen gejammt haben, um daraus dann etwas zu entwickeln. Schon von der ersten Probe an haben wir gespürt, dass die Chemie zwischen uns großartig ist. So haben wir bereits innerhalb weniger Stunden neue Songs schreiben, an ihnen arbeiten und verfeinern können. An den ersten Versionen, die im Proberaum erarbeitet wurden, haben wir im Nachgang nicht mehr viel verändert. 'Brainwashed Into Madness' war der einzige Song, den Stefan und Dominik allein geschrieben haben, sie schickten mir die Musik und ich ergänzte den Text.

Wie oft kommt ihr zusammen, um zu proben und für Live-Auftritte bereit zu sein? Wir alle hoffen ja, dass es bald wieder mit Konzerten losgehen kann. Was sind eure Pläne in dieser Hinsicht und was können wir in nächster Zukunft erwarten?

Mahmood: Aufgrund der aktuellen Situation konnten wir in letzter Zeit leider nicht proben. Jeder von uns arbeitet und übt individuell zu Hause und wir machen dann Online-Meetings, um die Songs zu besprechen. Sobald die Dinge aber wieder normal sind, gehen wir aber wieder mit Vollgas ans Proben, um uns auf die Live-Shows vorzubereiten. Wir können kaum erwarten endlich auf die Bühne zu gehen und mit dem Publikum unsere Wut und unseren Hass gegen diese Welt zu teilen und ordentlich durchzudrehen. Gleichzeitig gibt uns die Pause von den Konzerten die Möglichkeit, uns auf das Schreiben unseres ersten Albums zu konzentrieren, das 2021 erscheinen wird. Die Hauptideen für die Songs sind bereits geschrieben und wir werden ein paar überraschende Songs auf dem Album haben, die aufhorchen lassen. Wir werden Songs mit aktuellem Bezug auf dem Album haben, die unter anderem die Situation beschreiben, die wir gerade erleben und die vielen anderen Dinge, die in diesem Jahr schiefgelaufen sind. Dazu wird es auch Songs über meine persönlichen Dämonen, denen ich mich in meinem Leben täglich stellen muss, geben. Das Album wird eine Fortsetzung der EP, ein weiterer wütender Schrei ins Angesicht dieser verdammt grausamen Welt.

Ich danke dir vielmals. Ich hoffe darauf, euch bald auf einem Festival oder Club für einen ordentlichen Abriss zu sehen und freue mich auf das kommende Album.

Mahmood: Zum Schluss möchte ich dir und dem gesamten Team von bleeding4metal dafür danken, dass ihr uns unterstützt und helft, unsere Botschaft zu verbreiten. Ich möchte mich darüber hinaus bei allen bedanken, die die Band bisher unterstützt haben und ich verspreche euch ein weiteres wütendes Album mit ein paar abgefahrenen Songs und wenn der Scheiß vorbei ist, werden wir alle unseren Hunger und unsere Leidenschaft für Metal vereint als Familie zeigen. Wir sehen uns bald im Pit!

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