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Earthshaker Fest 2005

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Take off: 22.07.2005 - Review (4265 mal gelesen)

Nie wieder Geiselwind.

Ein Bericht von Anne, Lestat, Sunshine und Odin.

Sunshine & Odin: Für das Wetter können sie ja nichts, aber auch ohne diesen Punkt gab es zu viel Kritikwürdiges beim diesjährigen Earthshaker Fest. Für uns war es das erste und wahrscheinlich auch letzte Mal, denn bei aller jährlichen Kritik an den Zuständen beim Wacken Open Air freute ich mich bereits am ersten Tag in Geiselwind auf das Festival im hohen Norden. Aber der Reihe nach.

Von Hannover nach Geiselwind fuhren wir in froher Erwartung eines starken Billings gute 400 Kilometer. Das direkt an der Autobahn gelegene Areal war nicht zu verfehlen, die einzelnen Anlaufstationen wie Check-In fanden wir nach kurzer Nachfrage dann auch. Donnerstag am frühen Nachmittag gab es winzige Schlangen bei den Tickets/Bändseln und keine beim VIP Check-In, das war schonmal erstaunlich. Da wir beide Photopässe bekamen, mussten wir auch beide den Wisch vom MANOWAR Management unterschreiben in dem wir unsere Seele - äähhh - Bilder, die wir von MANOWAR machen würden, strengen Regularien unterwarfen, was die Veröffentlichung angeht. Den Wisch kannte ich schon und dachte mir auch nicht mehr dabei. Dann der Richtungsweisung und zuletzt auch Schildern zum VIP Parking/Camping folgen, von einem brummigen Security die Erlaubnis erhalten, reinfahren zu dürfen - und wieder Staunen. Große Wiese, aber so gut wie niemand da. Auch nicht da waren Klos im gesamten VIP Parking/Camping Bereich...

Bei drohenden Wolken und heftigstem Wind Zelt aufgebaut, aber gegen Pavillion entschieden (bei später eingetroffenen Nachbarn lag derselbe denn auch morgens auf Zelt und Auto), mit besorgtem Blick beobachtet, wie der Wind das Zelt auf etwa die Hälfte zusammenfaltete, aber es hielt. Dann mal auf zum Eröffnungsabend in der Eventhalle! Aber wo geht's eigentlich zum Festivalgelände? Keine Schilder, nichts weist den Weg. Mal dahin zurück, wo wir angekommen waren, wahrscheinlich wird es das gewesen sein. War es auch. Und der Weg führte immerhin vorbei an McDonalds, wo es dann ja auch Klos gab, wenig weiter war auch noch Burger King sowie eine Shell Tankstelle. Auch an einer "Music Hall" führte der Weg vorbei. Dort fand die erste internationale MANOWAR Fanconvention statt, für die der Fan nochmal 50 Ohren extra berappen sollte. Der Versuch mit den blauen Presse-Bändseln reinzukommen scheiterte ("Silberne braucht ihr"). Also nochmal zum VIP Check-In und nachgefragt, der Rat dort: "Das ändert sich stündlich, probiert es doch später nochmal." Aha?!

Anne & Lestat: Die Orga, nun ja, sie war eigentlich keine Orga, also nichts was man als Organisation ernsthaft bezeichnen könnte. Security überfordert (O-ton beim Befahren der Campnigplatzzufahrt: "Wart, wart" Dann ein Maulen, warum man nicht fährt. Erstaunlich.) Security ultraunfreundlich und sehr humorlos (ok, der Müllmann war nett).
Dann die LILA BÄNDCHEN , die waren echt klasse: Jeder zum Festivalband noch ein lila Bändchen am EInlass dazu. Antwort auf Frage, wozu das taugt: "Damit ihr wieder rauskommt". Ahja. Interessant. Was hätten sie eigentlich ansonsten machen wollen mit uns?

Die Polizei: Brillant, deren Logik. Personenkontrollen durchführend am Freitag morgen. Und was für ein Auto ziehen sie raus? Nen grünen Opel-Kombi mit einer Fahrerin am Steuer ohne Camping-Gepäck. Sie im rosa T-Shirt, ner beigen Weste, hellblauen Jeans und definitv ohne Interesse an dieser Veranstaltung. Aber mal auf Drogen filzen. Juchu, Bayern ist toll!

Campingplatz: Also mal im Ernst, wer mit dem Breeze letztes Jahr unzufrieden war, der hätte hier sein Mecker-El-Dorado gefunden (geltend für den Campingplatz C3). Ewig weit zum Gelände, teils durch ne Schlammwiese (weil die unfreundliche Security für ein Auto pro halbe Stunde den Feldweg blockierte) und bis man mal die eine Wasserstelle (Tankwägelchen, versteckt hinter nem Essensstand) gefunden hatte, wars Freitag abend. Duschen gabs, aber noch weiter weg als das Gelände (ca. 1/2 h Fußweg also). Aber wenigstens konnte man recht ruhig schlafen, denn das gleichmäßige Rauschen der Autobahn kombiniert mit ausreichend einschläfernden Schadstoffen gibt gute Schlafatmosphäre.

Sunshine & Odin: Das Festivalgelände inklusive Eventhalle war wie gewöhnlich umzäunt, und als wir uns näherten, hörten wir bereits TURISAS aus der Halle dröhnen, während man gerade erst begann, einen richting Einlass im Zaun herzustellen. Der wurde dann mit ganzen drei Reihen ausgelegt, aber nicht freigegeben, keiner wurde mehr reingelassen.

Nachdem die Security nicht mehr ganz so sehr mit sich selbst beschäftigt war, fragte ich mal nach dem Grund und bekam die Antwort, dass die Halle voll sei. Der Hinweis auf Presse brachte immerhin den Erfolg, dass wir reinkonnten. Direkt vor der Halle war dann nochmal ein mehrspuriger Einlass, wo auch flüchtig kontrolliert wurde (Security deutet auf meine Kamera und guckt mich fragend an, ich winke mit Photopass, Security mit sächsischem Akzent: 'Photo? Aaah, Photo!').

Drin dann die Erkenntnis, dass zwar der Eingang leicht verstopft und der vordere Hallenbereich gut gefüllt ist, die oberen Etagen in den seitlichen Gallerien sowie die hintere Hälfte der Halle aber so gut wie leer sind. Im zweiten und obersten Stock konnte man es sich mit gepolsterten Stühlen an und auf Tischen gemütlich machen und hatte auch noch beste Sicht auf die Bühne. Der Sound hingegen war nicht so berauschend, unten in der Halle aber klangen die Bands ganz ordentlich.

Odin: Die Fellträger von TURISAS beendeten gerade ihr Set und konnten trotz Aufforderungen keine Zugaben mehr spielen, was sie auch sicht- und hörbar bedauerten. Diese straffe Organisation sollte auch den Rest des Abends so bleiben - keine Zugaben, zügiger Umbau, pünktlicher Ablauf, zumindest das klappte.

Die nächsten Trolle brachten den Saal dann so richtig zum Kochen. FINNTROLL überzeugten mit Spielfreude, gutem Sound und einem starken Set, das die Halle in moschende Bewegung versetzte. Beunruhigend dabei die offensichtlich schwache Einschätzung der Situation durch die Security; die zwei Männchen im Graben waren zeitweise schon leicht überfordert mit den ankommenden Crowdsurfern, dann wurden sie mal durch einen dritten verstärkt, dann war es wieder nur noch einer, der da stand.

Anne: Jahaa, wir habens geschafft, aber vermutlich nicht ganz legal. Egal, wir waren drin. YEY

Odin: Es ist schwer wiederzugeben, was alles zu dem extrem schlechten Eindruck der Organisation und Security führte, aber Aktionen wie das Abräumen der Leute von den Tischen im 2. OG, die dort seit drei oder vier Bands schon saßen, sind einfach nur Willkür und Machtdemonstration ohne tieferen Sinn. Auch gut war der Security-Mensch, der auf einmal am Aufang zur oberen Galerie stand, als ich vom Besuch bei FINNTROLL wieder nach oben wollte, und die Leute nicht durchließ (sich durch das Pressebändsel aber erweichen ließ). Als ich keine Minute später nochmal runterging, um was zu trinken zu holen, war er schon wieder weg. Oder auch die Weigerung, mich in den Photograben zu lassen, weil ich meinen Namen nicht auf den Photopass gekritzelt hatte - hallo?! Als ob der überprüft werden würde... Mit etwas Mühe einen Edding in der Halle organisiert und das Ding beschriftet, fortan wurde er auch akzeptiert (da hätte aber auch Bin Laden oder sonstwas draufstehen können, argh!).

Bei POWERGOD fragte ich mich dann, womit die sich eigentlich diese Platzierung verdient (erkauft?) hatten. Außer mit ihren Gästen und Coversongs konnten die Herren überhaupt nicht punkten, waren dafür aber ganz schön arrogant. Inzwischen langweilten sich 5 Security Leute im Graben ebenso wie der Großteil des Publikums in der Halle. Erst mit dem Auftritt von Ferdy Doernberg und den damit verbundenen Coversongs kam Stimmung auf, die Schmier von DESTRUCTION dann doch noch zum Kochen brachte ("spielen wir was langsames?" - "ja, 'nen Blues!" führte natürlich zu einem Uptempo Thrash 'Blues'...). Cool war auch die Beteiligung von Rod von den ÄRZTEN bei 'I'm a Viking' (YNGWIE MALMSTEEN).

Lestat: Bäh. Die haben so tolle Lieder (Esper, Back to Attack, temple Of The Forbidden Flame, Observatör...). Und was machen die? Sie spielen Schrott und covern die ganz Zeit. Das einzig amüsante war, dass sie Rod von den Ärzten für zwei Lieder auf der Bühne hatten. Aber ansonsten 'ne Enttäuschung! Den Rest habe ich mir nicht angetan und lieber auf dem Campinplatz 'ne Runde gechillt.

Sunshine: Zurück auf dem Campingplatz stellten wir dann fest, dass nach wie vor nicht nur keine Dixies da waren, sondern auch der große Lichtspender an der Einfahrt ersatzlos verschwunden war. Dazu setzte dann noch Regen ein und die ca. 50 Meter von unserem Zelt verlaufende Autobahn war gar nicht mehr so schlimm.

Der Freitag startete weiterhin mit Regen, erst nach Mittag konnte man sich trocken draußen bewegen. Dafür war das "VIP" auf den Schildern des Campgrounds inzwischen überklebt, aber mit den Besuchern kamen dann doch tatsächlich auch Dixies! Vier Stück... Auch strahlten zwei deutlich kleinere Strahler nun am hellichten Tage, wo zuvor noch ein großer gehangen hatte. Verstehen muss ich das nicht.

Also ließen wir den Tag langsam ins Rollen kommen, verpassten sowohl SYMPHORCE als auch die APOKALYPTISCHEN REITER. Was am Freitag sonst noch geschah:

GRAVEWORM: Anne: ...hab ich zugunsten warmen Kaffees verpasst. Irgendwie musste die Hose ja wieder trocken werden.
Lestat: ...waren, wie das meiste auf diesem Festival, ne Enttäschung: Sound zu matschig, Keyboarderin nicht da und die Lücken halblebig mit Einspielungen gefüllt. Der Regen hat mich nach 4 Liedern zu einem Gang ins trockene Bewegt.

LOUDNESS: Odin: Spielten eine andere Setlist als beim Warmup in der Halle am Donnerstag, machten ihren Soundcheck selbst und gingen von da aus ohne größere Ansage o.ä. ins Set über. Guter Sound, gute Performance, aber beim Publikum recht unbekannt.

GRAVE DIGGER: Lestat: ...waren cool, vorallem hatten sie nen brauchbaren Sound.
Odin: Einer der besten Auftritte des Festivals. Es stimmte mal wieder fast alles, Setlist, Performance, Sound, Stimmung. Auch meine persönlichen Vermutungen, welche Songs vom neuen Album live mit Sicherheit kommen würden, wurden bestätigt ('The Last Supper', 'Grave In The No Man's Land', 'Hell To Pay'), und der Funke sprang wie erwartet voll über. Die Klassiker von 'Rebellion' bis 'Heavy Metal Breakdown' räumten natürlich wie gewohnt ebenfalls ab - als letzteres aber schon zum Ende des regulären Sets erklang, wurde klar, dass es auch hier draußen ohne Zugaben weitergehen würde.

CHILDREN OF BODOM: Lestat: ...haben wir von der Innenseite der Drehzone "angeschaut". Sound war solide und Moderation hätte jeden "Fuck"-Counter gesprängt...Konkurrenz entstand hier nur durch Herrn DeMaio (Oder wie sich der Manowar-Hirrsch schreibt) persönlich.
Odin: Nicht erst als die Security im Graben nur noch so hin und her rannte und es langsam ungemütlich wurde, dort zu photographieren, erinnerte ich mich an den Crowdsurfer-Rekord der Kinder vom Lake Bodom vom letztjährigen Wacken Open Air. Tight und straight wie immer ballerten die Finnen ihre Granaten in die willige Menge.

RHAPSODY: Odin: Wir kamen erst zur zweiten Hälfte des Sets zurück, um festzustellen, dass das angekündigte Orchester aus einer Querflöte und einer Geige bestand - die beide offensichtlich vom Band kamen. Armseliger waren nur noch MANOWAR, aber dazu später. Zunächst erfuhren wir dann noch, dass Christopher Lee ebenfalls vom Band kam, da er kurzfristig bei dringenden Filmarbeiten gebraucht wurde - ja, ne, is' klar!
Lestat: ...waren enttäuschend. Der Sound war schlecht, es sind dauernd irgendwelche Instrumente ausgefallen, Luca Turilli hat am Anfang ziemlich unpräzise sein Istrument bearbeitet, die Cristopher Lee Sache... sehr enttäuschend, war eigentlich der Hauptgrund meiner Anwesenheit.
Anne: Nun ja, dass Christopher Lee net kann, weiss man früher. Zudem war aber auch der Sound schlecht. Die ersten paar Lieder wa die Bassdrum viel zu laut und der Gesang viel zu leise. Die Querflöten- und Flöten-Fake-Aktionen waren ultrapeinlich...

NIGHTWISH: Odin: ...verließen Sunshine und ich zeitig, da sie insgesamt leise und schwach waren, die Gitarre anfangs gar nicht zu hören war und offensichtlich einiges vom Band kam.
Anne: Nett, mehr aber auch nicht. Erstaunlich fand ich, dass gut die Hälfte des Keyboards inzwischen eingespielt sein dürfte, was ziemlich auffält, wenn man auf die Hände von Tuomas achtet. Tarjas (an alle Ultrafans: drüberlesen) Gehüpfe auf der Bühne und die Modenschau müssten echt nicht sein. Recht albern. Mehr Fokus auf Musik und Publikum, weniger Sterilität wären kein Fehler.
Lestat: Joa. 'N Gig halt.

Odin: So wurde aus einer besseren Nacht und einem trockenen Morgen der dritte Tag. Und der brachte neue Überraschungen in Form komplett geänderter Spielzeiten sämtlicher Bands auf der Hauptbühne. MANOWAR hatten eine Erweiterung ihrer Spielzeit von zwei auf drei Stunden erwirkt und damit alle andere Bands nach vorne verschoben, da ja die Sperrstunde eingehalten werden musste. Den Tages-Opener BLUDGEON (ohnehin hörige Schützlinge von Magic Circle Music) verschlug es dadurch auf die Eventstage in die Halle, und viele, viele Leute verpassten die eine oder andere Band, die sie sehen wollten. Tolle Aktion. Als ob man das nicht vorher wüsste und abgesprochen hätte. Aber nunja, schon deutlich verärgert von der Orga und Willkür der Veranstalter erwarteten wir vom letzten Tag auch nicht mehr viel.

Mit etwas Schwung kamen wir nun auch ohne weiteres in die Music Hall und die äußert spärlich besuchte Fanconvention dort. Durch die lahme Verlosung, die gerade noch abgehalten wurde, entstand der Eindruck, man wolle tatsächlich noch Scheisse zu Geld machen. Zwei Euro für ein Los, um dann eine Kopie einer Skizze von Ken Kelly (Artwork-Zeichner) oder ähnliche Fundstücke aus dem Altpapier zu gewinnen... Immerhin konnte ich mal einen Blick auf den originalen Plattenvertrag von '83 werfen, den Joey DeMaio und Ross 'The Boss' Funicello mit ihrem Blut unterschrieben haben - toll. Interessanter war dann doch das übrige Programm am Samstag:

DESTRUCTION: Odin: Angekündigt von einem wiederholt auftauchenden, extrem lahmen und uncoolen Möchtegern-Anheizer, der weder die Bandnamen kannte, noch sie ordentlich aussprechen konnte ("DIS...[Blick auf Zettel]...DRACKTSCHN"), enterten die deutschen Thrash-Veteranen die Bühne unter den ersten Strahlen der Mittagssonne. Keine weiteren erwähnenswerten Vorkommnisse.

Anne: Ravioli essen am Zelt. Einer der Höhepunkte des Tages.

PRIMAL FEAR: Odin: Gemütlich von der Liegewiese ein Stück weiter das leicht ansteigende Gelände hinauf beobachteten wir dann das German Metal Commando. Auch hier nichts weltbewegendes passiert.

MASTERPLAN: Odin: Die anderen HELLOWEEN gefielen mir zumindest besser als unlängst in Osnabrück, aber so richtig mitreißen konnten sie mich trotzdem nicht.

HYPOCRISY: Lestat: ...waren ziemlich cool. 'Ne Lichtshow im hellen wirkt halt leider nicht. Wie es JBO doch so schön formuliert hat: Wir würden an dieser Stelle bitten, dass die Technik doch bitte mal das große Licht ausknipst.
Anne: Musiklaisch fein, leider wars so hell (bäh, Sonnenbrand).

JBO: Anne: Lustitsch, genial, sehr viel Spaß gehabt, einer der absoluten Höhepunkte des Festivals.
Lestat: JBO an sich waren ein absolutes Highlight des Festivals. Freue mich schon aufs Breeze.

DIMMU BORGIR: Odin: Zur zweiten Hälfte der Norweger waren wir dann wieder vor Ort. Nachdem ich so lange gebraucht habe, ihr scharzes Metall zu akzeptieren, fand ich an diesem Auftritt regelrecht Gefallen. Doch, das könnte man sich öfter geben - vor allem, wenn es dann noch dunkel dazu wäre...
Anne: "Dimmü Borgiiii" (Franzosen neben uns): Gut. Wollte sie erst nicht ansehen, aber nach ein paar Takten musste ich doch zur Bühne. War richtig fein.
Lestat: Der Dimmu Burger war cool. Selbes Manko wie HYPOCRISY. Dazu kamen noch die MANOWAR Fans, die DIMMU nich hören wollten, MANOWAR's Egoismus, das ganze Zeitpolster durch Gelaber zu vertun (hätte gern noch n paar Burger Lieder gehört)...schade einfach, das nächste Mal wieder.

MANOWAR: Anne: Blöd. Musikalisch zwar net schlecht (aber seien wir ehrlich, eine Band die heute mit solcher Musik neu einsteigen wollte, würde doch eher keinen Fuß auf den Boden kriegen). Aber die Fuzzis.... Ne, geht gar nicht. Diese Arroganz. Und diese Rumfrickeleien... Kein Wunder dass die 3 Stunden brauchen, wenn man so viel sinnlos rumbabbelt und am Ende jeden Liedes den letzten Ton 5 Minuten hält und zwischendrin 'nen Pseudosoundcheck einschiebt. Ne. Nicht meins.
Lestat: MANOWAR waren einfach ne Lachnummer. Am Anfang zu leise und dann so laut, dass es schier die Boxen zerissen hätt. Immerhin war der Sound ziemlich perfekt, zumindest der beste des Festivals. Ansonsten albernes Gepose, sinnloses Gefrickel ohne künstlerischen Anspruch, lange Feedbacks, Selbstbeweihräucherung, sinnlose Ehrungen, alberne Mähnen (der Bruce Dickinson Haarschnitt des Gitarristen gehört verboten!), joa. Um es mit den Worten eines anderen Besuchers zu sagen: '85 is gewesen.

Odin: Wo soll man da anfangen? Ein paar Schlagworte zu Anfang: Schikane, Selbstbeweihräucherung, Sinnfreiheit, Betrug, Blabla, Enttäuschung, Frust - to be continued. Es fällt mir zusehends schwer, alle Eindrücke dieser Farce auszuformulieren. Und um das gesagt zu haben: Lange Zeit habe ich MANOWAR die Stange gehalten, war einer ihrer "most devoted fans", habe noch zur Release-Politik des letzten Albums die Kommerzvorwürfe hauptsächlich an Nuclear Blast gerichtet und MANOWAR weiterhin verteidigt, zumal sie sich wenig später ja schon von NB trennten. Doch jetzt ist das Faß übergelaufen, auch ich kann die Augen nicht mehr verschließen vor Größenwahn und Habgier hinter dem Schleier, für seine Fans immer nur das Beste zu wollen. BULLSHIT! Was eure Fans wollen ist die geile Mucke, die ihr zu Zeiten von 'Metal Daze', 'Guyana', 'Blood Of My Enemies', 'Hail And Kill', 'Black Wind, Fire And Steel' und vielen mehr produziert habt! Ihr könnt es noch heute, das zeigt ihr ja durchaus eindrucksvoll. Dann, wenn ihr einfach spielt, die ganzen geilen Songs mit einem Höllendruck aus der Anlage blast, dann haben eure Fans Spaß und lieben euch - nicht aber, wenn ihr sie minutenlang zulabert mit irgendwelchen irrelevanten Belobigungen oder Huldigungen an Leute wie Hitlers Lieblingskomponisten (um zugleich seinen Enkel zu verunglimpfen, weil er nicht mit euch spielen will)! Und nein, ich schweife nicht ab, denn all das fand während der aufgeblasenen drei Stunden in der Nacht von Samstag auf Sonntag statt:

In Erwartung großen Andrangs begab ich mich frühzeitig zum rechten Einlass in den Photograben, um eine gute Startposition zu ergattern. Dass ich aber länger als eine halbe Stunde würde warten müssen, hatte ich nicht gedacht. Auch nicht gerechnet hatten die ebenfalls wartenden Kollegen anderer Medien und ich mit der bald folgenden Weisung durch die Security, dass MANOWAR soeben untersagt hätten, bis zum Einlass der Photographen noch irgendwelche Photos zu machen - unter Androhung der Konfiszierung des Equipments des Photographen im Falle von Zuwiderhandlung. What the fuck?! Schon aus Trotz musste natürlich obiges Bild entstehen...

Immerhin konnte man in den verhangenen seitlichen Bühnentürmen bereits das Orchester erkennen, was die Befürchtung beruhigte, das heutige könnte ähnlich sparsam ausfallen wie das von RHAPSODY am Vortag. Musiker in vollem Frack und mit echten Instrumenten, sehr schön, ich war gespannt. Dann ging es auch endlich los und wie gewohnt eröffnete 'Manowar' das Set dieser Nacht nach dem Spoken Words Intro. Der Photograben war rappelvoll, ein Platz in der ersten Reihe war Gold wert und durfte nicht aufgegeben werden, zumal Photographieren nur während des ersten Songs und den letzten (!) drei Minuten des letzten (!) Songs erlaubt war. Nach der Räumung durch die Security war ich bereits hinreichend frustriert, um mir nicht mehr jeden Song zu merken - obwohl die wie immer stark zelebrierten Kracher die Stimmung durchaus wieder hoben, bis das Spektakel dann abtriftete. Aber eins nach dem anderen. Dank Ohrstöpsel und Position hinter der Linie der Beschallungsanlage merkte ich im Graben noch nicht viel vom Schalldruck. Beim Rausgehen vorbei an den Tieftönertürmen aber schüttelte es schon ordentlich im Gedärm und auch das Entfernen der Stöpsel wenig später bestätigte, dass MANOWAR bereits zu Beginn deutlich lauter waren als alle anderen Bands des Festivals - und die Lautstärke wurde durch das ganze Set sanft aber spürbar gesteigert. Die Demonstration der PA-Power war durchaus eindrucksvoll und versorgte Hammer wie 'Hail And Kill', 'Blood Of My Enemies' und 'Black Wind, Fire And Steel' mit dem angemessenen Druck.

Höhepunkte waren außerdem die Auftritte der ehemaligen Mitglieder Kenny "Rhino" Earl (Drums) und David Shankle (Guitar), die auf dem für mich besten MANOWAR Album "The Triumph Of Steel" mit von der Partie waren, sowie der Gründungsmitglieder Ross "The Boss" Funicello (Guitar) und Donnie Hamzik (Drums). So wurden jeweils in Originalbesetzung der Aufnahmen 'Metal Warriors' und ein Ausschnitt aus 'Achilles, Agony And Ecstasy In Eight Parts' sowie 'Metal Daze' und 'Dark Avenger' dargeboten - bewegend und beeindruckend. Bei 'Dark Avenger' kam dann übrigens wie nicht anders zu erwarten und wie gewohnt Orson Welles vom Band. Der erwähnte letzte Song, bei dem nochmal photographiert hätte werden dürfen (wenn irgendjemand gewusst hätte, wann die letzten drei Minuten sein sollten...), wurde dann nochmal von sämtlichen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern bestritten - und ich weiss nicht mehr, ob es 'Black Wind, Fire And Steel' oder doch 'Battle Hymns' war... Mist, auch egal, jedenfalls fragte ich mich erstmal, ob die drei bespielten Drumkits wirklich alle abgenommen und übertragen wurden. Wechselnde Soloparts aber zeigten, dass sie das durchaus wurden, ebenso wie ein kleiner Ausrutscher, der meiner Meinung nach nicht von Scott Columbus am lautesten Kit verursacht wurde. Nette Show mit mächtiger Videowall, Flammenwerfern, Harleys und Beleuchtung in Form der Zeichen der vier "Kings" (Kreis, Quadrat, Dreieck, parallele Linien) - aber ohne Tittenshow.

Ja, bei allen Laberpausen wurde doch gerade die Tittenshow ausgelassen. Hm. Die gelegentlichen Passagen mit Lobhudelei auf die großen Unterstützer der Band und ihrer Arbeit ist man ja auch schon gewohnt, gehen sie doch inklusive Biertrinken im Allgemeinen zügig vorbei. Dieses Mal aber wurde das ganze zu gut einem Drittel der gesamten Spielzeit ausgebaut. So wurden goldene Platten an verschiedene Mitarbeiter des MANOWAR Trosses verliehen und auch die Strohofer-Family auf die Bühne geholt und geehrt, denen das gesamte Areal inklusive Kirche, McDonalds, Burger King uvm. gehört und die nach den sonst üblichen Country Festivals nun das Earthshaker nach Geiselwind geholt hatte. Mehr als flüssig, diesen geldgeilen alten Paten auch noch vorzuführen. A propos geldgeil: Mehrere Quellen haben bestätigt, dass alle Bands pro verkauftem T-Shirt aus ihrem eigenen Merchandise 50 Cent an den Headliner (genau - MANOWAR) abgeben mussten! Unglaublich.

Und dann war da ja noch die Sache mit dem Orchester. Auch Richard Wagner als "Begründer und Erfinder des Heavy Metal" sollte geehrt werden. In Vertretung des verstorbenen Komponisten war sein Nachlassverwalter und Enkel Wolfgang Wagner angeschrieben worden, der die Annahme der Ehrung aber ablehnte, da er mit dieser "Szene" nichts zu tun haben wolle. Nicht unbedingt nett, aber akzeptabel. So wischte sich aber Joey DeMaio den belederten Arsch mit dem Brief ab, nachdem er ihn in seinem gar nicht so schlechten Deutsch in Auszügen vorgelesen hatte, beschimpfte Wolfgang Wagner und meinte besser zu wissen, was dessen Großvater gewollt hätte, wäre er noch am Leben. Es folgte die Enthüllung von Chor und Orchester und auf der Videowall lief eine Diashow zu Ehren Richard Wagners ab (MANOWARs Besuch in Haus Wahnfried u.a.), während das Orchester die Ouvertüre zum dritten Akt von Wagners "Lohengrin" spielte. Spielte? Nunja, sie bewegten sich zur Musik, aber das, was wir zu hören bekam klang so verdammt offensichtlich nach Konserve, dass einem nur schlecht werden konnte! Was für eine bescheuerte Aktion, einen großen Chor und ein Orchester (angeblich) aus einem osteuropäischen Land anzukarren, um diese dann zum Playback hampeln zu lassen. Dafür bezahlt der Besucher dann?!

Aber MANOWAR wollen ja immer nur das beste für ihre Fans. Das war auch die Rechtfertigung, 'Outlaw' nach der ersten Strophe abzubrechen - was mir deutlich zu koordiniert geschah, um spontan zu sein, aber gehen wir mal davon aus, dass DeMaios Mimik und Gestik von der ganzen großen Bühne aus wahrgenommen und verstanden wird. Joey meinte dann, er könnte uns jetzt mal zeigen, wie ein Soundcheck gemacht werden sollte, und hieß Scott mal die Bassdrums zu treten. Er stellte dann fest, dass die rechte lauter sei als die linke. Aha. Und dann war er noch mit der Snare unzufrieden, so dass der zu dem Zeitpunkt - falls die Aktion wirklich nicht abgesprochen gewesen sein sollte - sicher schwer schwitzende Soundtechniker den Snare-Trigger mal auf eine andere Midibank umstellen und lauter drehen musste. Das war dann auch tatsächlich wahrnehmbar, aber hallo?! Wir wollen euch spielen hören und dabei kommt es auf solche Kleinigkeiten nicht wirklich an. Ich möchte behaupten, dass diese "Defizite" kein Zuschauer und -hörer wahrgenommen hat. Immerhin wurde der Song dann nochmal von vorne begonnen und durchgespielt. Dafür fiel das Bass-Solo aus (kein großer Verlust). Joey DeMaio begann gerade, sein Gerät zu bearbeiten, hielt dann inne, hob den Zeigefinger im Sinne von "kleinen Moment mal eben", verschwand hinter der Boxenwand auf der Bühne und kam mit einem Mikro wieder nach vorne. Man müsse mal eben etwas umorganisieren, da es ein Problem mit einem Verstärker gebe, weshalb das eigentlich jetzt geplante Bass-Solo verschoben würde. Nunja, es fand dann keine weitere Erwähnung.

Das abschließende, riesige Feuerwerk untermauerte den Eindruck einer großen Inszenierung, die das Herzblut und vor allem das Geld der Fans mit offenen Armen entgegennimmt und mit vollen Händen verschwendet. Solange die Herren einfach ihre Songs zocken und bei allem Posing die Musik nicht zu kurz kommt, machen MANOWAR nach wie vor Spaß, so wollen wir sie sehen und vor allem hören. Die Verschiebung des Verhältnisses von Musik zu Mist allerdings ist traurig, die offenkundige Arroganz und Habgier schmerzhaft und dreist. Es ist nunmehr an uns Fans, die Verantwortlichen spüren zu lassen, dass es so nicht weitergehen kann! Wir sind es, die für die Alben und das Merchandising sowie den Eintritt bezahlen. Wir sind es, die Bands damit zu Ruhm verhelfen und ihnen die Möglichkeiten geben, vor tausenden von Leuten zu spielen. Wir müssen es auch sein, die ihnen klarmachen, dass wir keine Weihnachtsgänse sind, die nur darauf warten, ausgenommen zu werden. Wir müssen die Höhenflieger wieder runterholen und nur für das bezahlen, was sein Geld auch wert ist. Und MANOWAR sowie das gesamte MANOWAR-äähh, Earthshaker Fest waren dieses Geld in keinster Weise wert.

Anne & Lestat: Ne, dat war ma' eher ein abzockerischer Reinfall. Immerhin waren die Dixis, auf denen ich war, sauber. Und noch ein vereintes Danke an die Shell-Tanke für die sauberen Klos. Einmal langt. Muss nicht nochmal sein.

Billing
MANOWAR (feat. Christopher Lee, incl. Orchestra & Choir performance )
NIGHTWISH
DIMMU BORGIR
Rhapsody (feat. Christopher Lee)
Children Of Bodom
J.B.O.
Hypocrisy
Grave Digger
Overkill
Loudness
Masterplan
Dragonlord
Finntroll
Primal Fear
Stormwarrior (feat. Kai Hansen)
Die Apokalyptischen Reiter
Disbelief
Evidence One
Graveworm
Exilia
After Forever
Feinstein
Turisas
Cage
Bludgeon
Justice
Machine Men
Holy Hell

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