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Professor Black - I Am The Rock / Lvpvs / Sunrise

Review von baarikärpänen vom 02.10.2018 (375 mal gelesen)
Professor Black - I Am The Rock / Lvpvs / Sunrise
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Der Herr Professor bittet zu einer Vorlesung der besonderen Art! Ich habe ja keine Ahnung, was Chris Black sich so alles einpfeift, aber es wäre definitiv mal 'ne Frage, die ich gerne beantwortet hätte. Davon möchte ich nämlich auch was abhaben! Es ist ja nicht so, dass der Mann völlig unterbeschäftigt wäre. Da wären zum einen HIGH SPIRITS, die in schöner Regelmäßigkeit ein bockstarkes Album nach dem anderen raushauen, dann hätten wir noch PHARAOH, die zurzeit ein neues Album zusammenschrauben. Das Black ein Musikverrückter ist, wissen wir ja. So könnte man sich erklären, dass er neben den beiden Bands noch Zeit findet, um ein neues Projekt in Angriff zu nehmen und vielleicht eine EP zu veröffentlichen. Nicht so aber ein Chris Black. Der bringt es nämlich fertig, drei komplette Alben auf einmal zu machen und die dann auch noch an einem einzigen Tag auf den Markt zu bringen. Warum er das unter dem Projekt-Namen PROFESSOR BLACK macht, wird deutlich, wenn man sich die drei Scheibletten einfährt, denn alle Scheiben könnten unterschiedlicher nicht sein. Wie ein guter Gelehrter bittet PROFESSOR BLACK zu einem Spaziergang zwischen dem Besten, was die verschiedenen Spielarten des Hard Rock/ Metal zu bieten haben. Da darf man, wenn der letzte Ton verklungen ist, gerne zu einem wohlwollenden Beifall ansetzen. Aber werfen wir doch einfach mal einen Blick auf jedes einzelne der Alben. Unter jeder Rezi findet ihr eine Einzelnote und am Ende die Gesamtbenotung.

"I Am The Rock"

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Ein Blick auf das Cover genügt, um zu wissen, wohin die Reise auf "I Am The Rock" geht. Wer Ähnlichkeiten mit MOTÖRHEADs "25 & Alive Boneshaker", "Rock 'n' Roll" oder "Overkill" findet, darf sich 'nen Keks nehmen. Genau in die Richtung gehen dann auch sämtliche elf Songs auf "I Am The Rock". Falsch liegt aber jeder, der denkt, wir hätten es hier mit einer tumben Kopie zu tun. Sicher, die Grundessenz des Albums sind MOTÖRHEAD, was man am besten auf 'Get It On' oder 'Dance Of Death' raushören kann. Aber mehr als einmal fühle ich mich auch an die neueren, straighten, Tracks von W.A.S.P. erinnert. Selbst schnellere DIAMOND HEAD kommen in den Sinn. Und letztendlich wären da ja auch noch die tollen Gesangsharmonien, die Black dem Ganzen spendiert hat. Hört euch einfach mal 'Watch What You Say' an. Abgesehen von den etwas langsameren 'End Of The Line' und 'Three Devils' (hätte so auch auf NEWSTED's "Heavy Metal Music" stehen können), bewegt sich "I Am The Rock" geschwindigkeitsmäßig auf der Überholspur, was auch für den abschließenden Boogie-Rocker 'Hard To Please' (STATUS QUO auf Speed) gilt. Großes Kino für die Ohren, was Chris Black hier abliefert. Ein Parforceritt durch die über vierzigjährige Geschichte des harten Rock. Eingespielt hat das Ganze Chris Black höchstselbst, lediglich für die Gitarren holte er sich Unterstützung bei Mark Sugar. 9 Punkte dafür.

"LVPVS"

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Zweites Album der Veröffentlichungstrilogie,"LVPVS" (lateinisch für Wolf), macht seinem Titel alle Ehre. Denn wenn man wirklich böse wäre, man könnte glatt sagen, dass dieses Werk der berühmte Wolf im Schafspelz ist. Oder umgekehrt. An den vier vertretenen, rein instrumentalen, Longtracks, die allesamt nach genau elf Minuten und sechs Sekunden im Ziel einlaufen, könnten sich die Geister scheiden. Lästerzungen werden steif und fest behaupten, daß es sich hierbei lediglich um wirklich schreckliche, leicht metallisierte Fahrstuhlmusik handelt. Offenohrige Hörer hingegen werden ihren Spaß an den Songs haben. Klassischer Fall von "Love it or hate it". Ich tendiere dann persönlich zur Gruppe der offenohrigen Hörer. Sicher, mit Heavy Metal hat das leidlich wenig zu tun, auch wenn sich die ein oder andere heftig bratende Gitarre finden lässt. Dazu gesellen sich noch Keyboard/Synth-Sounds, die mehr als einmal an die ersten KRAFTWERK-Scheiben erinnern. Klingt ziemlich krude, was? Stellt euch einfach eine ziemlich entrückte, spacige, Version von DEVIN TOWNSENDs Solo-Drehern vor. Kopfhörer-Mucke, jeder Song ein abwechslungsreicher Kosmos in sich selbst. Im Gegensatz zu den beiden anderen Alben, fährt "LVPVS" mehrere Gastmusiker auf, u. a. JWW (KHORADA), Jussi Lehtisalo (CIRCLE) und Chris Blacks langjährigen Weggefährten Matt Johnson. 7,5 leicht vor sich hinwabernde Punkte.

"Sunrise"

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Und schon wieder machen wir fleißiges Cover-Raten. An wen erinnert uns das Artwork der dritten Scheibe von PROFESSOR BLACK wohl? Diejenigen, die beim Blick auf "Sunrise" sofort mit dem Finger auf der Landkarte gen Schweden gewandert sind und ehrfürchtig ein "Quorthon" murmeln, sind die Gewinner. Der Beipackzettel zur Langrille (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihr Label oder den Promoter) will uns zwar auch noch Blackie Lawless und Rolf Kasparek als Inspiration verkaufen, aber "Sunrise" ist, was es ist: eine tiefe musikalische Verbeugung Chris Blacks vor BATHORY zu besten Epic-Zeiten. Na gut, zumindest im Opener 'Die By The Sun' blinzeln RUNNING WILD mal ganz kurz um die Ecke und Schwarzie Gesetzlos bei 'No Way Back'. Eines muss man dem umtriebigen Professor lassen, er beweist eindrucksvoll, dass man auch als Amerikaner den Spirit dieser nordmännischen Mucke aufs Feinste einfangen kann. Womit auch klar sein dürfte, dass wir hier keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten sollten, bewegt sich der epische Stoff doch am besten im gewaltigen Midtempo. Wenn man sich bei der Einfuhr von 'In The Fire And The Rain' die Streitaxt schnappen und in Fellstiefeln auf's verschneite Schlachtfeld stürmen möchte, dann spricht das eindeutig dafür, dass PROFESSOR BLACK den Nerv getroffen hat. "Sunrise" steht in einer Reihe mit mächtigen Epic Metal-Werken wie z. B. DOOMSWORDs "Resound The Horn". Dass Black allerdings die komplette Scheibe alleine eingespielt und eingesungen hat, ist für meinen Geschmack einfach nur schade. Der Input anderer Musiker hätte für eine bessere Note gesorgt. Chris Black ist nicht Quorthon, aber der hätte "Sunrise", da bin ich mir sicher, mit gehobenem Daumen durchgewunken. Genau deswegen gibt's auch verdiente 8 Punkte.

Fazit:

Das Chris Black darauf verzichtet hat, ein Doppel-Album rauszubringen und stattdessen drei Einzel-Scheiben, macht absolut Sinn. Ganz einfach, weil ein Doppel-Album nicht funktioniert hätte, mit der Stil-Vielfalt, die PROFESSOR BLACK bietet. Wer auf "I Am The Rock" abfährt, wird nur bedingt etwas mit "LVPVS" anfangen können, wer "LVPVS" geil findet, hat mit "Sunrise" vielleicht so seine Schwierigkeiten, usw. Unentschlossenen sei also empfohlen, auf den einschlägig bekannten Plattformen erstmal reinzuhören. Summa summarum gibt's für alle drei Alben zusammengenommen eine stabile 8 an Punkten.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
I Am The Rock:

01. Get It On
02. Bad News
03. Dance Of Death
04. Hired Gun
05. Watch What You Say
06. Shakedown
07. End Of The Line
08. Don't Talk To Me
09. Three Devils
10. I Am The Rock
11. Hard To Please

LVPVS:

01. Habeas Corpus
02. Too Soon
03. Stations
04. Every Second

Sunrise:

01. Die By The Sun
02. In The Fire And The Rain
03. No Way Back
04. Gathering Stone
05. Closer To Death
06. Everyone Knows
07. Fall From On High
08. You And I
Band Website: http://www.professorblack.com
Medium: 3 CDs
Spieldauer: 123:46 Minuten
VÖ: 05.10.2018

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02.10.2018 I Am The Rock / Lvpvs / Sunrise(8.0/10) von baarikärpänen

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