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Ross The Boss - By Blood Sworn

Review von Stormrider vom 08.05.2018 (992 mal gelesen)
Ross The Boss - By Blood Sworn ROSS THE BOSS hat eine ruhmreiche Vergangenheit. Als Gitarrist und Mitkomponist der ersten sechs MANOWAR-Alben, die vollkommen zu Recht allesamt als unantastbare Klassiker des echten Stahls gelten, ist ihm sein Platz in den Geschichtsbüchern bzw. in Valhalla natürlich sicher. Wie wir aber alle wissen, haben die Mannen um Oberlendenschurzträger Joey DeMaio sich jedoch seit 1992, also nach der Veröffentlichung von "Triumph Of Steel", nicht gerade positiv entwickelt, bis hin zur puren Karikatur einer echten Metalband, die sie (leider) heute sind. An dieser Entwicklung war Ross Friedman, wie ROSS THE BOSS mit bürgerlichen Namen heißt, allerdings nicht mehr aktiv beteiligt. Man könnte also nun meinen, dass er mit seinem Soloschaffen das Erbe der einstigen Institution hochhalten würde. Und das tut er auch - auf der Bühne, wenn er seine Classic MANOWAR-Sets spielt. Auf Platte kommt er zu keiner Zeit auch nur in die Region der Qualität, die man mit seinem Namen verbindet. Natürlich hat er das Gitarrespielen nicht verlernt, und so sind sowohl einige Riffs auf "By Blood Sworn" als auch die Soli unverkennbar mit der Handschrift von Ross versehen. Was aber sehr deutlich zu Tage tritt, das ist die Tatsache, dass die Songs nicht im Ansatz an das einstige Niveau heranreichen. Weiß der Opener, der gleichzeitig auch Titeltrack des Albums ist und sich mehr als offensichtlich an 'Blood Of My Enemies' bedient, noch zu gefallen, gibt es im Albumverlauf jede Menge durchschnittliches, teilweise wirklich biederes Songwriting, welches sich ohne große Melodien auf der einen Seite in den Schädel reinschiebt und auf der anderen einfach wieder raus. Keine Epik, keine Refrains, die man mitsingen möchte, keine Songstrukturen, die eine inhärente Erhabenheit ausstrahlen. Am ehesten schafft dies vielleicht noch die Ballade 'Faith Of The Fallen', aber ansonsten ist das Songmaterial so nichtssagend wie durchschnittlich.

Sänger Marc Lopes erinnert mit seinem Timbre und seiner Phrasierung teilweise frappierend an Jon Oliva zu Zeiten von "Hall Of The Mountain King" oder "Gutter Ballet". Für mich als bekennender SAVA-Jünger eigentlich schon alleine ein Kaufgrund, in Kombination mit den durchschnittlichen Songs hört sich "By Blood Sworn" aber damit wie Album von Leftovers von SAVATAGE an, die es nie auf ein Album geschafft haben, und das zu Recht. Die an und für sich nicht schlechten Vocals fühlen sich mit der Musik aber nicht wie eine Liebesehe an, sondern eher wie eine Pflichtheirat. MANOWAR-Die-Hards werden das vielleicht anders sehen, weil ROSS THE BOSS nun mal der einzig wahre Klampfer der Band war, denn Karl Logan hat es ja nie wirklich aus seinem Schatten geschafft, auch wenn er schon ewig in der Band ist; aber würde kein bekannter Name auf dem Cover stehen, nach "By Blood Sworn" würde in zwei Monaten niemand mehr fragen. Aber als ob das nicht ausreicht, setzt Ross dem Ganzen dann noch die Krone auf, indem er ausgerechnet drei MANOWAR-Songs als Bonustracks für das Digipack covert. Spätestens jetzt wird es zum puren Namedropping, und seien wir ehrlich, wer bitte braucht Coverversionen von 'Each Dawn I Die', 'The Oath' oder dem Überklassiker 'Hail And Kill'? Die Songs können unter den Voraussetzungen nur verlieren und tun dies auch.

Für MANOWAR-Alles-Sammler mag "By Blood Sworn" vielleicht den ein oder anderen Moment haben, rein objektiv ist es ein absolut durchschnittliches Power Metal-Album, welches ohne wirkliche Highlights über die Ziellinie fährt und damit insgesamt verzichtbar ist. Was für ein Spagat zwischen den fulminanten Liveshows und diesem blutleeren Album. Schade eigentlich, aber ich hatte mir von "By Blood Sworn" wirklich mehr erhofft.

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. By Blood Sworn
02. Among The Bones
03. This Is Vengeance
04. We Are The Night
05. Faith Of The Fallen
06. Devil's Day
07. Lilith
08. Play Among The Godz
09. Circle Of Damnation
10. Fistful Of Hate
Band Website: www.ross-the-boss.com
Medium: CD, LP
Spieldauer: 46:34 Minuten
VÖ: 20.04.2018

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