Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2017
Hell Over Hammaburg 2017

ROCK HARD Festival 2017

Wacken Open Air 2017

Summer Breeze 2017

Iron Hammer Festival

Eisregen - Fleischfilm
Review von BlindWarlock vom 23.06.2017 (588 mal gelesen)
Eisregen - Fleischfilm EISREGEN kann man getrost als eines der Urgesteine der deutschen Metalszene und als eine der bekanntesten Bands im Bereich Dark Metal bezeichnen. Trotzdem, oder vielleicht deswegen, trauen sich viele Hörer, gerade jüngere, weniger an solch eher schwere Musik. Mit "Fleischfilm" erscheint - nach erstaunlich langer Zeit - als zwölftes Studioalbum erstmals ein Konzeptalbum der Thüringer. Blutkehle selbst trägt nach eigenen Angaben die Idee dafür schon länger mit sich, aber erst jetzt sei der richtige Zeitpunkt, diese Idee auch umzusetzen.

Da "Fleischfilm" Filme zur Grundlage nimmt, die ich persönlich zum allergrößten Teil nicht gesehen habe und damit keine Ahnung habe, inwiefern Film und Musik zueinander passen, beschränke ich mich hier rein auf den musikalischen Aspekt. Dazu muss ich allerdings sagen, dass mich einige Tracks so mitgerissen haben, dass ich aus meiner natürlichen Neugier heraus Recherchen zu den zugrundeliegenden Filmen durchgeführt habe und meine Watchlist nun um den ein oder anderen Titel länger ist.

Wenn man EISREGEN bisher nur vom Hörensagen kennt, und wie viele den Namen nur in Verbindung mit "Das ist doch Krach" im Kopf hat, wird man mit "Fleischfilm" definitiv eines Besseren belehrt. Die einleitenden Songs sind eher etwas träge und lasch. 'Drei Mütter' und 'Hauch Des Todes' wirken eher holprig, auch wenn ich verstehe, dass die Synthesizer und das auf altmodisch getrimmte Mikro oder Glockenschläge eine zeitliche Brücke zu den filmischen Grundlagen schlagen sollen. Wirklich gut gelungen wirkt es allerdings nicht; vor allem textlich nicht überzeugend.

Dem etwas schwachen Start folgt allerdings ein starker Aufwind. Sowohl 'Jenseits Der Dunkelheit' als auch 'Die Letzte Reise Des Alan Yates' und 'Auf Den Spuren Der Säge' machen Lust auf mehr. Da kein wirklicher Zusammenhang - weder musikalisch noch lyrisch - zu erkennen ist, bieten EISREGEN damit eine weite Palette an Talenten an, die zeigt, was die Jungs wirklich draufhaben. Mit 'Tiefrot' erreicht die Scheibe ihren ersten Höhepunkt. Das Lied wirkt nicht mehr wie ein Teil von einem Album, sondern wie eine sehr spannend erzählte Geschichte mit musikalischer Begleitung. Ein Hörbuch, oder ein erzählter Horrorfilm für Erwachsene. Dabei wird weitgehend auf möglichst viel Brutalität und blutige Wortwahl verzichtet, erstere jedoch durch sehr gutes Songwriting sehr gut impliziert.

Zwei weitere Höhepunkte in puncto Musik finden sich in 'Menschenfresser' und 'Syndikat Des Schreckens'. Mit Cembalo und Synthesizer werden völlig verrückte Atmosphären erzeugt, die eine Absurdität in die eigentlich sehr blutige Thematik bringen, dass es fast hypnotisierend wirkt - und das, obwohl der Text doch eher einfach gehalten ist und schnell klarmacht, worum es geht.

Die abschließenden Songs wirken eher wie ein Fade-out und verlieren sich wieder etwas im Ohr - obwohl sich gerade bei 'Satan Der Rache' genaues Hinhören lohnt. Ähnlich wie in 'Tiefrot' geht es hier eher um die Geschichte, die erzählt wird als um die Musik an sich. Einen besonderen Stellenwert erhält allerdings auch der Digipak-Bonustrack 'Nachts Kommt Das Delirium'. Ehrlich gesagt, keine Ahnung, was das soll. Ist nett, ist verrückt, aber was man mit dem Intro von einem Mann, der sich mit einer Fliege herumärgert und einen mit "Ich bin's, der Kartoffel" begrüßt, anfangen soll, ist mir ein Rätsel. Absurd, seltsam, "okay".

En bloc kann man sagen, dass der Silberling definitiv hörenswert ist. Vor allem Interessenten, die mit Eisregen noch nichts anfangen konnten, sollten diesem Album eine Chance geben. Es ist anders, einige mögen sagen "Nicht mehr EISREGEN", ich finde die Entwicklung toll. Allerdings hatte ich auch mit "Marschmusik" und "Flötenfreunde" meine Freude, wohingegen das meiste zwischen "Leichenlager" und "Rostrot" an mir vorbeigezogen ist. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf dennoch eine klare Empfehlung!


Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Drei Mütter
02. Hauch Des Todes
03. Jenseits Der Dunkelheit
04. Die Letzte Reise Des Alan Yates(Metamorphose 2)
05. Auf Den Spuren Der Säge
06. Tiefrot
07. Nahe Der Friedhofsmauer
08. Menschenfresser
09. Syndikat Des Schreckens
10. Im Blutrausch
11. Satan Der Rache
12. Nachts Kommt Das Delirium (Digipak Bonus)
Band Website: www.fleischhaus.de
Medium: CD
Spieldauer: 45:41 Minuten
VÖ: 05.05.2017

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Eisregen
Reviews

29.04.2007 Blutbahnen(7.5/10) von Kruemel

23.06.2017 Fleischfilm(9.0/10) von BlindWarlock

24.05.2014 Flötenfreunde(8.0/10) von BlindWarlock

15.01.2006 Hexenhaus(6.0/10) von Kruemel

26.10.2008 Knochenkult(8.0/10) von Mandragora

01.10.2015 Marschmusik(8.0/10) von BlindWarlock

15.12.2011 Rostrot(8.0/10) von Wulfgar

11.05.2010 Schlangensonne(7.0/10) von Wulfgar

11.12.2013 Todestage(8.5/10) von Wulfgar

Interviews

16.05.2010 von Wulfgar

31.12.2011 von Wulfgar

02.01.2014 von Wulfgar

Liveberichte

12.01.2005 Münster (Live Arena) von Lord Fubbes

Band website
www.fleischhaus.de
Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!