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Metallica - Hardwired...To Self-Destruct

Review von Cornholio vom 31.12.2016 (1230 mal gelesen)
Metallica - Hardwired...To Self-Destruct So kurz vor Jahreswechsel ist es dann auch bei Bleeding4Metal soweit: das neue METALLICA-Album wird besprochen. Gelesen habt ihr sicher schon viel über das mittlerweile zehnte Werk der Kalifornier ("Lulu" lasse ich mal unter den Tisch fallen), und ich bin mir sicher, dass jeder von euch eine eigene und andere Meinung hat.

Oft hörte man, dass sich "Hardwired..." recht nahtlos an das 1991er Schwarze Album anschließt. Das kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich unterschreiben. Der Opener und Quasi-Titeltrack befindet sich für mich irgendwo zwischen der "Ride" und der "Justice", und auch eine Prise "St. Anger" höre ich heraus. 'Atlas, Rise!' ist, wie die meisten Songs, aus meiner Sicht recht nah an dem vor acht Jahren erschienen "Death Magnetic" angelehnt. 'Now That We're Dead' vereint für mich die aktuelle Heaviness stellenweise mit Strukturen aus der "Load"- und "Reload"-Ära. Mit dem ebenfalls bereits ausgekoppelten 'Moth Into The Flame' kommt ein weiterer Song, der mehr in der Gegenwart als in der Vergangenheit einzuordnen ist, höchstens das Gitarrenlead erinnert an die frühen Alben. Der Thrash-Faktor wird in dem Song jedoch recht groß geschrieben. Das etwas sperrige 'Dream No More' erinnert etwas an die "Justice"-Zeit, ähnlich groovend wie 'Eye Of The Beholder' oder 'Harvester Of Sorrow'. Der letzte Song von CD1 ist mit über acht Minuten gleichzeitig der längste Track. 'Halo On Fire' finde ich sehr schwer zu beschreiben, da er viele Trademarks der Band beinhaltet. Zeitweise in Richtung "Master...", trotz der Überlänge teils straight und somit in Richtung "Black Album", und trotzdem modern wie "Death Magnetic".

Die zweite CD beginnt mit 'Confusion'. Das Lied eröffnet mit einer Art Snaredrum-Staffette, das anschließende Riff scheint direkt von der "Justice" zu stammen. Der Rest des Songs fällt jedoch stark ab, sodass er für mich der schwächste des Albums ist. 'ManUNkind' ist ebenfalls nicht einfach, aber wirkt nicht so sperrig und gestückelt; besser, aber nicht wirklich überzeugend. Das Highlight des Songs ist für mich die Chorus-Bridge vor und nach dem gequält klingenden Solo. 'Here Comes Revenge' ist mit fast siebeneinhalb Minuten der längste Song des Albums, und er gefällt mir besser als die beiden vorigen. Die Strophe beginnt ruhig, basslastig, ehe sich die Instrumente gegenseitig steigern und auch James' Gesang lauter wird. Bei dem Titel hätte die Band aber ruhig noch eine Schippe Aggressivität drauflegen können. Bei 'Am I Savage?' trifft 'Sad But True' auf 'The House That Jack Built'. Schleppend / träge und groovig, macht euch am besten selbst ein Bild von dem Stück. Gegen Ende nimmt "Hardwired..." wieder Fahrt auf. 'Murder One' ist METALLICAs Art, der Legende Lemmy Tribut zu zollen. Der Song klingt keineswegs nach MOTÖRHEAD, aber der Text schreit förmlich nach Herrn Kilmister ("born to lose, living to win" / "all the aces"). Musikalisch durchweg Midtempo, ohne große Zwischenspiele, straight und auf den Punkt. Der Rauswerfer 'Spit Out The Bone' erinnert mich stark an das letzte Stück von "Death Magnetic", 'My Apocalypse'. Das Gaspedal wird voll durchgetreten, und wenn ein Song an die ganz frühen Tage der Band erinnert, dann ist es dieser! Starker Abschluss!

Insgesamt sehe ich nur wenige Verbindungen zum "Black Album", damals waren die Lieder wesentlich griffiger und kamen mehr und schneller auf den Punkt. Auch den Vergleich zu den Frühwerken von METALLICA kann ich nur vereinzelt bestätigen. Klar, die Band ist zu 75% die gleiche, aber sowohl vom Songwriting als auch vom Sound und den Gerüsten der Stücke ist "Hardwired..." für mich eindeutig nach 1990 einzuordnen, größtenteils sogar in dieses Jahrtausend.

Wie ihr lest, hat METALLICA mit "Hardwired...To Self-Destruct" ein Album erschaffen, das Trademarks der kompletten Bandhistorie vereint - und somit weder die Wurzeln verleugnet noch sich vor Neuem verschließt.

Mein Fazit: Acht Jahre Wartezeit hin, fast 80 Minuten Spielzeit her, manchmal ist weniger mehr. Statt zwölf Songs mit im Schnitte sechseinhalb Minuten Spielzeit hätten es auch zehn Stück mit fünf oder sechs Minuten getan. Die Doppel-CD trägt ihr übriges dazu bei, dass das Album schwer in seiner Komplettheit zu genießen ist.


Gesamtwertung: 7.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
CD1:
1. Hardwired
2. Atlas, Rise!
3. Now That We're Dead
4. Moth Into The Flame
5. Dream No More
6. Halo On Fire

CD2:
1. Confusion
2. ManUNkind
3. Here Comes Revenge
4. Am I Savage?
5. Murder One
6. Spit Out The Bone
Band Website: www.metallica.com
Medium: 2CD
Spieldauer: 77:22 Minuten
VÖ: 18.11.2016

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