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Tau Cross - Tau Cross
Review von Opa Steve vom 03.06.2015 (686 mal gelesen)
Tau Cross - Tau Cross Was eine brisante Mischung. VOIVOD-Drummer Away tut sich mit AMEBIX-Frontmann Rob zusammen, um düstere Musik zu spielen. Während VOIVOD nun wenigstens dem Großteil unserer Leser bekannt sein müssten, sind es AMEBIX vermutlich nicht. AMEBIX begründeten zur Zeit des Hardcore-Punks einen völlig eigenen Stil, der ungewohnt depressiv und noisy klang. Vor allem durch die Stimme von Basser/Sänger Rob Miller ergab sich etwas ganz Eigenes, was aber leider nie über einen Szene-Geheimtipp hinausgekommen ist und zu einer Zeit der klaren Schubladen im harten Musikgenre auch völlig heimatlos war. Trotz der Low-Budget-Produktion fand ich aber damals die "No Sanctuary"-Scheibe extrem aufregend.

Genauso, wie man AMEBIX damals nicht kategorisieren konnte, so schwer fällt es mit TAU CROSS. Natürlich erwartet man bei diesem Namedropping etwas Besonderes und hört genau hin, wo man eben die Spuren der beiden Bands wiedererkennen könnte. Während der Opener 'Lazarus' diesbezüglich noch ein paar falsche Fährten in Richtung VOIVOD legt, möchte ich direkt vorausschicken, dass das gesamte Album doch mehr von AMEBIX hat als von VOIVOD. Genug der Vergleiche, versuchen wir uns mal der Musik zu nähern. Der Stil ist schwer zu beschreiben. Er ist unbequem und rau, aber dennoch überrascht er immer mit wunderbaren Entfaltungen und echten Gänsehaut-Momenten. Die Grundtendenz ist düster, allein schon wegen dem unglaublichen Organ Robs, der 30 Jahre später tatsächlich noch kaputter klingt als damals. Diese Stimme trägt eine Menge der Musik und bringt Morbidität in das Material - selbst wenn die Band mit 'Stonecracker' und 'Our Day' verhältnismäßig normale Metal-Songs spielt (die zeitgleich auch die uninteressantesten der ganzen Scheibe sind). Das Depressive und Schwermütige der Scheibe drückt sich in allen Härtegraden aus. Interessanterweise sind die minimalistischsten Songs auch zugleich die stärksten. Selten haben mir akustische Stücke so gut gefallen wie 'We Control The Fear' und 'The Devil Knows His Own', die sogar etwas Versöhnliches haben, aber dennoch tief unter die Haut gehen. Überhaupt ist die Scheibe nicht durchgehend zu "kaputt", sondern kann auch mal straight rocken oder positiv klingen wie 'Fire In The Sky', welches mit seinen Dur-Harmonien und der Hammond-Orgel ein bisschen in Richtung "Songwriter mit Distortion" geht. Die absolute Stärke von TAU CROSS sind allerdings diese schleppenden Düsterstücke wie 'Midsummer' oder 'Sons Of The Soul' mit seinem 80er-Feeling zwischen depressiven U2 und CURE. Doch wer bis hier hin geduldig gelesen hat, dem möchte ich zum Schluss noch den absoluten Über-Anspieltipp ans Herz legen: 'Hangman's Hyll' ist von der ersten bis zur letzten Sekunde Gänsehaut pur. Eine große Portion Gothic und Dark Metal, Postrock-Gitarren und ein Refrain, der so übergroß ist, dass es einem heißkalt den Rücken runterläuft.

Das Debüt von TAU CROSS tanzt noch auf recht vielen Hochzeiten, bringt aber die Stärke der Band schon klar zum Ausdruck. Ich finde die Vocals zum dezent archaischen Düstermaterial absolut passend und stärker als damals bei AMEBIX. Die Gesamtmischung hat enormes Potenzial, und ich würde mich freuen, wenn die Band einen zweiten Wurf wagen würde. Wenn dieser dann die Stärken noch klarer ausreizt, dann wäre die Musikwelt um einen einzigartigen Stil mit Ecken und Kanten reicher.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Lazarus
02. Fire In The Sky
03. Stonecracker
04. Midsummer
05. Hangman's Hyll
06. We Control The Fear
07. You People
08. Prison
09. Sons Of The Soul
10. The Lie
11. Our Day
12. The Devil Knows His Own
Band Website: www.facebook.com/TauCrossOfficial
Medium: CD
Spieldauer: 54:41 Minuten
VÖ: 15.05.2015

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Tau Cross
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02.09.2017 Pillar Of Fire(7.5/10) von Musty

03.06.2015 Tau Cross(7.5/10) von Opa Steve

Band website
www.facebook.com/TauCrossOfficial
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