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Eastern Front - Descent Into Genocide

Review von Zephir vom 06.09.2014 (978 mal gelesen)
Eastern Front - Descent Into Genocide Eine englische Band, die sich EASTERN FRONT nennt? Da steckt doch was dahinter. Was genau, hat schon das 2010 veröffentlichte Debüt der Black Metaller gezeigt, das mit seinem Allerweltstitel "Blood On Snow" weniger hat durchblicken lassen als mit dem geschichtsträchtigen Coverartwork, welches einen wohl russischen Militärpanzer zeigt, und mit Lyrics wie "Unite beneath a flag of red ..." ('Motherland'). Seit ihrer Gründung 2006 nennen sie es "War-Torn Black Metal", meint im musikalischen Sinne einen klassischen melodischen Black Metal gepaart mit Doom-, Death- und Folk-Elementen, im lyrischen Sinne die Verarbeitung von Kriegshistorie, von subjektiver Intro- und Perspektive auf Hoffnung, Sorge, Kameradschaft, Sieg und Niederlage.

Es sind gewichtige Worte, mit denen hier gearbeitet wird. Und während der Bassist mit seinem Künstlernamen Destroyer noch ein reichlich eingängiges Pseudonym führt, könnte manch deutscher Bürger bei des Gitarristen Alias – Holocaust – unwillkürlich zusammenzucken. Aber erstens stellen sich die Engländer nicht so an wie wir in Deutschland, und zweitens stellt man sich im Black Metal ja ohnehin nicht so an. Entsprechend beachtlich und erstaunlich vielseitig ist demnach auch die Liste derer, mit denen EASTERN FRONT schon die Bühne teilen durften: Neben BEHEMOTH und WATAIN, MAYHEM und TAAKE, PRIMORDIAL und gar ALCEST listet man allerhand Kunterbuntes beim Label Candlelight Records zur Promotion auf.

Aber genug davon. Der Albumtitel des zweiten Werks "Descent Into Genocide" bezieht sich auf das Massaker in der ukrainischen Schlucht Babyn Jar unweit von Kiew: 1941 wurden dort unter der Führung der deutschen Wehrmacht über 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordet. Musikalisch umgesetzt klingt es nach einem Intro im 30er-Jahre-Volksempfänger-Stil wie typisches melodisches Schwarzmetall mit Blastbeats und heiserem Gekeife, langsame Passagen mit eingesprochenen deutschen Nachrichtenmeldungen folgen (man höre 'Katyn Forest'. Und keine Sorge, es handelt sich um eine zeitgemäße Sprache frei von teutonischem Zungen-R, die so auch im 21. Jahrhundert eine Radiomeldung hätte durchgeben können.) 'Descent Into Genocide' wird klassisch eingeleitet, scheint inspiriert durch die Neue Musik aus der frühen Mitte des 20. Jahrhunderts, und geht alsdann in melodischen Black Metal über, der mit ungewöhnlich glattem harmonischen Unterbau - einer simpel fallenden Kadenz nämlich - überrascht. Teilweise werden die Vocals von Death-Gegrunze untermalt, was dem Ganzen eine schöne Tiefe verleiht.

'Die Reise in den Tod Pt. 1' ist ein lyrisches Instrumental mit Akustikgitarre und Streichern. Auf Part 2 wartet man zumindest auf diesem Album noch vergeblich. Der Rausschmeißer, 'In Memory Of The Fallen', ist ein überlanges melodisches Epos, und fast will man nicht glauben, das "Descend Into Genocide" am Ende tatsächlich einfach so ausfadet.

Am Ende fragt man sich insgeheim, ob EASTERN FRONT den Black Metal aus einer Schublade zu ziehen versuchen, in die er vom gemeinen Formatradiohörer gern einmal einsortiert wird. Sollte dem so sein, schmälert dies keineswegs die Leistung der Briten. Wenngleich die Musik nicht gerade außergewöhnlich ist, kann man als Freund von Exotika durchaus am historischen Gehalt der Scheibe Gefallen finden.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Retribution Sky
02. The Hanging Of Faith
03. Blitzfreeze
04. Katyn Forest
05. Descent Into Genocide
06. Die Reise In Den Tod Pt. 1
07. Ghouls Of Leningrad
08. In Memory Of The Fallen
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 0:51 Minuten
VÖ: 28.07.2014

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06.09.2014 Descent Into Genocide(7.0/10) von Zephir

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