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Declamatory - Nevolution

Review von Opa Steve vom 19.11.2004 (3703 mal gelesen)
Declamatory - Nevolution Lassen wir zuerst die Bandinfo sprechen: "atmosphärischer Heavy Metal", "Mischung aus traditionellen und modernen Elementen", "genreübliche Grenzen werden gerne überschritten". Auf gut Deutsch übersetzt bedeutet dies, dass Declamatory sowohl im traditionellen, im open-minded, und im Nachwuchs- (Nu?) Lager gleichermaßen auf Resonanz stoßen könnten.

Ist dies möglich? Ist dies gewollt? Kann dies funktionieren? Ist man als Songwriter wirklich so flexibel, oder mündet es in einer krampfhaften Mischung verschiedenster Stilmittel?

Lassen wir nun die Musik dieses 4-Track-Demos sprechen. Das Berliner Quartett startet wirklich atmosphärisch in "Subconscious mind destruction" ein, und für ein paar Takte höre ich ganz klar Paradise Lost. Wow. Doch der Schreck folgt auf dem Fuße. Über dann doch eher moderne Flageolett-Riffs (Schrubb-Schrubb-Quiiiiek) biegt die Kutsche schon wieder quer über den Acker ab und landet dann doch endlich mal bei klassichem early Testament Stoff. Dieser ist dann doch wirklich unauffällig, aber cool und zielsicher. Vorbei die beschworenen Variationen, und das ist gut so (so ähnlich sprach schon ein anderer Berliner....).

Der Titeltrack "Nevolution" beginnt nach dem gleichen Drehbuch. Langsame, harmonische Gitarrenläufe (und wieder höre ich einen Tick die Briten raus), und wieder ein Midtempo-Thrash-Song der alten Schule, wobei hier nicht nur im Gesang etwas melodischer agiert wird. Die gelungene Bridge zum Chorus bedient sich sehr schön beim deutschen PowerMetal, und so hört man auch später im instrumentalen Teil noch lange einen Hauch Helloween zur späten Keepers-Phase durchklingen. Doch Vorsicht! Eiergesang sucht man hier vergeblich - Robert Scholich hat ein ein äußert bodenständiges und kräftiges Organ und bewegt sich lieber in guten gemäßigten Thrash-Gefilden.

Ebenfalls sehr teutonisch klingt die Power-Ballade "Desire/Despair", und der abschließende Thrasher "Predator's Prey" kann sich im gemütlichen Mitbangtempo auch den einen oder anderen Doppel-Gitarrenlauf nicht verkneifen.

Stellen wir also eine neue Bilanz auf. Declamatory sind doch sehr traditionell orientiert und mit ihrer Anlehnung an alte Power/Thrash-Helden überhaupt nicht kompatibel für kurzhaarige Träger weiter Hosen. Ultratiefe Riffs sind nicht auszumachen, Fabians Drumming treibt den Song - ganz und gar unmodern - im klassischen Headbanger-Bumm-Tschack, anstatt sich im Trigger-Gewitter zu verlieren. Die paar Ansätze von melancholischen Melodien von der Insel passen zwar noch nicht so richtig in den Rest, aber auch sie sind eine nette Abwechselung, die die 100%igen Thrasher in der Regel nicht drauf haben.

Also erstmal Glück gehabt! Die Befürchtungen eines krampfhaften Stil-Bastards sind ausgeblieben, allerdings ist bei der Beschreibung der Musik eher der Wunsch Vater des Gedanken. Sie kommen nicht aus den Hosen ihrer Vorgänger raus, und im Endeffekt fällt alles, was sie anfassen, trotz bester Vorsätze auf bewährtes Material der frühen 90er zurück. Und das meine ich nicht im negativen Sinne! Negativ stößt mir eher was Anderes auf: die Belanglosigkeit der meisten Songparts, die im krassen Gegensatz zur sicheren Wahl der Stilmittel steht. Man kann sie sehr gefällig hören, erlauben sich keine Schwächen (wenn man von einigen kleinen Timing- oder Stimmungsproblemchen mal absieht), sondern sind ideal, um sie sich mal auf einem lokalen Gig oder als Vorband mit 'nem Bier in der Hand reinzuziehen. Sie klingen routiniert, aber weder mitreißend noch irgendwie aufregend. Insofern muss ich den Aufstieg in die Oberliga leider ganz knapp verwehren und gebe als Empfehlung mit, in Zukunft den Songs noch etwas mehr Spannung und Pfeffer mitzugeben. Die atmosphärischen Ansätze scheinen mir da als ideales, noch auszuarbeitendes Element gelegen zu kommen, denn Power'n'Thrash, der emotional wirklich packend wäre, gibt es wirklich allzu selten und sollte als Heimatnische von Declamatory auserkoren werden.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
Subconscious Mind Destruction
Nevolution
Desire/Despair
Predator's Prey
Band Website: www.declamatory.de
Medium: CD
Spieldauer: 20:29 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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19.11.2004 Nevolution(6.5/10) von Opa Steve

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