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Backwater (D) - Take Extreme Forms

Review von Opa Steve vom 29.01.2014 (1072 mal gelesen)
Backwater (D) - Take Extreme Forms Vor ziemlich genau 30 Jahren erblickte in der aufstrebenden Underground-Szene des deutschen Extrem-Metals das Debüt "Revelation" das Licht der Welt. BACKWATER waren damals noch ein Trio und rödelten ohne Rücksicht auf Verluste im VENOM-Stil durch die Botanik. Ein größerer Durchbruch war ihnen leider nie vergönnt, das deutlich beherrschtere Nachfolgealbum "Final Strike" ließ den lärmigen Charme vermissen, wenngleich es auch einige ordentliche Songs an Bord hatte. Was danach mit der Band geschah, das haben nur noch absolute Underground-Kenner auf dem Radar.

Als einer der damaligen Vinyl-Käufer (und ich schätze "Revelation" heute noch, nicht umsonst habe ich es in meiner Perlen-Sammlung direkt an erster Stelle bedacht) war ich natürlich neugierig auf die zwischenzeitliche Entwicklung. Der erste Schreck kam mir beim Blick auf das Bandfoto.... sorry Jungs, der musste jetzt einfach raus. Hossa, was das Alter alles anstellt. Ich wage jetzt nicht den Selbstversuch, mir meine eigenen Fotos von vor 30 Jahren rauszusuchen... Ach ja, und die Band hat sich Verstärkung reingeholt und agiert nun zu fünft.

Musikalisch fällt direkt auf, dass alle Aspekte der frühen Radau-Phase in den Hintergrund gedrängt sind. Zwei dominante Elemente beherrschen den BACKWATER-Sound anno 2014: True Metal Melodien, aber auch ein unterschwelliger Hardcore-Einschlag, was nicht allein an Sänger Oliver Hirsch liegt. Eine Bewertung fällt mir als Kenner der frühen Band natürlich sehr schwer, da mir ständig die Kracher wie 'Dirty Pigs' im Ohr klingen. Damit haben die Midtempo-Stampfer auf "Take Extreme Forms" nichts mehr gemeinsam, weswegen man unter dem Strich eigentlich auch sagen kann, dass es sich heute im Vergleich zu damals stilistisch um eine völlig neue Band handelt. Auch ohne die Berücksichtigung des direkten Vergleichs muss ich leider sagen, dass das Material für meine Begriffe einen Ticken zu stumpf ist. Manche Riffs wie in 'Run Or Die', 'Deepest Black' oder in 'Grizzly Bear' sprechen bei mir weder Bauch noch Kopf an und kommen nicht so recht vom Fleck. Thrashiger wird es eher in 'Aliens Blood', wobei hier durchaus auch modernere Thrash-Einflüsse Pate gestanden haben, was wiederum dieses leichte Schielen in Richtung Hardcore erklärt. Gerade dieser Stil zieht sich eigentlich als der rote Faden durch das Album, weswegen die Band versuchen muss, sich auch ein neues Publikum zu erarbeiten. Auch die Twin-Guitars und das groovige Hauptriff von 'Burn' verdeutlichen die insgesamt freizügig-moderne Ausrichtung. Da ergibt sich das Problem, dass die traditionelle Ausrichtung der Band vermutlich noch im Kopf herumspukt, aber aus der Feder eben unbewusst diese neuen Stilelemente rausfließen. Ganz harmonisch fügt sich das nicht immer zusammen, vor allem wenn es darum geht, ein paar Melodien einzubauen. Die Schunkel-Parts von 'Tale Of Doom' - arghh - es hätte ihnen einfach jemand ehrlich sagen sollen, dass das nicht wirkt.

Fazit: Nostalgische Gefühle stellen sich nicht ein, und auch neutral als neues Material betrachtet ist "Take Extreme Forms" eine Scheibe, die energisch gespielt ein amtliches Brett abliefert, aber deren Titel selbst immer ein wenig Gewürz fehlt. Musikalische Tiefkühlkost für zwischendurch, aber kein auf den Punkt gebratenes Steak. Anspieltipp: 'Aliens Blood'. Hätte die Band über die Albumlänge dauerhaft diese Power entfachen können, hätte ich nochmal 1,5 Punkte draufgeschlagen.

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Arise
02. New Fire
03. Run Or Die
04. Take Extreme Forms
05. The World
06. Deepest Black
07. Aliens Blood
08. Burn
09. Nutz And Gutz
10. Grizzly Bear
11. Crush
12. The Tale Of Doom
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 48:24 Minuten
VÖ: 17.01.2014

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29.01.2014 Take Extreme Forms(5.0/10) von Opa Steve

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