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Lucid Dreaming - The Chronicles Pt. I
Review von Stormrider vom 22.08.2013 (824 mal gelesen)
Lucid Dreaming - The Chronicles Pt. I In einem Punkt hat das Info-Sheet Recht. Metal-Opern gibt es seit Jahren wie Sand am Meer, und dass es einen ausreichend großen Markt für dieses Genre gibt, beweisen die AVANTASIA-Alben und ähnlich gelagerte Releases mit ihren Charterfolgen ja auch in steter Regelmäßigkeit. LUCID DREAMING sehen nun ihre Daseinsberechtigung darin, dass sie ihren Sound nicht mit überproduzierten Keyboards aufblähen und durch den Einsatz von ein paar unterschwelligen folkloristischen Elementen ihre eigene Nische haben und damit ihr eigenes Ding machen. Naja, das sehe ich etwas anders.

Aber starten wir von vorne. Auf ein von einer weiblichen Stimme erzähltes Spoken-Word-Intro folgt ein RUNNING WILD-Gedächtnis-Riff, super, denke ich und harre gespannt der Dinge, die mich erwarten sollen. Hätte ich bloß nicht so sehr geharrt. Es folgen nämlich in Summe mehr als 76 sehr zähe Minuten, die so ziemlich jedes bekannte Album des Metal-Opern-Genres zitieren (Ich persönlich finde ja, dass es Metal-Musical sowieso besser treffen würde, aber das ist ein anderes Thema). Schon im ersten Song 'Motherless Child' wird versucht, möglichst viel unterzubringen, von KING DIAMOND-artigen Screams bis zu dezenten Growls und von Powerchord-Riffs bis zu Shreddern, dabei wirkt das ganze Arrangement in Summe dennoch unspektakulär. Das folgende 'The Quest For The White Pig' klingt dann an der Gitarrenfront so wie der Songtitel, nämlich als wäre es einem C64-Spiel entliehen. Im ersten Moment kommt da zwar Nostalgie auf, aber über die Songlänge von über sechs Minuten wird es nervig. Apropos Songlänge: kein Song kommt unterhalb der Sechs-Minuten-Marke ins Ziel. Man könnte nun versucht sein zu denken, dass es so viele Ideen unterzubringen gab. Für mich hört es sich eher an, als schafft man es nicht, die Songs einfach mal auf den Punkt zu komponieren. Der typische Metal-Opern-Baukasten wird einfach zu oft bemüht, ohne dabei qualitativ hochklassig zu werden. Jeder Song wird noch dazu mit mindestens 5 verschiedenen Sängern/innen bestückt, was dazu führt, dass viel zu viele Chöre eingebaut werden, die auf Dauer ziemlich ermüdend wirken. Nicht immer ergänzen sich die jeweiligen Stimmen dabei besonders gut. So zum Beispiel im über elfminütigen, dennoch höhepunktarmen 'To Caer Dathyl', bei dem sich beim Refrain kurzzeitig die Fußnägel hochrollen. Manche Songs haben richtig starke Ideen, aber davor und danach sind gefühlt zehn überflüssige Songfragmente angesiedelt. Wenn man hier die Essenz rausfiltern würde, dann hätte man ein Album mit 40 Minuten Länge, was einem durch die immer gleichen Elemente nicht so an den Nerven zehren würde und bei dem einzelne Songs auch einen echten Wiedererkennungswert hätten. Bei mir ist trotz Kopfhörerhörens kein einziger Song hängengeblieben, weil die Songs zu wenig eigenständig sind und sich die Elemente in fast jedem Song wiederholen.

Das liest sich jetzt alles ziemlich mies. So schlimm ist es natürlich nicht, und das Album hat durchaus seine Momente. Auf der instrumentalen Seite gibt es beispielsweise wenig zu bemängeln, und vor allem die rechts/links Stereo-Effekte wurden teilweise sehr schön in Szene gesetzt (dazu muss man dann allerdings die Nerven haben, sich das Album auch am Stück anzuhören). Man merkt dem Album einfach an, dass die Ambitionen, sich von der Masse abzuheben, ziemlich hoch waren. Leider ist das ganze Projekt am Ende ziemlich überambitioniert geworden. Die allseits bekannten Metal-Opern aus Fulda oder den Niederlanden sind da einfach abwechslungsreicher, strukturierter, schlicht besser.

Fazit: Ein sehr anstrengendes Album, das mit über 76 Minuten und den erläuterten Schwächen doch stark an die Grenze des Erträglichen geht. Manchmal ist weniger eben wirklich mehr. Vielleicht wird ja der zweite Teil zugänglicher, denn der Albumtitel "The Chronicles Pt. I" weist ja bereits darauf hin, dass es noch (mindestens) einen weiteren Teil geben wird.

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Introduction
02. Motherless Child
03. The Quest For The White Pig
04. Side By Side
05. To Caer Dathyl
06. Swords For Prydain
07. Land Of Darkness
08. Where Evil Rides
09. The Price
10. No Turning Back
11. Farewell
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 76:12 Minuten
VÖ: 02.08.2013

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